Dienstag, den 08.10.13 13:30

aus der Kategorie: Samsung, Samsung Testberichte, TopNews

Samsung Galaxy Note 3 Testbericht (Teil 2) [Update]

Im ersten Teil unseres Testberichtes behandelten wir die Verpackung samt Simlock-Sperre-Aufkleber, das Design, das Display und die Hardware und Performance des Galaxy Note 3. Im zweiten Teil gehen wir näher auf die integrierte Software, die Kamera, die Konnektivität und den Akku ein. [Update] Bei unserem Testgerät zeigten sich Probleme bei der Kamera und Datenverbindung. Ein neues Testgerät wies nun deutlich weniger Probleme auf (s. Ende).

Galaxy Note 3 S-Pen

Samsung hat beim Galaxy Note 3 zwar viele neue und auch vom Galaxy S4 schon bekannte Funktionen integriert, aber erfreulicherweise das Smartphone nicht überladen. Zur alternativen Eingabe ist,  wie auch beim Vorgängermodell Galaxy Note 2, ein Stylus, der sogenannte S-Pen, an Bord.

Aus dem Radial-Menü kann der Nutzer alle wichtigen Funktionen oder markierte Ausschnitte aus Webseiten wählen, diese lassen sich problemlos abspeichern. Hübsches Feature ist die Bild-in-Bild-App. Mit dem S-Pen wird ein Viereck gezeichnet, darin tauchen selbst festgelegte Apps auf, diese Features funktionierte in unserem Test einwandfrei.

Note 3-Kamera mit Problemen

Gegenüber dem Vorgänger Note 2 ist die Auflösung der Kamera bei dem Note 3 auf 13 Megapixel angewachsen. Im Vergleich zum Note 2  fiel die Bildqualität der Kamera jedoch in unserem Test wesentlich schlechter aus. Sämtliche Aufnahmen wurden mit 13 Megapixel und „Auto“ aufgezeichnet. Die Note 3-Kamera kam sehr schnell an Ihre Grenzen. Sobald die Lichtverhältnisse nicht ausreichten, wurde das Ergebnis unscharf.

Aufnahme mit und ohne Sonnenlicht

Aufnahme mit und ohne Sonnenlicht

Bereits am frühen Abend zeigten sich deutliche Qualitätsunterschiede (siehe Foto). Selbst bei besten Lichtverhältnissen werden Fotos mit immerhin 13-Megapixel in der Regel nicht so detailgetreu und scharf (siehe weiteres Foto) wie beim Galaxy Note 2. Uns sind die Bildergebnisse rätselhaft. Hat Samsung hier die Kamera-Software nicht ausreichend optimiert oder arbeitet der Autofocus nicht einwandfrei? Oder tritt das Problem nur bei unserem Testgerät auf? Leider steht uns zwecks eines Vergleiches zur Zeit kein zweites Note 3 zur Verfügung. Vielleicht hängt der verspätete Verkaufsstart und die derzeitigen Lieferengpässe mit diesem Problem zusammen.

Trotz Sonnenlicht unscharf, wie an den Kieselsteinen zu erkennen ist.

Trotz Sonnenlicht ist das Bild unscharf, wie an den Kieselsteinen zu erkennen ist.

Aufnahmen mit Blitz-Aufnahmen teils miserabel

Ein weiteres Kamera-Problem ist die schlechte Qualität von Aufnahmen mit dem integriertem Blitz, wobei es egal ist, ob dieser durch die „An“ oder „Autofunktion“ ausgelöst wird. Die Mehrzahl der Aufnahmen mit  Blitz fallen unscharf, verwaschen oder unterbelichtet aus (siehe Foto). Kein Vergleich zu den Aufnahmen des Galaxy Note 2. Nach unserer Auffassung arbeitet der Blitz nicht einwandfrei. Entweder startet dieser nicht parallel zur Aufzeichnung oder er liefert stark verminderte Helligkeit, dies könnte auf einen Softwarefehler hinweisen. Videos gelingen in Full-HD zwar sehr gut, dafür ist der Video-Ton beim Abspielen über den Geräte-Lautsprecher schlichtweg miserabel. Das konnte das Note 2 ebenfalls wesentlich besser. Über den Kopfhörer ist die Tonqualität allerdings sehr gut.

