Umfrageergebnis anzeigen: Würdest Du Nokia-Produkte boykottieren?
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Ja, aus Solidarität für die betroffenen Mitarbeiter
9 31,03% -
Ja, wegen des Subventions-Hopping des Konzerns
4 13,79% -
Nein, ich kann mir ein neues Handy nicht leisten
3 10,34% -
Nein, das ist nun mal Marktwirtschaft und Globalisierung
13 44,83%
-
18.01.2008 21:03 #1Super-Moderator












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Merkel signalisiert Verständnis für Nokia-Boykott
Werksschließung: Handyhersteller soll Gründe offen legen - Steinbrück erwartet keine Rettung
Mit der Schließung des Bochumer Werks drohen Nokia finanzielle und Image-Schäden. Politiker wollen demonstrativ auf andere Handys umsteigen. NRW überlegt, Subventionen zurückzufordern. Nun hat auch noch die Kanzlerin Verständnis für Boykott-Aufrufe.
Für Aufrufe zum Boykott von Nokia-Produkten habe die Kanzlerin Verständnis, sagte Regierungssprecher Thomas Steg. Merkel forderte Nokia zudem auf, die Motive für die Schließung des Standorts in Nordrhein-Westfalen offen zu legen. "Das Vorgehen des Unternehmens wirft aus Sicht der Bundeskanzlerin noch viele Fragen auf", sagte Steg. "Es ist das Interesse der Bundesregierung, diese Fragen zu klären und Auskunft von dem Unternehmen zu erhalten."
Die überraschend angekündigten Pläne der Finnen für ein Ende des Standorts in NRW hatten bereits in den vergangenen Tagen einen Proteststurm ausgelöst.
Seehofer und Struck im Boykott vereint
Agrarminister Horst Seehofer (CSU) und SPD-Fraktionschef Peter Struck kündigten an, sich von ihren Nokia-Handys zu trennen. Seehofer lässt rechtliche Möglichkeiten eines Boykotts der Marke für sein gesamtes Haus prüfen. Wie er der "Bild"-Zeitung sagte, wies er seine Rechtsabteilung an zu schauen, "ob und unter welchen Bedingungen wir bei Nokia aussteigen können". Als Grund nannte er dem Blatt Solidarität mit den Nokia-Mitarbeitern und deren Familien. Das Verhalten des Konzerns entzürne ihn.
Struck sagte laut "Bild": "Was Nokia in Bochum vorhat, ist eine Riesensauerei. Ich habe heute mein Büro gebeten, mir ein anderes Handy zu besorgen."
NRW prüft Subventions-Rückforderung
Das Land Nordrhein-Westfalen prüft, 41 Millionen Euro Subventionen von den Finnen zurückzuverlangen. Das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium erklärte, Nokia habe sich verbindlich verpflichtet, eine jeweils festgeschriebene Anzahl unbefristeter Arbeitsplätze zu schaffen. Es gebe Hinweise, dass diese Werte nicht erreicht und entsprechende Berichtspflichten nicht erfüllt worden seien.
"Die Daten signalisieren, dass die Beschäftigungszusagen bereits zwischen 1998 und 2003 nicht eingehalten worden sind", sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben. Dies müsse aber noch überprüft werden. Werde der Nachweis erbracht, könne man das Geld zurückfordern. Neben einer Förderung von rund 17 Millionen Euro von 1999 geht es laut Ministerium nun auch um 23,8 Millionen Euro aus dem Jahr 1998. Nokia-Deutschlandschef Klaus Goll hatte bestätigt, dass die Hilfen unter anderem an die Bedingung geknüpft gewesen seien, Arbeitsplätze zu schaffen
Beschäftigte wollen Gespräche abwarten
Die Bochumer Beschäftigten des Handyherstellers planen dem Betriebsrat zufolge keine wilden Streiks. Sie wollen zunächst die Gespräche zwischen der Konzernleitung sowie Politikern von Bund und Land abwarten und ihrer Wut mit einer Großdemonstration am Dienstag Luft machen.
Die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach sagte, die Beschäftigten wollten nicht über Sozialpläne, sondern eine Fortführung des Werks mit Nokia reden. Thoben zufolge soll es bald Gespräche von Bund und Land mit dem Konzern geben. Zu der Ankündigung des Unternehmens, dabei nur über die Gründe der Schließung und einen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter reden zu wollen, sagte Thoben, sie lasse ihren Fragebedarf nicht eingrenzen.
Steinbrück: "Karawanenkapitalismus"
Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) rechnet nicht mit einer Rettung der Bochumer Produktion. Er dämpfte die Erwartungen der mehr als 2000 Betroffenen: "Ich glaube, man sollte da keine falschen Hoffnungen entstehen lassen."
Steinbrück warf dem Konzern vor, die gesellschaftliche Stabilität zu gefährden. "Das ist ein Ausdruck eines Karawanenkapitalismus", betonte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. "Die Menschen verlieren Vertrauen und das ist eminent gefährlich." Er kritisierte es als nicht überzeugend und langfristig schädlich, wenn ein Unternehmen mit einer Gewinnmarge von 15 Prozent Menschen die Existenz raube, nur um noch besser abzuschneiden.
IG Metall: Aufsichtsratsentscheidung fehlt
Die IG Metall will unterdessen mit einer einstweiligen Verfügung verhindern, dass Handy-Hersteller Nokia bereits jetzt Aufträge aus dem Bochumer Werk nach Ungarn umleitet. Die Beschäftigten hätten Hinweise gehabt, dass so etwas vorbereitet würde, sagte der Sprecher der nordrhein-westfälischen IG-Metall-Bezirksleitung, Wolfgang Nettelstroth, am Freitag in Düsseldorf. Damit solle laut IG Metall der laufende Betrieb "im Vorgriff von Aufsichtsratsentscheidungen und Verhandlungen" ausgeblutet werden.
Noch gebe es keine Entscheidung des Aufsichtsrates über die Schließung des Bochumer Werkes, sagte Nettelstroth. Durch eine Umleitung von Aufträgen nach Ungarn wolle das Unternehmen möglicherweise "auf kaltem Wege Fakten schaffen". Der Sprecher schätzte die Chancen gut ein, eine einstweilige Verfügung zu erreichen.
IG-Metall-Chef Berthold Huber forderte den Gesetzgeber auf, höhere gesetzliche Barrieren für Unternehmen zu errichten, die ihre Produktion ins Ausland verlegen wollen. Sie müssten an den gesellschaftlichen Kosten des Arbeitsplatzabbaus beteiligt werden.
Gespräche mit Nokia
Auch der nordrheinwestfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers will weiter für die Arbeitsplätze im Nokia-Werk Bochum kämpfen. "Dazu sollen Gespräche mit Nokia stattfinden", sagte der CDU-Politiker den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" laut einer Vorabmeldung. "Wir wollen zunächst wissen, warum die Geschäftsführung nicht das Angebot der Belegschaft annimmt, Kosten zu senken." Angesichts der Vorgänge in Bochum frage er sich, wo dabei die unternehmerische Ethik bleibe.
Der finnische Mobilfunkkonzern will noch in diesem Sommer sein Bochumer Werk schließen und 2300 Stellen abbauen. Nach Angaben der Gewerkschaften sind außerdem bis zu 1000 Leiharbeitnehmer und Hunderte von Beschäftigen bei Zulieferfirmen sowie Serviceunternehmen von der Stilllegung betroffen. Nach Darstellung des Konzerns ist der deutsche Standort nicht wettbewerbsfähig.
Quelle: [Nur registrierte und aktivierte Benutzer von Mobilfunk-Talk.de können Links sehen.]
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18.01.2008 21:03 # ADS
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18.01.2008 21:38 #2Super-Moderator












