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26.09.2005 17:03 #1Super-Moderator












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Mobilfunk-Discounter blau in test
Seit knapp einer Woche ist der Hamburger Mobilfunkanbieter blau.de nun auf dem Markt. Zum Start hat er die Preise der Mitbewerber simyo und debitel light geringfügig unterboten, denn derzeit kostet die Gesprächsminute in alle deutschen Netze 17,9 Cent pro Minute und eine SMS 12,9 Cent. Diese Preise gelten allerdings nur für die ersten 100 000 Kunden, die sich bis Ende Oktober bei blau.de anmelden.
In der letzten Woche noch haben wir die einzelnen Discountangebote ohne Grundgebühr und Mindestumsatz gegenübergestellt. Alleine vom Preis gibt es bei den verschiedenen Angeboten nur minimale Unterschiede, Grund genug für teltarif.de, das Angebot von blau.de mit einem Testkauf auf der Internetseite www.blau.de zu testen.
Reibungslose Onlinebestellung
So soll die SIM-Karte von blau.de aussehen ...
Die Onlinebestellung auf der Internetseite des Hamburger Unternehmens unterscheidet sich wenig von den üblichen Formularen anderer Prepaid-Discounter. Der kommmende Kunde kann aus einer begrenzten Anzahl an Nummern - bei blau.de meist im Nummernkreis 0163 734 - eine Rufnummer aussuchen und muss dann seine Adress- und Zahlungsdaten angeben. Bezahlt werden kann bei blau.de mittels Kreditkarte, Banküberweisung und Lastschrift. Bei Teilnahme am Lastschriftverfahren ist zu beachten, dass derzeit der Name des blau-Kunden identisch dem Kontoinhaber sein muss. blau.de empfiehlt die Angabe einer Kreditkarte, dann klappt der Versand der neuen SIM-Karte am schnellsten, im teltarif-Test binnen vier Werktagen.
Unmittelbar nach Bestellung erhält man per E-Mail eine Bestellbestätigung und die Bitte, die bei Bestellung angegebene E-Mailadresse zu verifizieren. Diese Verifizierung ist unbedingte Voraussetzung, denn sonst klappt später der Login mit Handynummer und Passwort auf blau.de nicht und der Kunde kann beispielsweise kein Guthaben nachladen oder seinen Einzelverbindungsnachweis nicht einsehen.
Erste Überraschung: Die SIM-Karte ist weiß
... und so sah die SIM-Karte von blau.de im teltarif-Test aus.
Etwas ungläubig haben wir schon geschaut als wir den Brief von blau.de öffneten, der die SIM-Karte enthielt. Dieser kommt deutlich nüchterner als die bunte und lebendige Internetseite daher. Die SIM-Karte macht den Eindruck, als wäre blau.de "die Farbe ausgegangen": Der übliche Plastikträger ist in schlichtem und nicht bedruckten Weiß gehalten, mit schwarzer Schrift ist www.blau.de aufgedruckt. Die eigentliche SIM-Karte trägt dann die Aufschrift blau 1. Auflage limited edition.
Telefonieren und Aufladen
Einlegen der SIM-Karte, lostelefonieren und das erste SMS-Schreiben funktioniert bei blau.de wie bei allen anderen Prepaid-Discountern auch problemlos. Allzu intensiv kann man die neue SIM-Karte erst einmal nicht nutzen, die zehn Euro Startguthaben reichen für etwa 50 Minuten Telefonieren oder gut 70 Kurzmitteilungen. Sinkt das Guthaben auf etwa fünf Euro, so erhält man automatisch eine Erinnerungs-SMS vom Anbieter, dass man sein Konto doch über die Internetseite www.blau.de wieder aufladen soll.
Verwirrungen bei der Aufladung
Nach Auskunft der FAQ-Seiten von blau kann man das Guthaben auf der Internetseite www.blau.de wieder aufladen. Allerdings ist auf der SIM-Karte von blau auch eine Kurzwahl mit der Bezeichnung Guthaben aufladen vorhanden, die auf die netzinterne Kurzwahl 1158 weiterleitet. Ruft man dort an, im Glauben, dass blau.de kurzfristig seine Serviceleistungen erweitert hat, wird man leider enttäuscht. Eine freundliche Stimme vom Band meldet sich mit dem Spruch "Die von Ihnen gewählte Durchwahl ist leider nicht vergeben". Schade, doch richtig unschön ist, dass wir später im Einzelverbindungsnachweis für diese Ansage ein kostenpflichtiges Gespräch von 49 Cent finden müssen.
