Sonntag, den 03.02.13 15:50

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Opis Technology: Das Retro-Handy im Test

Bereits im August berichteten wir von den Retro-Geräten des Dresdner Unternehmens Opis Technology. Das Produktportfolio ist vor allem für die ältere Generation interessant und bringt den Charme der alten kabelgebundenen Telefone ins heimische Wohnzimmer. Anscheinend wecken die etwas anderen Handys auch das Interesse der jüngeren Generation und wir gestehen, auch auf uns haben sie eine gwisse Faszination. Ein guter Grund, die mobile Variante – das sogenannte Tischhandy – einem genaueren Test zu unterziehen.

Tischhandy mit Kabel

Die kultigen Retro-Telefone werden in zwei Varianten angeboten (wir berichteten). Die klassische Variante richtet sich an die Nutzer eins festen Telefonanschlusses und bietet volle Konnektivität zur TAE-Dose. Da allerdings immer mehr Menschen keinen althergebrachten Telefonanschluss mehr nutzen, bietet Opis Technology das Gerät auch mit einem Simkarten-Einschub als sogenanntes Tischhandy an. Ein solches Tischhandy haben wir freundlicherweise vom Hersteller zu Testzwecken zur Verfügung gestellt bekommen und nehmen es im Folgenden genauer unter die Lupe.

Lieferumfang

Beim Tischhandy sprechen wir noch von einem richtigen Handy, smartphonetypische Features und Funktionen sucht man verständlicherweise vergeblich. Entsprechend reduziert und an die Anforderungen angepasst kommt auch der Lieferumfang daher. Der Karton ist im Vergleich zu den meist kompakten Umverpackungen der gängigen Smartphones recht groß – das muss er aber auch, das Tischhandy ist alles andere als kompakt. Zum Lieferumfang gehört neben dem Hauptteil mit Wählscheibe der ansteckbare Telefonhörer und das Netzteil für die Stromversorgung. Zu guter letzt liegt noch eine Bedienungsanleitung in verschiedenen Sprachen bei. Diese bietet auf den hinteren Seiten auch ein spezielles manuelles Telefonnummernregister – nur der Stift fehlt.

Technische Details

Obwohl das Retro-Handy auf den ersten Blick kaum technische Features erwarten lässt, offenbart es bei genauerer Betrachtung doch den ein oder anderen Tribut an die moderne Technik. Basierend auf der GSM-Technologie unterstützt das Gerät alle Standard-Simkarten und bietet bis zu neun Schnellwahlnummern und einen eingebauten Lithium-Ionen-Akku mit etwa 5 Stunden Gesprächs- und einer Woche Standby-Zeit. Die Akkuladung und andere relevante Informationen können auf einer Anzeige  auf der Unterseite des Gerätes direkt neben dem Sinkarten-Einschub abgelesen werden.

Die verschiedenen Stadien werden durch farbige Leuchtdioden angezeigt. Die Akku-Anzeige ist durch eine orange Diode gekennzeichnet, die nur aufleuchtet, wenn das Gerät geladen wird oder die blinkt, wenn die Akkuleistung langsam zur neige geht. Leuchtet sie nicht, ist das Gerät entweder ausgeschaltet oder bereit zur Nutzung. Auch der Status der Simkarte wird mit einer roten Leuchtdiode angezeigt. Ist diese aus, ist das ein gutes Zeichen und alles ist in Ordnung. Leuchtet sie dauerhaft, wird die eingelegte Simkarte nicht erkannt, ein Blinken macht die Eingabe der Pin notwendig, ein sehr schnelles Blinken die Eingabe der Puk.  Zu guter letzt wird der Verbindungsstatus angezeigt. Auch er ist rot beleuchtet und nur kritisch, wenn er aufleuchtet oder blinkt.

Design und Optik

Optisch erinnert das Tischhandy nicht nur an die Wählscheiben-Telefone, wie sie früher üblich waren, sondern sieht täuschend echt genauso aus. Der Korpus und der Hörer bestehen aus Plastik und sind gut und nahtfrei verarbeitet. Die Wählscheibe lässt sich widerstandslos drehen und bietet sogar das typische ratschende Wählgeräusch der alten Zeit. Der Telefonhörer wird an einen speziellen Anschluss an der Unterseite des Tischhandys angeschlossen, das Ladekabel wird hinten eingesteckt.

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme ist jedoch ungewohnt. Da man kein Display und keine klassische Anzeige zur Verfügung hat und auch die gewohnten Knöpfe fehlen, muss man umdenken, um das Gerät funktionsbereit zu machen. Rückmeldungen über erfolgreiche Einstellungen werden durch bestimmte Klingelsignale gegeben. Einmal klingeln bedeutet „Eingabe akzeptiert“, zweimal klingeln das genaue Gegenteil. Dreimal klingeln zeigt eine niedrige Akkuladung an.