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AW: Merkel signalisiert Verständnis für Nokia-Boykott
Meine Meinung dazu: Die Boykott-Aufrufe einiger Politiker halte ich für maßlos übertrieben und auch populistisch. Schließlich sind sie an diesem Zustand nicht ganz unschuldig, denn die Subventionsverträge machen sie doch selbst, oder?
Freilich ist die Art der Fabrikschließung nicht gerade fein. Ich wäre auch darüber empört, daß ich die Kündigung von der Presse erhalte. Auch kann ich absolut nicht nachvollziehen, daß eine Fabrik, die Gewinn abwirft, dichtgemacht wird!
Aber das ist wohl das heutige Prinzip der Marktwirtschaft. Denn wenn die Fabrik verkauft werden würde, würde sich Nokia Konkurrenz heranzüchten. 
Daß Nokia sich dieser Mittel bedient, hätte ich nicht gedacht; ich glaubte, die hätten das nicht nötig!
Daß Nokia ausgerechnet jetzt den Betrieb ins Ausland verlagert, halte ich auch für ungewöhnlich, denn viele deutsche Firmen haben schlechte Erfahrungen mit der Verlagerung in Billiglohnländer gemacht (Stichworte Qualitätsprobleme und Produktpiraterie). Daher gibt es jetzt kaum noch Betiebsverlagerungen von Deutschland in Billiglohnländer.
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19.01.2008 21:51 #3Super-Moderator