Blitzfotos ohne Schärfe zum Detail-verwaschen

Blitzfotos ohne Schärfe zum Detail und verwaschen

Kamera-Features en Masse

Die Note 3 Kamera wartet mit umfangreichen Funktionen auf. Die maximale Auflösung von 13 Megapixel ist nur im Format 4:3 möglich, im 16:9 Format gibt es maximal 9,6 Megapixel. Folgende Modi stehen zur Verfügung: Auto, Schönes Portrait, Bestes Foto, Best Face, Sound and Shot, Panorama, HDR, Radierer, Sport, Drama und animiertes Foto. Selbstverständlich ist das Personalisieren vom ISO-Wert, Weißabgleich, das Auslösen per Sprachsteuerung u.s.w. möglich. Zudem ist eine große Auswahl an Szenen-Modi und weiteren „Spielereien“ integriert. Was uns nicht gefiel: Die Kamera samt Blitz ragt leicht aus dem Gehäuse hervor somit ist das Objektiv ungeschützt. Es ist daher leider unerlässlich vor dem Aufzeichnen eines neuen Fotos oder Videos die Objektiv-Oberfläche zu reinigen, ansonsten könnten die Aufnahmen unscharf werden. Interessantes Feature der Frontkamera: Das hier aufgezeichnete Bild kann im Hauptbild in Briefmarkengröße eingebettet werden.

Samsung Knox

Samsung Knox

Knox- das besondere Sicherheitsfeature

Samsung hat bei dem Galaxy Note 3 zwar viele neue und auch vom Galaxy S4 schon bekannte Funktionen integriert, allerdings erfreulicherweise das Smartphone damit nicht überladen. Die Sicherheitssoftware Samsung Knox, die es bislang nur für Business-Kunden gab, ist jetzt auch bei ausgewählten Galaxy-Modellen wie dem Note 3 oder S4 erhältlich. Knox basiert auf einem gesicherten Bootloader und Security Enhanced (SE) Android. Knox muss generell installiert und aktiviert werden, danach kann zwischen Knox und normaler Oberfläche gewechselt werden. Durch ein Passwort gelangt der Nutzer in den abgesicherten Modus, in dem nur einige Apps zugänglich sind. Alle Dateien die in Knox angelegt werden, sind auch nur hier im emulierten Gerätespeicher zugänglich. Ein Zugriff über Knox auf Dateien des normalen Modus ist nicht möglich.

Für jede Anwendung gibt es eine Anleitung

Für jede Anwendung gibt es eine Anleitung

Weitere Software im Überblick

Air Command bietet fünf Funktionen, wovon drei völlig neu sind. Durch einen Klick auf den Button des Stifts öffnet die App. Action Memo erfasst schnell Notizen und bietet eine Texterkennung. Mit Scrapbox lassen sich umfangreiche Multimedia-Inhalte, Bilder, URL`s und weitere nützliche Informationen, abspeichern. Mit Smart Search bietet das Note 3 eine neue globale Suche, dieser Dienst funktioniert App-übergreifend. Neu ist auch Multi-Threading, im Split-Modus können gleich zwei Programme geöffnet werden und auch unabhängig voneinander bedient werden. Selbst das gleichzeitige Öffnen von zwei Webbrowser ist möglich. In unserem Test funktionierte dies einwandfrei. Mit der Drag & Drop-Funktion können bei zwei geöffneten Programmfenstern deren Inhalte in das jeweils andere Fenster gezogen werden, das funktioniert auch mit Karten von Google Maps. Neu ist auch My Magazine, ein personalisierbarer RSS-Reader ähnlich wie der HTC One Blink Feed.

Menü Verbindungsübersicht

Menü Verbindungsübersicht

Konnektivität, Empfang und Akku

Das Note 3 bietet alle heute möglichen Verbindungsstandards. Neben dem WLAN-Standard inklusive 2,4 GHz und 5 GHz-Band, NFC, Bluetooth, Tethering und mobiler Hotspot, S-Beam (Dateien über NFC und Wi-Fi Dirext senden), DLNA, Infrarotsensor, ist auch die neuste LTE Funktechnologie LTE Cat 4 (mit theoretisch bis zu 150 Mbit/s im Downstream) vorhanden. LTE Cat 4 konnten wir mittels nicht vorhandener Option des Netzbetreibers leider nicht testen.

Der 3200 mAh (Vorgängermodell 3100 mAh) starke Akku bereitete uns große Freunde, denn er hielt knapp zwei Tage durch, trotz umfangreicher Nutzung in allen Bereichen. Bei „normaler“ Nutzung sollte er mindestens 3 Tage durchhalten. Für ein Smartlet mit Full-HD-Display in dieser Größe ein sehr guter Wert.

Galaxy Note 3 mit WLAN- und Netzproblemen

Bei unserem Note 3 gab es öfters WLAN-Probleme. Die Verbindung brach ab (Anzeige „zu langsame Internetverbindung“-aber Signalstärke sehr gut). Nach einem Neustart des Geräts funktioniert die WLAN-Verbindung wieder. Auch hatten wir Empfangsprobleme bis hin zum Abbruch der Netzverbindung. Wir testeten die SIM-Karte (gleicher Netzbetreiber, gleicher Standort) im Galaxy S4 und Galaxy Note 2, hier hatten wir zur gleichen Zeit 100 Prozent Empfang. Was der Grund hierfür ist, kann nur gemutmaßt werden, eventuell ist die Antenne anders verbaut als im Vorgängermodell, oder auch hier gibt es aktuell ein Software-Problem?

