-
06.08.2008 14:56 #1Super-Moderator














- Registriert seit
- 11.04.2008
- Ort
- Schleswig Holstein
- Beiträge
- 34.336
Handy-Hersteller
Samsung- Handy-Modell
- Samsung Galaxy Note,Nokia N8,Samsung i8910HD, N 93, N 95-1, N 81 ,LG GD900 Crystal, HTC Desire,
- Netzbetreiber

- Prepaid/Vertrag
- Prepaid
- Danke
- 2
- Erhielt 857 Danke in 835 Beiträgen
Offenes Smartphone mit experimenteller Software
Open-Source-Handy OpenMoko Freerunner
OpenMoko will mehr, als nur ein weiteres Linux-Smartphone bauen. Das Gerät soll komplett offen sein - von der Hardware bis zur Software. Das Modell Neo Freerunner soll auch für Endanwender geeignet sein. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu tun.
Um das OpenMoko-Mobiltelefon einzuschalten, muss der seitliche Knopf fast neun Sekunden gedrückt werden, erst dann vibriert das Gerät leicht und blendet einen Startbildschirm ein, bevor die Meldungen des Linux-Kernels 2.6.24 über das Display rauschen. Doch damit ist der Startvorgang noch nicht vorbei - fast drei Minuten braucht der Freerunner, bis er bereit ist. Die Standardoberfläche basiert auf dem von Gnome verwendeten Toolkit GTK+. Schon bei den ersten Schritten mit der Software fällt auf, dass diese alles andere als perfekt ist.
Das Anwendungsmenü zeigt erst einmal die PIM-Programme (Personal Information Management), wie Kalender und Adressbuch, an. Die bieten bisher aber nur sehr rudimentäre Funktionen. Zur weiteren Softwareausstattung gehört ein Browser auf Basis der Rendering Engine Webkit, die Apple für Safari verwendet. Außerdem gibt es einen Mediaplayer, in dessen Hintergrund das freie Multimedia-Framework GStreamer arbeitet. Zudem sind einige Spiele auf dem Gerät installiert. Eine Navigationssoftware für die GPS-Funktion fehlt.
Die Eingabe in der Telefonanwendung ist gut gelöst. Leider gilt dies nicht für die restlichen Anwendungen - egal ob es das Programm für Kurznachrichten oder das Adressbuch ist. Hier wird stets eine kleine Bildschirmtastatur angezeigt, die sich an einer normalen Handyklaviatur orientiert. Das heißt, mehrere Buchstaben verteilen sich auf eine Zifferntaste. QWERTZ-Tastatur oder Handschriftenerkennung gibt es nicht und so ist die Eingabe sehr mühsam. Deutsche Umlaute kennt die Tastatur ebenfalls nicht.
Besonders absurd wird es, wenn man das Terminal nutzen möchte: Den unter Linux unentbehrlichen Schrägstrich kennt die Tastatur nämlich auch nicht. Also muss man ihn beispielsweise aus der Pfadangabe des Terminals kopieren und an den nötigen Stellen wieder einfügen. Allerdings kann der Schrägstrich selbst auf eine Taste gelegt werden, wofür aber eine Konfigurationsdatei bearbeitet werden muss. Im Terminal etwa können aber auch keine 1 oder 0 eingegeben werden. Außerdem versperrt diese Eingabemethode einen Großteil des Bildschirms. Eine QWERTY-Tastatur gibt es jedoch auch - die muss aber manuell eingerichtet werden.
Wählanwendung
Deshalb weiß man schnell die eingebaute USB-Schnittstelle zu schätzen. Schließt man den Freerunner an einen Linux-PC an, so reicht die Eingabe von "ifconfig usb0 192.168.0.200 netmask 255.255.255.0". Anschließend kann man sich per SSH mit der IP 192.168.0.202 verbinden und als Root an dem OpenMoko-System anmelden. Ein Passwort ist standardmäßig nicht gesetzt. Windows unterstützen die Entwickler nicht, die Konfiguration ist daher umständlicher.