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Thoben: Hinweise auf Verstöße gegen Förderrichtlinien durch Nokia
Offenbar wäre der Wegzug von Nokia aus Deutschland langfristig nicht zu verhindern gewesen, denn die anderen Handyhersteller produzieren schon lange nicht mehr in Deutschland, sofern sie das überhaupt getan haben:
Quelle: [Nur registrierte und aktivierte Benutzer von Mobilfunk-Talk.de können Links sehen.]Öffentlichkeitswirksam haben Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) und SPD-Fraktionschef Peter Struck angekündigt, ihre Nokia-Handys abzugeben. Dieser Boykott als Folge der angekündigten Werksschließung in Bochum hat aber allenfalls symbolischen Wert. Die Bundespolitiker wie auch andere Wechselwillige können nämlich nicht auf andere Anbieter mit Produktionsstätten in Deutschland umsteigen.
Nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien ([Nur registrierte und aktivierte Benutzer von Mobilfunk-Talk.de können Links sehen.] ) verlässt mit Nokia der letzte Hersteller Deutschland. Im vergangenen Jahr hatten bereits Motorola und BenQ Mobile ihre Produktion in Deutschland eingestellt. Weitere Hersteller gab es dem Verband nach nie. Die Mobilfunkanbieter Samsung, Sony Ericsson und LG produzieren ihre Handys schon immer in anderen Ländern.
...
Doch Verstöße gegen die Förderbedingungen?
Die NRW-Landesregierung ist bei der Überprüfung der Subventionsvergabe an den finnischen Mobilfunkkonzern Nokia offenbar auf Verstöße gegen die Förderbedingungen gestoßen. Nach dem Stand der bisherigen Prüfungen gebe es Hinweise darauf, dass das Unternehmen gegen die Vorschriften zur Subventionsvergabe verstoßen habe, sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) heute in Bochum. Das Land behalte sich deshalb vor, Gelder von Nokia zurückzufordern, erklärte die Ministerin.
Wie hoch die Summe des zurückgeforderten Geldes ausfallen könnte, sagte Thoben nicht. Das Land hatte Nokia insgesamt 88 Millionen Euro Fördergelder für die Ansiedlung in Bochum gezahlt.
Thoben erklärte zudem, dass die Verhandlungen zwischen Bundes- und Landesregierung sowie Nokia um einen möglichen Erhalt des Nokia-Werkes "zeitnah" stattfinden werden. Einen konkreten Termin nannte sie nicht. Bei den Gesprächen solle allerdings nur über den Bestand des Werkes in Bochum gesprochen werden, Verhandlungen zu einem Sozialplan lehnte die Ministerin ab. Zugleich sprach sich Thoben gegen einen Massenboykott von Nokia-Produkten aus.
Die Betriebsratsvorsitzende des Nokia-Werkes, Gisela Achenbach, unterstrich, dass die Belegschaft die geplante Werksschließung nicht hinnehme und "kampfbereit" sei. Für den kommenden Dienstag ist eine erste große Demonstration geplant. Dann soll die Arbeit in dem Werk komplett niedergelegt werden.
Nokia hatte am Dienstag mitgeteilt, seine Handyproduktion in Deutschland einzustellen und den Standort Bochum bis Mitte 2008 zu schließen. Rund 2 300 Beschäftigte sind betroffen, zudem sind bis zu 2 000 Stellen bei Zulieferern und Leiharbeitern in Gefahr.
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26.01.2008 22:51 #4Super-Moderator