Verkaufspreise und Verfügbarkeit

Das Samung Galaxy Note 3 ist derzeit nur eingeschränkt verfügbar. Wir haben unser Gerät in einem Media Markt in Berlin für 699 Euro ohne Vertrag erworben, auch bei Saturn ist das Smartlet zum gleichen Preisen erhältlich. Samsung selbst gibt einen unverbindliche Preisempfehlung von 750 Euro an. Bei den Mobilfunkanbietern ist das Gerät aktuell noch nirgends erhältlich. Im Vodafone und o2-Shop kann das Gerät mit Vertrag und ohne Vertrag für 699,90 und 699 Euro vorbestellt werden. Bei der Telekom ist bisher nur eine Online-Vormerkung möglich.

Fazit: Starke Performance, schlechte Datenverbindung

Das neue Flaggschiff des koreanischen Herstellers kann sich sehen lassen. Hochwertiges Aussehen, sehr gute Verarbeitung, ein scharfes und kontrastreiches Full-HD-Display und ausgewählte Software zeichnen den Androiden aus. Wie zu erwarten ist an der Performance nichts auszusetzen. Der Snapdragon 800 samt 3 GB RAM haben leichtes Spiel mit dem Smartphone. Getrübt wurde der gute allgemeine Eindruck durch einige  prägnante Probleme mit dem Empfang, der teilweise sogar abbrach. Auch die WLAN-Verbindung brach des Öfteren ab, obwohl die Signalstärke sehr gut war. Dieses Problem konnte nur durch einen Neustart behoben werden.

Die 13-Megapixel-Kamera ist nur Mittelmaß, sie liefert unscharfe oder unterbelichtete Bilder bei Blitzaufnahmen und kommt bei geringem Licht extrem schnell an Ihre Grenzen. Ob hier ein Softwarefehler unseres Testgerätes vorliegt oder der Hersteller einfach die Kamera-Software nicht ausreichend optimiert hat, steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht zweifelsfrei fest. Ein 700 Euro Smartphone darf sich jedenfalls solche Patzer nicht leisten.

Wir werden in den nächsten Tagen ein weiteres Galaxy Note 3 testen, um ein Fehlfunktion an unserem Testgerät auszuschließen. Unsere Leser werden wir mit einem Update über die Ergebnisse informieren. Gut möglich, das die ersten Geräte diverse Software-Probleme aufweisen, dies könnte auch die derzeit eingeschränkte Verfügbarkeit erklären.

Update: Getauschtes Note 3 fast ohne Probleme

Wir haben unser Testgerät gegen ein aktuelles Galaxy Note 3 getauscht um sicher zu gehen, dass die im Test genannten Probleme nicht Modell-spezifisch sind.

Die Kamera funktionierte jetzt einwandfrei und lieferte scharfe und kontrastreiche Bilder bei guten Lichtverhältnissen. Mit der LG G2- Kamera (ebenfalls 13-Megapixel) konnte sie aber nicht mithalten, insbesondere nicht im Blitzlicht-Modus oder bei schwachen Lichtverhältnissen. Das Problem bei Blitzlicht-Aufzeichnungen unseres Testgerätes tauchte bei dem Tauschgerät nicht wieder auf. Soweit wir es beurteilen können, lag das genannte Problem an der Fokussierung bei dunkler Umgebung. Beim ersten Testgerät startete kein Licht um eine Fokussierung zu ermöglichen. Infolgedessen konnten Aufnahmen mit Blitz nicht scharf erscheinen. Im neuen Smartphone funktionierte die Fokussierung nun ohne Probleme. Warum Samsung keinen optischen Bildstabilisator (OIS) integrierte, bleibt uns ein Rätsel.

Verbindungsprobleme fast behoben

Die WLAN-Verbindung hatte auch bei dem Austauschgerät  Probleme (Anzeige: „zu langsame Internetverbindung, wird auf mobiles Netz umgeschaltet“.) Wir nutzen einen Telekom-Router Speedport W503V. Normalerweise sollte der Router automatisch die bestmögliche WLAN-Verbindung wählen (2,4 GHz oder 5 GHz). Diese Bänder unterstützt auch das Note 3. Um sicher zu gehen, dass nicht der Speedport-Router Schuld an den WLAN-Abbrüchen war, haben wir das Note 3 mit einen anderem Router eines anderen Herstellers verbunden. Hier traten keine Störungen mehr mit der WLAN-Verbindung auf. Dennoch bricht der Netzempfang des Galaxy Note 3 besonders an Orten mit schwachem Handynetz mitunter ab. Im Vergleich zum Vorgänger Note 2 ist die Empfangsqualität subjektiv schlechter.

Noch ein Tipp: Besitzer des neuen Galaxy Note 3 müssen die KIES-Version 3 installieren, denn KIES 2 ist nicht kompatibel mit dem Note 3. Vom Note 2 oder Galaxy S4 mit KIES 2 gesicherte Daten können aber trotzdem wiederhergestellt werden.


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