Denn das Terminal auf dem OpenMoko-Gerät ist nicht nur zum Spaß installiert. Da es keine grafische Möglichkeit gibt, die Einstellungen zu ändern, ist man auf die Textkonsole angewiesen. Schon um die Uhr zu stellen oder die Lautstärke festzulegen, müssen Befehle eingegeben werden. Soll WLAN aktiviert werden, so müssen die nötigen Einstellungen manuell per "iwconfig" vorgenommen werden. Ist das drahtlose Netzwerk per WPA verschlüsselt, so muss die WPA-Supplicant-Konfigurationsdatei editiert werden. GPRS muss ebenfalls Software kann über Opkg nachinstalliert werden, eine Paketverwaltung, die auf Ipkg basiert und sie erweitert. Ipkg wiederum orientiert sich an Debians Apt und kam seinerzeit auch schon auf dem Sharp Zaurus und auf den mit Linux bespielten Compaq iPaqs zum Einsatz.
Das ist auf aktuellen Linux-Systemen wesentlich komfortabler gelöst: Und damit wird auch klar, dass die Zielgruppe des Freerunners noch immer Linux-Enthusiasten sind. Durchschnittliche Smartphone-Kunden, eventuell gar ohne Linux-Hintergrund, werden durch die nötige manuelle Konfiguration hingegen klar abgeschreckt. Ein grafisches Konfigurationsprogramm ist zwar in der Entwicklung, muss aber erst nachinstalliert werden.
Qtopia-Adressbuch
Immerhin funktioniert die Energieverwaltung des Mobiltelefons bereits sehr gut. Nach einigen Minuten Inaktivität verfällt der Freerunner automatisch in einen Schlafmodus und sperrt den Touchscreen.
Als Alternative zu der Standardfirmware kann die Oberfläche Qtopia auf das Gerät installiert werden. Qtopia wurde von Trolltech für Embedded-Geräte entwickelt und nutzt daher natürlich die von Trolltech entwickelte Bibliothek Qt anstatt das Gtk aus der Gnome-Welt für die grafische Bedienoberfläche. Bisher unterstützt das getestete Qtopia 4.3.2 allerdings nur das Neo1973 und noch nicht den Freerunner. So funktioniert beispielsweise der Klingelton auf dem neuen Modell noch nicht.
Dafür wirkt Qtopia wesentlich übersichtlicher als das Gtk-Pendant und auch die Symbole sind aussagekräftiger. Ebenso wie bei der Originalfirmware sind bei Qtopia einige PIM-Anwendungen, Spiele und ein Mediaplayer enthalten. Ein Webbrowser fehlt. Schneller ist Qopia nicht: Auch hier starten die Anwendungen nur verzögert. Dafür gibt es zumindest einige Einstellungswerkzeuge - wenn auch nicht für WLAN - und mehrere Eingabemethoden. Die einfache Tastatur präsentiert nur die Buchstaben. Zusätzlich gibt es eine QWERTY-Tastatur. Die hat zwar einen Schrägstrich, aber auch zwei ALT- und zwei CTRL-Tasten, was dazu führt, dass die einzelnen Tasten sehr klein ausgefallen sind. Eine fehlerfreie Bedienung mit dem Finger ist so nahezu unmöglich.
Diese Tastatur arbeitet mit Vorschlägen, versucht also zu erkennen, welches Wort der Anwender tippen will. Leider können dem englischen Wörterbuch keine Einträge hinzugefügt werden. Was Qtopia nicht kennt, muss also immer komplett eingegeben werden. Zudem kann die Handschriftenerkennung verwendet werden, um direkt auf dem Display zu schreiben. Die ist zwar gewöhnungsbedürftig, führt mit etwas Übung aber zum besten Ergebnis.