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Nokia-Image laut Umfrage auf Tiefpunkt angelangt
Konzern unterschritt offenbar Arbeitsplatzzusagen in Bochum
Eineinhalb Wochen nach der Ankündigung des Handykonzerns Nokia, sein Werk in Bochum zu schließen, ist das Image des finnischen Herstellers auf den Tiefpunkt gesunken. Nach täglichen Umfragen des Kölner Marktforschungsinstituts Psychonomics, die der [Nur registrierte und aktivierte Benutzer von Mobilfunk-Talk.de können Links sehen.] vorliegen, liegt Nokia bei allen sieben Kriterien im negativen Bereich und damit deutlich hinter seinen Wettbewerbern. Der Einbruch der Marke sei "geradezu dramatisch". Vom 15. Januar, dem Tag der Bekanntgabe der Werksschließung, bis zum 23. Januar sank der allgemeine Imagewert demnach von plus 41 auf minus 14 Prozent.
Unter anderem sank die Bereitschaft der Befragten, Nokia weiterzuempfehlen, von plus 48 auf minus sechs Prozent. Das Image Nokias als guter Arbeitgeber brach laut dem Fachblatt von plus 44 auf minus 37 Prozent ein. Auch das Qualitätsempfinden, das zuvor mit 62 Prozent deutlich über dem Wettbewerbern lag, sank auf fünf Prozent und damit noch unter die sechs Prozent des asiatischen Herstellers LG. Befragt wurden laut Wirtschaftswoche täglich tausend Bundesbürger.
Nach Informationen der Bild-Zeitung wussten die Betriebsräte im Bochumer Werk früher über die schlechte Lage Bescheid als bisher bekannt. Wie das Blatt heute unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise meldet, wurden die Probleme des Werkes seit 2004 regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen diskutiert. In dem Gremium sitzt unter anderem die Betriebsratschefin Gisela Achenbach. Bei den Gesprächen sei es wiederholt auch um die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und die vergleichsweise hohen Lohnkosten des Bochumer Werks gegangen. Dabei seien auch "unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten" erörtert worden. Achenbach und andere Betriebsratsmitglieder hatten in den vergangenen Tagen immer wieder erklärt, die Schließung des Bochumer Nokia-Werks sei aus ihrer Sicht sehr überraschend erfolgt.
Zusagen offenbar nicht eingehalten
Der finnische Konzern hat offenbar auch die Zusagen über die Schaffung von Dauerarbeitsplätzen in dem nun von Schließung bedrohten Werk nicht voll erfüllt. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Focus ergab eine Prüfung der NRW-Bank, dass die Zahl der an öffentliche Förderung gebundenen Stellen in Bochum in den Jahren 2002 bis 2005 nicht erreicht wurde. Damit hätte Nokia gegen Subventionsauflagen verstoßen.
Die 2860 in Aussicht gestellten Dauerarbeitsplätze seien um 200 bis 400 unterschritten worden, heißt es in dem Focus-Bericht. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium wolle kurzfristig über Konsequenzen entscheiden. Die Staatsanwaltschaft Bochum überprüft laut Focus, ob sie Ermittlungen wegen Subventionsbetrug aufnimmt. Das Bundesforschungsministerium untersuche, ob Fördermittel für Forschung und Entwicklung zurückgefordert werden können.
Quelle: [Nur registrierte und aktivierte Benutzer von Mobilfunk-Talk.de können Links sehen.]Geändert von mosyr (26.01.2008 um 23:04 Uhr)
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02.02.2008 18:37 #5Stammbesucher


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AW: Merkel signalisiert Verständnis für Nokia-Boykott
ich habe gestern im radio gehört das sie erst über 3000 mitarbeiter einstellen sollten. nach einer prüfung ist es schon einmal aufgefallen. danach haben sie die zu erfüllende mitarbeiter zahl auf ca. 2850 gesenkt aber so viele mitarbeiter hatten sie noch nie erreicht.
und was das beste ist die leute die für nen 5er die stunde da gearbeitet haben haben schon ihre kündigung erhalten.
eine wirkliche sauerei.
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02.02.2008 18:38 #6Stammbesucher


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AW: Merkel signalisiert Verständnis für Nokia-Boykott
ergänzung:
ich hoffe nur das sie in rumänien nicht glücklich werden.
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05.02.2008 23:02 #7Super-Moderator












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Jurist: Nokia-Vorgehen beim Aus für Bochumer Werk rechtswidrig
Das Vorgehen des Nokia-Managements zur Schließung des Bochumer Werkes verstößt nach Darstellung von Arbeitsrechtlern gegen deutsches und europäisches Recht. "Das Betriebsverfassungsgesetz schreibt vor, dass der Unternehmer den Betriebsrat über geplante Betriebsstilllegungen rechtzeitig und umfassend informieren und die Maßnahmen mit ihm beraten muss", sagte Arbeitsrechtler Julian Richter heute in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Belegschaft mit vollendeten Tatsachen zu überraschen, sei nicht nur moralisch fragwürdig, sondern auch rechtswidrig. Das folge auch aus der Massenentlassungs-Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft.
Der Betriebsrat kann sich nach Einschätzung des Arbeitsrechtlers gegen das Vorgehen von Nokia wehren. "Was man gerichtlich erzwingen kann ist, dass man mitreden kann", sagte Richter. "Der Betriebsrat kann vielleicht am Ende eine Schließung nicht verhindern. Aber man kann sich auf verschiedene Kompromisse einigen, wie zum Beispiel eine zeitliche Verlängerung der Produktion oder auf lediglich eine Teilschließung", betonte der Anwalt der Kooperation "ArbeitnehmerAnwälte".
Die Vorsitzende des Bochumer Betriebsrates, Gisela Achenbach, hatte nach der Schließungsankündigung des finnischen Nokia-Konzerns im Januar betont, das Management habe das Aus für Bochum dem Betriebsrat zu keiner Zeit angekündigt. Das Werk mit seinen 2 300 Beschäftigten soll nach dem Willen von Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo Mitte 2008 aufgegeben und die Produktion nach Rumänien verlagert werden.
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06.02.2008 22:17 #8Super-Moderator