Die automatische Aufladung kann auf blau.de konfiguriert werden, funktionierte aber beim teltarif-Test nicht reibungslos.
Der Aufladebereich der Internetseite bietet allerlei Möglichkeiten, das Guthaben aufzuladen. Die komfortabelste Variante ist die Auto-Aufladung. Hierbei kann der Kunde festlegen, dass bei Unterschreiten eines Guthabens von fünf, zehn oder zwanzig Euro jeweils 10, 15, 20, 25, 30, 40 oder 50 Euro nachgeladen werden. Alternativ kann man auch angeben, dass blau.de an jedem Monatsdritten 10, 15, 20, 25, 30, 40 oder 50 Euro auf das Prepaidkonto nachlädt. Diese beiden Aufladevarianten gehen nur, wenn man zuvor seine Kreditkartendaten bei blau.de hinterlegt hat. Das jeweilige Guthaben wird dann binnen 60 Minuten nach Abbuchung auf dem Prepaidkonto gutgeschrieben.
Weitere Aufladevarianten sind Banklastschrift und Überweisung. In letzterem Fall muss der Kunde mindestens zehn Euro auf das Konto von blau.de bei der Commerzbank Gütersloh überweisen. Als Verwendungszweck ist dabei die eigene blau.de-Handynummer anzugeben.
Automatische Aufladung soll einfachen Gebrauch von blau ermöglichen, funktioniert aber nicht
Ähnlich wie simyo bietet auch blau.de die Funktion einer automatischen Aufladung des Guthabenkontos an, wenn ein bestimmter Minimalbetrag unterschritten wird. Im teltarif-Test funktionierte diese Funktion allerdings nicht reibungslos. Unmittelbar nach Erhalt der SIM-Karte aktivierten wir diese Funktion auf der Internetseite von blau.de, allerdings wurde trotz eines deutlichen Unterschreitens des eingegebenen Minimalbetrages von fünf Euro kein neues Guthaben aufgeladen. Hier erhielten wir zwar eine Info-SMS, dass unser Guthaben nur noch wenige Euro beträgt, allerdings wurde keine automatische Aufladung angestoßen. Schwerwiegender war noch, dass ein laufendes Gespräch abgebrochen wurde und zwar in etwa zu dem Zeitpunkt, wo wir das festgelegten Guthabenminimum unterschritten haben. Kurz nach Erhalt der Info-SMS war es zudem für wenige Minuten nicht möglich, eine Gesprächsverbindung aufzubauen. Es ertönte ein Besetztzeichen, obwohl die Zielrufnummer zweifelsfrei erreichbar war.
Auch eine erneute Konfigurationsänderung, so dass bereits nach zehn Euro Guthaben nachgeladen werden sollte, klappte am Folgetag nicht. Auch hier schafften wir es wieder problemlos das Guthaben unter zehn Euro zu bringen, ohne dass in den folgenden zwölf Stunden eine Aufladung erfolgte.
Einzelverbindungsnachweis, Bonusguthaben und Rechnungen
Auch bei einer Prepaidkarte mag es für viele Kunden wichtig sein, detaillierte Informationen über die geführten Gespräche und ordentliche Rechnungen zu erhalten. Für alle ist es aber unabdingbar, ein transparentes und leicht verständliches Abrechnungssystem sowie ein übersichtliches Guthabenkonto vorzufinden.
Unübersichtliches Kundenkonto
Kundenkonto sowie Einzelverbindungsnachweis, der je nach Einstellungen ungekürzt, gekürzt oder überhaupt nicht angeboten wird, findet man bei blau.de nach dem Kundenlogin.
Das Kundenkonto wird dabei mit zwei Beträgen ausgegeben. Dies ist zum einen jenes Guthaben, dass aktuell auf der Prepaidkarte zur Verfügung steht. Dies wird als Telefon-Konto bezeichnet. Dabei werden alle Gespräche mit 19 Cent pro Minute und SMS mit 14 Cent pro Mitteilung abgerechnet, da nach Aussage von blau.de im Abrechnungssystem des Netzbetreibers E-Plus nicht der günstigere Preis aus der blau.de-Werbung eingegeben werden kann. Zum anderen wird hier das erworbene Bonusguthaben genannt (Bonus-Konto). Dieses wird ebenso wie das normale Guthaben auf volle Cent angegeben, so dass unklar bleibt, ob dort pro Einzelverbindung gerundet wird oder im Hintergrund doch mit mehreren Nachkommastellen gerechnet und verbraucherfreundlich erst bei Aufbuchung einmal gerundet wird.