Qtopia-Menü
Momentan ist Qtopia durch die experimentelle Unterstützung erst recht noch nicht für den Einsatz auf dem Freerunner geeignet. Die OpenMoko-Entwickler wollen mittelfristig ihre Gtk-Oberfläche durch Qtopia ersetzen. Das soll dann aber auf einem X-Server, anstatt wie normal direkt auf dem Framebuffer, laufen, so dass sich Gtk-Anwendungen auch weiter ausführen lassen. Der X-Server ist aber auch sinnvoll, da so der integrierte Grafikbeschleuniger genutzt werden kann, während ein Framebuffer unbeschleunigt ist. Zudem ist eine dritte Firmware in Vorbereitung, die Spezifikationen von FreeSmartphone.org implementieren soll.
Eine gute Anlaufstelle für die Arbeit mit dem Freerunner ist das OpenMoko-Wiki. Dort finden sich viele Informationen und Anleitungen, die jedoch noch nicht alle auf den Freerunner zugeschnitten sind.
Freerunner
Statt mit dem mit 266 MHz getakteten Prozessor der Entwicklergeräte arbeitet nun eine ARM920T-CPU mit 400 MHz in dem Smartphone. Auch ein 3D-Beschleunigerchip ist vorhanden.
128 MByte SDRAM sowie 265 MByte NAND-Flash stecken in dem Gerät, dessen Design ganz sicher nicht jedermanns Geschmack ist. Der Speicher kann mit einer Micro-SD-Karte erweitert werden. Die Bedienung erfolgt über den farbkräftigen 2,8-Zoll-Touchscreen, der eine VGA-Auflösung von 480 x 640 Pixeln bietet und bis zu 65.536 Farben darstellt. Darüber läuft die gesamte Bedienung, eine Handytastatur gibt es nicht. Der Freerunner unterstützt die GSM-Netze 850, 1.800 sowie 1.900 MHz und beherrscht lediglich GPRS. Auf das schnellere EDGE, UMTS oder gar HSDPA muss man verzichten.
Dafür gibt es Bluetooth 2.0 und WLAN nach 802.11b/g - also mit bis zu 54 MBit/s. Darüber hinaus verfügt der Freerunner über ein integriertes AGPS-Modul. Für die Arbeit mit dem Smartphone ist außerdem die USB-Schnittstelle ausgesprochen wichtig. Leider wird nur das langsame USB 1.0 (OHCI) unterstützt. Bewegungssensoren stellen außerdem fest, wie das Gerät gehalten wird.
Verpackt ist das alles in dem 120 x 62 x 18 mm großen Plastikgehäuse, das inklusive Akku 145 Gramm wiegt und gut in der Hand liegt. Zu den Akkulaufzeiten macht der Hersteller keine Angaben. Im Test hielt das Gerät bei starker Nutzung zwei Tage durch.
Bluetooth-Einstellungen unter Qtopia
Der OpenMoko Freerunner ist in Deutschland von verschiedenen Distributoren zu Preisen zwischen 330 und 350 Euro erhältlich. Zum Lieferumfang gehören ein 1.200-mAh-Akku, ein Netzteil, ein USB-Kabel und ein Stylus. Unsere beiden Testgeräte wurden freundlicherweise von Tarent zur Verfügung gestellt.
Fazit:
Für das Geld gibt es einen kleinen Linux-Rechner mit GSM-Funktion. Genau das ist der OpenMoko Freerunner derzeit. Die Hardware bietet im Zusammenspiel mit Linux viel Potenzial, so dass unzählige Szenarien denkbar sind. Linux-Fans werden daran ihre Freude haben und in kritischen Umgebungen sind dank der offenen Architektur komplett angepasste Lösungen denkbar.
Ein Linux-Smartphone für den Massenmarkt ist der Freerunner hingegen nicht. Wer als normaler Nutzer an einem Mobiltelefon mit Linux-Betriebssystem interessiert ist, sollte daher auf die ersten Android- und LiMo-Geräte warten und hoffen, dass diese benutzerfreundlicher sind. Jetzt bleibt abzuwarten, was die Community aus dem Freerunner macht
Quelle:
[Nur registrierte und aktivierte Benutzer von Mobilfunk-Talk.de können Links sehen.]