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Nokia soll 41 Millionen Euro an NRW zurückzahlen
Das Land Nordrhein-Westfalen fordert vom finnischen Handykonzern Nokia 41 Millionen Euro an Subventionen zurück.
NRW reagiert
Eine Prüfung habe ergeben, dass die Zahl der vorgeschriebenen dauerhaften Arbeitsplätze in dem Werk seit 2002 unterschritten worden sei. Das Ministerium habe daher die für Subventionen zuständige NRW-Bank angewiesen, die in den Jahren 1998 und 1999 gezahlten Investitionshilfen zurückzufordern. Diese Rückforderung habe die Bank inzwischen an Nokia weitergeleitet.
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13.02.2008 23:08 #9Super-Moderator












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Nokia-Management: Betriebsratsvorschläge nicht umsetzbar
Verhandlungen über die Zukunft der Arbeiter gehen kommende Woche weiter
Das Nokia-Management hat die Vorschläge des Betriebsrates zum Erhalt des Bochumer Handy-Werks als "nicht umsetzbar" zurückgewiesen. Das haben beide Seiten nach einem Treffen am Hauptsitz des Unternehmens in Espoo (Finnland) heute mitgeteilt. Die Gespräche seien konstruktiv verlaufen, aber die nötige Effizienz für den Werkserhalt werde mit den Betriebsratsplänen nicht erreicht. Jetzt müsse es darum gehen, für die 2 300 Beschäftigten in Bochum Arbeitsplätze bei anderen Unternehmen zu finden, die vertrauensvoll sind und langfristige Geschäftsziele verfolgen. Darauf verständigten sich beide Seiten.
Als nächster Schritt wird sich am Donnerstag eine aus Vertretern von Nokia und dem Land Nordrhein-Westfalen bestehende Arbeitsgruppe treffen. Diese wird über innovative Lösungen für die Zukunft des Nokia Standortes in Bochum diskutieren.
Am Mittwoch kommender Woche wollten die deutsche Nokia-Spitze und der Betriebsrat dann weiter über die Zukunft der Angestellten beraten. Während des Treffens wurden verschiedene Alternativen zur Beschäftigung in Bochum diskutiert. Die Vertreter des Betriebsrates und Nokia haben sich zum gemeinsamen Ziel gesetzt, innovative Lösungen für die Zukunft der Nokia Beschäftigten in Bochum zu finden. Beide Seiten einigten sich darauf, dass das vorrangige Ziel ist, für die Nokia Beschäftigten in Bochum Arbeitsplätze bei Unternehmen zu finden, die vertrauensvoll sind und langfristige Geschäftsziele verfolgen.
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20.02.2008 17:52 #10Anfänger
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AW: Merkel signalisiert Verständnis für Nokia-Boykott
Bin noch sehr mit mir am Ringen, ob ein Boykott wirklich etwas bringt? Der deutsche Handymarkt ist doch für Nokia eher nebensächlich... Würde nur Sinn machen, wenn sich wirklich viele daran beteiligen. Der Imageschaden für Nokia ist schon längst eingetreten. Da ich mir im Moment kein neues Handy kaufen werde, kann ich nur mit Freunden und Bekannten darüber diskutieren. Ich finds schon heavy was da abgeht. Aber die meisten haben doch den Siemens BenQ deal auch schon vergessen :-(
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20.02.2008 22:02 #11
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21.02.2008 03:25 #12Anfänger
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AW: Merkel signalisiert Verständnis für Nokia-Boykott
Yeep :-( Und ich als Endverbraucher krieg bei t-mobile die Auskunft, dass ich mein Siemens Handy nur noch mit deren sim-Karte benutzen oder wegschmeißen kann
Zitat von mosyr
angeblich wegen Insolvenz von BenQ
Na ja, hat nix mit Nokia zu tun
Warum ausgerechnet bei Nokia der Aufschrei so groß ist wundert mich schon.
Als Herr E. Mannesman an Vodafon verscherbelt hat sind auch ne Menge Arabeitsplätze weggefallen. Dafür hat Herr E. dann ne Satte Abfindung kassiert. Grudsäztlich abhandengekommen ist in diesen Kreisen ein Gefühl für Moral und Anstand (soziale Verantwortung?). Schlimm ist, das so etwas ganz legal möglich ist.
Nokia scheint sich ja da doch etwas abzuheben, wenn es wahr ist, dass sie sich weiter Beraten mit Betriebsrat und Vermittlern über Möglichkeiten Arbeitsplätze zu erhalten.
Gruß YbagGeändert von Ybag (21.02.2008 um 03:29 Uhr) Grund: sieht mit nem Gruß netter aus
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22.02.2008 00:49 #13Super-Moderator