Der Einzelverbindungsnachweis von blau.de
Im Einzelverbindungsnachweis stehen dann alle Gespräche und Mitteilungen aufgelistet, dort allerdings mit Original-Blau-Tarifen, nämlich 17,9 Cent pro Minute und 12,9 Cent pro Mitteilung. Der Einzelverbindungsnachweis wird allerdings nur einmal pro Tag aktualisiert, so dass in aller Regel nur Verbindungen bis zum Vortag gelistet werden.
Für den Verbraucher wird es so nahezu unmöglich, die einzelnen Berechnungen und Bewegungen auf dem eigenen blau-Konto zeitnah nachzuvollziehen, vor allem auch, weil alle drei wichtigen Anzeigen Telefon-Konto, Bonus-Konto und Einzelverbindungsnachweis mit unterschiedlichen Verzögerungen aktualisiert wurden. So kam es in unseren Tests vor, dass zehn bis dreißig Minuten nach einem Gespräch zuerst das aktuelle Guthaben reduziert wurde, zu diesem Zeitpunkt die entsprechenden Verbindungen aber noch nicht im Einzelverbindungsnachweis geführt wurden und auch das damit erworbene Bonusguthaben noch nicht gutgeschrieben wurde. Der Einzelverbindungsnachweis wurde bei unseren Tests meist deutlich schneller als angekündigt aktualisiert, das entsprechenden Bonusguthaben wurde teilweise schneller, teilweise aber auch noch langsamer als der Einzelverbindungsnachweis verbucht.
Unter Umständen verzögerte Bonusgutschriften
Aufgrund des oben geschilderten Prozederes in der Verbuchung der Gespräche und SMS kann es passieren, dass man Bonusguthaben erst mit der übernächsten Aufladung bekommt, obwohl blau.de eigentlich die kommende Aufladung zusagt. Verbraucht man nämlich mehrere Euro Guthaben in kurzer Zeit und erreicht dabei den Minimalaufladebetrag und klappt die eingespeicherte automatische Aufladung, so wird der dort hinterlegte Aufladebetrag aufgeladen, bevor das Bonusguthaben auf dem entsprechenden Kontoposten zur Verbuchung bereitsteht. Das gleiche kann passieren, wenn man sehr kurzfristig nach den Gesprächen manuell Guthaben nachlädt und das Bonusguthaben aus diesen Gesprächen noch nicht verbucht ist.
Abhilfe könnte hier eine Änderung in der EDV von blau.de schaffen, nämlich derart, dass die Aufbuchung des Bonus zeitgleich oder zeitnäher mit den Abbuchungen geschieht.
Rechnungen noch nicht verfügbar
Rechnungen werden in einem eigenen Bereich angezeigt und unmittelbar nach dem Auftrag, z. B. bei einer Guthabenaufladung, gelistet. Allerdings erfährt man dort bislang nur den Rechnungsbetrag und -nummer, ein Rechnungsdownload wird noch nicht angeboten. Dieser ist aber wohl geplant, so findet man dort Hinweise auf einen zukünftig geplanten Rechnungsdownload im pdf-Format. Dies ist für Unternehmen und Freiberufler derzeit sicherlich ärgerlich, die zeitnah eine umsatzsteuerlich korrekte Rechnung für Ihre Buchhaltung benötigen, für Privatkunden aber wohl zu verschmerzen.
Fazit
"Sei schlau, telefonier' blau" - dieser Slogan kann nach unseren Testerfahrungen nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Die weiße Blanko-SIM-Karte wird dabei sicherlich nur Experten zum Schmunzeln bringen und für "Otto-Normal-Telefonierer" absolut nebensächlich sein.
Der "normale" blau.de-Kunden wird aber ebenso wie wir einen Blick in den Kontobereich werfen und dort eine übersichtliche und plausible Auflistung erwarten. Die festgestellten Verzögerungen in der Darstellung des Guthabens, die völlig missglückten automatischen Aufladeversuche und per Telefonkurzwahl sowie die Gesprächsabbrüche, wenn das Guthaben knapp wird, werden aber auch diesen verwirren und verärgern, möglicherweise gar von der weiteren Nutzung seines Mobilfunkanschlusses bei blau.de abhalten. Gerade bei den Discount-Prepaidkarten entscheidet am Ende ja der Verbraucher über den Erfolg eines Angebotes vor allem, ob er eine Karte langfristig nutzt und immer wieder auflädt.
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26.09.2005 17:03 # ADS
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