Zuerst einmal muss nach dem Anschalten jedoch die Pin eingegeben werden. Es empfiehlt sich, die Abfrage im Vorfeld nach Möglichkeit zu deaktivieren. Wir haben sie bewusst aktiviert gelassen und die Einstellungen und Vorgehensweisen zu testen. Nachdem der Hörer abgenommen wurde und das Besetztzeichen ertönt, kann die Pin über die Wählscheibe eingegeben werden. Obwohl wir kritisch waren, funktionierte dieser Vorgang überraschend gut und direkt beim ersten Mal erfolgreich. Das Gerät gibt mittels einem Klingeln zu verstehen, dass die Eingabe erfolgreich war und schaltet in den Betriebsmodus. Die Eingabe der Puk erfolgt simultan, sofern sie notwendig ist.

Telefonieren und Sprachqualität

Hat man sich an die Nutzung der Wählscheibe gewöhnt, geht die Eingabe einer Nummer erfreulich zügig und einfach von der Hand. Obwohl es in den ersten Minuten ungewohnt ist, ohne Rückmeldung oder Anzeige eine längere Nummer zu wählen, erkennt das Tischhandy die Eingabe korrekt und ohne Fehler. Die Durchstellung des Gesprächs dauert ein paar Sekunden, der Prozess wird durch kleine Piepsignale angezeigt und versprüht den Charme der alten Zeit.

Die Sprachqualität ist ebenfalls sehr gut und kommt ohne Rauschen und Störgeräusche daher. Der Gesprächspartner versteht jedes Wort und auch er wird sehr gut verstanden. Als großer Vorteil erweist sich der große Hörer und damit der große Lautsprecher und das Mikrofon. Anders als bei modernen Smartphones mit kleinen Mikrofonen und Hörmuscheln kann der Hörer des Tischhandys auch nicht direkt am Ohr ausgerichtet gehalten werden, ohne das die Sprach- und Hörqualität darunter leidet.

Ungewohnt ist gerade bei längeren Gespräche jedoch die mangelnde Mobilität, da der Telefonhörer kabelgebunden ist und beim Herumtigern in der Wohnung immer das ganze Gerät mitgenommen werden muss. Liebhaber alter Telefonklingeln kommen bei eingehenden Anrufen jedoch voll auf ihre Kosten. Das Klingelgeräusch erinnert an alte Telefone und ist nicht zu laut und nicht zu leisen. Das metallische Geräusch scheppert nicht und klingt voll und angenehm. 

Sonstige Features

Obwohl das Tischhandy kaum weitere Funktionen bietet müsste als das reine Telefonieren, wurde es mit einigen kleinen Gimmicks ausgestattet. Wie bei einem echten Festnetztelefon kann die eigene Ortsvorwahl eingespeichert werden um bei Ortsgesprächen das ständige Eingeben zu vermeiden. Auch die vom Telefonanbieter bereit gestellten Kurzwahlen, etwa für die Mailbox, können normal genutzt werden. Dafür muss die entsprechende Nummer gewählt und mit der Raute abgeschlossen werden.

Oft genutzte Telefonnummern können zudem als Schnellwahlen gespeichert werden und bequem über die Kombination aus Stern und der zugeteilten Zahl gewählt werden. Die voreingestellte Wählpause von 6 Sekunden, die Klingellautstärke, die Mikrofonempfindlichkeit, die Roamingsperre und die Pinbenutzung können ebenfalls über bestimmte Wählkombinationen verändert und den eigenen Wünschen angepasst werden.

Verfügbarkeit und Preis

Das Tischhandy von Opis Technology ist derzeit für 129 Euro erhältlich und kann direkt auf der Homepage www.opis-tech.com in verschiedenen Farben bestellt werden. Versandkosten fallen keine an. Wer das Tischhandy dennoch mobil nutzen möchte, kann die passende Tragetasche zum mobilen Transport gleich mit bestellen.

Fazit:

Das Tischhandy ist zwar kein Handy im klassischen Sinne, vereint aber perfekt die Vorzüge der mobilen Kommunikation ohne Festnetzbindung mit dem typischen Charme eines stationären Telefons. Durch die kultige Optik und die verschiedenen Farbmöglichkeiten ist das Retro-Gerät alles andere als Altbacken und macht im heimischen Wohnzimmer eine gute Figur. Doch nicht nur optisch kann das Tischhandy punkten, auch in Sachen Sprachqualität erlaubt es sich keinen Schnitzer.

Liebhaber der alten Telefone, die zudem auf den klassischen Festnetzanschluss verzichten möchten und eine mobile Simkarte nutzen, kommen voll auf ihre Kosten. All diejenigen, die trotz der Größe mobil unterwegs sein möchten, können es Dank des eingebauten Akkus auch unterwegs nutzen. Preislich ist das Gerät sicherlich nicht jedermanns Geschmack, die kultige Retro-Optik, die gute Sprachqualität und die trotz der Einschränkungen recht vielfältigen Funktionen sind jedoch den vergleichsweise hohen Preis wert.


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