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Naja, der öffentliche Druck war allerdings auch zu groß, um sich zu verweigern.
Zitat von Ybag
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27.02.2008 23:53 #14Neuling


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AW: Merkel signalisiert Verständnis für Nokia-Boykott
Auch wenn die Subventionspraxis in diesem Lichte nun lächerlich erscheint, so ist sie doch ein Teil der Marktwirtschaft, sowie der Globalisierung ! Wenn in Europa niemand subventionieren würde, dann hätten wir nur mehr die Hälfte der Firmen, also da kann ich mit meinen Vorrednern nicht ganz übereinstimmen !
Auch wenns die Globalisierung ist : in diesem Fall sollte Nokia auf jedne Fall boykotiert werden, bzw, versucht werden das Werk irgendwie zu erhalten !!!
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22.03.2008 00:14 #15Super-Moderator












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Proteste gegen Nokia verpuffen
Groß war der Schock, als Mitte Januar der finnische Handy-Hersteller Nokia verkündete, dass er seinen Standort Bochum schließen und die 2 300 Beschäftigten bis Mitte 2008 entlassen will. Die Produktion mobiler Endgeräte werde in Deutschland eingestellt und an wettbewerbsfähigere Nokia-Werke in Europa verlagert, teilte das Unternehmen damals in Düsseldorf mit. Die bisherige Fertigung von Mobiltelefonen aus dem Bochumer Werk soll nach Rumänien, Ungarn und Finnland verlagert werden. Bochum sei einfach als Standort nicht global konkurrenzfähig und Deutschland sei ein sehr teures Land für Nokias Produktion, hieß es damals von Seiten Nokia zur Begründung der Entscheidung.
Nokia habe in der Vergangenheit sehr viel investiert, um Bochum wettbewerbsfähig zu machen. Allerdings hatte Nokia auch von Bund und Land einiges an Subventionen erhalten, entsprechend groß war nicht nur die Empörung auf Arbeitnehmerseite über die Schließung des Werkes und dem damit verbundenen Verlust des Arbeitsplatzes, der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen sahen und sehen sich auch um die Subventionsgelder gebracht. Entsprechend prüfen sowohl das Land Nordrhein-Westfalen als auch der Bund, ob geleistete Zahlungen zurückgefordert werden können.
Boykottaufrufe scheinen zu verpuffen
Aber auch auf Kundenseite gab es entsprechende Reaktionen und Rufe danach, Nokia zu boykottieren und keine Geräte von diesem Hersteller mehr zu kaufen. Politiker gaben demonstrativ ihre Nokia-Handys ab und auf speziellen [Nur registrierte und aktivierte Benutzer von Mobilfunk-Talk.de können Links sehen.] konnte man seinem Ärger gegen Nokia freien Lauf lassen.
Gebracht haben die Boykottaufrufe offensichtlich nichts, denn wie die [Nur registrierte und aktivierte Benutzer von Mobilfunk-Talk.de können Links sehen.] in ihrer kommenden Ausgabe berichtet, konnte Nokia im Februar, dem ersten vollständigen Verkaufsmonat nach der Ankündigung der Schließung des Bochumer Werkes, seinen Marktanteil in Deutschland von knapp 40 Prozent behaupten. Die Verkaufszahlen von Nokia-Handys lagen nur marginal unter den Spitzenwerten des Vorjahres.
Quelle: [Nur registrierte und aktivierte Benutzer von Mobilfunk-Talk.de können Links sehen.]
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