Dienstag, den 14.01.14 12:02

aus der Kategorie: Debitel / Mobilcom, TopNews

mobilcom-debitel: Hotspot kostet Kunden 900 Euro in 19 Tagen [Update]

Update: Knapp drei Wochen nach unserer Kontaktaufnahme mit mobilcom-debitel erhielt der Betroffene Kunde Post von seinem Anbieter mobilcom-debitel. Im Schreiben wurden dem Kunden die komplette Erstattung der WLAN-Gebühren von etwa 900 Euro mitgeteilt. Der Alt-Vertrag bleibt auf Wunsch des Kunden weiterhin gesperrt. mobilcom-debitel zeigte sich somit sehr kulant, auch wenn einige Tage (teils feiertagsbedingt) bis zur Klärung des Sachverhalts vergingen. Es bleibt zu hoffen, dass im Sinne der Kunden zukünftig auch der Kostenschutz bei Drittanbietern rechtzeitig greift.

Eigentlich sollten überhöhte Mobilfunkrechnungen in der Zeit von Allnet-Flats, Internet-Flats und angepriesenen Kostenschutz der Vergangenheit angehören. Doch leider ist dies immer noch Wunschdenken, wie ein aktueller Fall eines mobilcom-debitel Kunden beweist. Für die Nutzung eines Telekom-Hotspots soll der Kunde für 19 Tage stolze 900 Euro zahlen.

Malheur beginnt bei Beratung vor Ort

Um durch einen Tarifwechsel Kosten zu sparen, besuchte der betroffene Kunden einen mobilcom-Shop vor Ort. Doch statt einem Tarifwechsel – wohl der Händlerprovision wegen – wurde dem Kunden ein neuer Vertrag „SuperFlat Allnet Spezial Promotion“ im Vodafone-Netz angedreht. Der bisherige Tarif „Flat All-Star Aktion“ im Telekom-Netz wurde auf den Call XS Tarif herabgestuft, ohne den Kunden genauer über die Konditionen schriftlich oder mündlich zu informieren.

Telekom HotSpot-Flat nicht mehr inklusive

Was der Kunde nicht wusste: Durch das Tarif-Downgrade zum 1. Dezember war die zu Vertragsbeginn eingerichtete Telekom HotSpot-Flat auf dem Smartphone nicht mehr inklusive. Trotz der Herabstufung behielten allerdings die Zugangsadaten des Telekom HotSpots weiterhin ihre Gültigkeit. Fortan wurden für jede WLAN-Verbindung teure 9 Cent pro Minute berechnet.

© WoGi - Fotolia.com

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Automatische HotSpot Einwahl auf Arbeitsstätte

Unglücklicherweise hatte der Kunde die automatische HotSpot Einwahl auf dem Smartphone aktiviert. Da sich ein Telekom HotSpot ausgerechnet in der Arbeitsstätte befand, wurde jeden Tag automisch eine WLAN-Verbindung mit dem Telekom HotSpot aufgebaut. Eine Zwangstrennung erfolgte erst nach 6 Stunden (siehe Screenshot Einzelverbindungsnachweis).

900 Euro Kosten in 19 Tagen

Durch die automatische Einwahl beliefen sich die Kosten für 8 WLAN-Verbindungen in der Dezember Rechnung (01.12.2013 – 04.12.2013) alleine auf 178 Euro brutto. Als der Kunde den hohen Rechnungsbetrag auf seinen Kontoauszügen feststelle, waren für den aktuellen Rechnungszeitraum (05.12. – 19.12.2013) laut mobilcom-debitel Kosten-Check bereits weitere 722 Euro angefallen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für 19 Tage damit auf 900 Euro.

Rückbuchung führt zur Sperrung der Mobilfunkanschlüsse

Geschockt durch die hohe Mobilfunkrechnung und ausstehenden Kosten ließ der Mobilfunkkunde die komplette Lastschrift zunächst zurücküberweisen. Nach einem Gespräch mit dem mobilcom-debitel Kundenservice wurde der Betrag aufgrund einer drohenden Anschlusssperre wieder überwiesen. Trotz bestätigten Zahlungseingang wurden beide Mobilfunkanschlüsse unter der geführten mobilcom-debitel Kundennummer gesperrt. Erst ein Hinweis des Kunden führte überhaupt zur Sperrung des Anschlusses.