-
06.08.2008 14:56 # ADS
-
07.08.2008 22:14 #2

- Registriert seit
- 15.07.2007
- Beiträge
- 187
- Danke
- 0
- Erhielt 0 Danke in 0 Beiträgen
AW: Offenes Smartphone mit experimenteller Software
Hallo,
schon vor dem Zitieren mal die Kommentare bei Golem oder auf den Seiten der Produktanbieter dazu gelesen?
Der Test bezieht sich auf eine schon nicht mehr verfügbare Software-Ausstattung und testet Endkunden-Funktionen, die das Gerät derzeit noch gar nicht haben soll (das Gerät ist ausdrücklich nur für Entwickler gedacht). Morgen soll übrigens die nächste Software-Version kommen.
Ich finde es nicht besonders hilfreich, wenn in einem Testbericht festgestellt wird, daß eine Entwicklerversion von vorgestern noch nicht endkundentauglich ist.
Wenn möglicherweise im Oktober die Endkunden-Version kommt, wäre ein derartiger Test hilfreich - vorher aber sicher nicht.
Das könnte dich auch interessieren
25.11.2011 Apple: iPhone hat die treuesten Kunden
25.11.2011 LG E906 Jil Sander Edition mit WP7 jetzt verfügbar
25.11.2011 Samsung Galaxy Tab 10.1N ab sofort erhältlich (Update)
24.11.2011 Android Market macht 7% des App Store-Umsatz
24.11.2011 Samsung Smartphones zu Weihnachten in Weiß erhältlich
05.07.2010 Air Phone: iPhone 4 Klon für rund 80 Euro
09.09.2011 HTC verklagt Apple mit Patenten von Google
05.06.2010 Mobiado Classic 712ZAF: Das Luxushandy in Dream Colors erhältlich
20.01.2010 Apple: Neue Innovationen in Aussicht
25.12.2010 Das größte iPhone 4 der Welt steht in London
Ähnliche Themen
-
Free SMS Software
Von Anonymous im Forum Sms Software / SMS-Dienste: Hey ich hab eine SMS Software gefunden. www.sms-freaker.de.vu ist eine kostenlose SMS SoftwareAntworten: 21Letzter Beitrag: 05.02.2006, 13:29 -
Desktop SMS Software Free
Von iahmad im Forum Sms Software / SMS-Dienste: Mit ComUnified können Sie Ihre SMS direkt vom PC aus verschicken. Laden Sie sich hierzu einfach unsere kostenlose Desktop SMS Software herunter und...Antworten: 7Letzter Beitrag: 10.08.2005, 20:40 -
Suche SMS 2 Beamer Software
Von Anonymous im Forum Sms Software / SMS-Dienste: Hallo, ich suche Software mit der ich live SMS mit dem Rechner empfangen und per Beamer in der Disco anzeigen kann. Am besten eine Variante, die...Antworten: 1Letzter Beitrag: 28.02.2005, 22:49 -
Suche SMS-Software
Von germansms.de im Forum Sms Software / SMS-Dienste: Hi, ich bin schon sehr lange auf der Suche nach einer SMS-Software wo man ein Handy ansteuern kann und umgekehrt... Jedoch sollte diese auch eine...Antworten: 1Letzter Beitrag: 19.02.2005, 11:47 -
SMS Software zum versenden von Massen SMS
Von Clint_Eastwood im Forum Sms Software / SMS-Dienste: Habe eine Software gefunden mit der man Massen SMS übers Internet versenden kann. Bei Registrierung gibt es 50 Frei SMS Credits. Einfach zu...Antworten: 2Letzter Beitrag: 06.01.2005, 02:50



LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren













Lesezeichen