PressebildKeine Leistung trotz bezahlter Rechnung

Der Kunde ist zwar seit der Anschlusssperrung noch unter beiden Rufnummern erreichbar, konnte aber auch über Weihnachten keine Anrufe tätigen und seine Internet-Flat nicht nutzen, obwohl bisher alle offenen Rechnungen beglichen wurden. Statt den heruntergestuften Alt-Vertrag zu sperren, hat der Mobilfunkprovider beide Anschlüsse aus „Kostenschutzgründen“ gesperrt.

Kostenschutz? mobilcom-debitel verletzt Fürsorgepflicht

Laut einem Gerichtsurteil des Oberlandes Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts. (Az 16 U 140/10) unterliegt der Mobilfunkanbieter einer Fürsorgepflicht und muss den Kunden rechtzeitig vor Kostenfallen warnen. In diesem Fall wurde der Kunde keineswegs gewarnt, obwohl die letzte und aktuelle Rechnung um ein vielfaches über den bisherigen Mobilfunkrechnungen von durchschnittlich 40 Euro lag. Die Kosten wurden zwar durch einen Drittanbieter (Telekom) verursacht, dennoch waren die Verbindungsdaten ohne große Verzögerung in der mobilcom-debitel Kostenkontrolle ersichtlich und damit auch für den Anbieter verfügbar.

Stellungnahme von mobilcom-debitel Pressestelle

Mobilfunk-Talk hat der mobilcom-debitel Pressestelle am 23. Dezember den Sachverhalt geschildert. In einer ersten Reaktion wolle man sich um eine schnelle Lösung für den Kunden bemühen. Dafür sei aber eine Einigung zwischen mit dem Drittanbieter (Telekom) notwendig. Über das Ergebnis wolle man unsere Redaktion in Kürze informieren. Sobald Mobilfunk-Talk eine endgültige Stellungnahme bzw. Ergebnis von mobilcom-debitel vorliegt, werden wir darüber berichten.

Fazit: Vorsicht vor Tarif-Downgrade und Kundenberater

Trotz Roaming-Kostenschutz und Internet-Flat laufen Mobilfunkkunden weiterhin Gefahr horrende Mobilfunkrechnungen zu bekommen. In diesem Fall führte ein Tarif-Downgrade beim Mobilfunkprovider mobilcom-debitel durch unzureichende Beratung und mangelnder Fürsorge zu den hohen Kosten. Trotzdem sind Kunden dazu angehalten, selbst Tarifdetails genau zu überprüfen und nicht nur den Aussagen eines Shop-Mitarbeiters zu vertrauen.

mobilcom debitel Einzelverbindungsnachweis

Einzelverbindungsnachweis des mobilcom-debitel Kunden


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11 Kommentare zu mobilcom-debitel: Hotspot kostet Kunden 900 Euro in 19 Tagen [Update]

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  1. Jan E schrieb am 12.01.2018 um 21:58

    Hilfe…ich hab grade erst eine 280€ rechnung von dezember zu früh bekommen (ende dez. statt januar)die ich nicht zahlen kann, jetzt sind daraus trotz kartensperrung innerhalb von 2 wochen 477€ geworden ?! Alles begann mit einer hotspotflat im telekom netz bei mobilkom debitel, „keine zusatzkosten können entstehen sagte der shopmitarbeiter, erste rechnung kommt erst im januar sagte der shopmitarbeiter“…falsche app zum einloggen : und jetzt das. dabei habe ich nichtmal die vertragsunterlagen, da der mitarbeiter intern mit debitel noch mal darüber sprechen wollte. Was mache ich nun ?!

    • Carmen Hornbogen schrieb am 15.01.2018 um 16:02

      Dazu wenden Sie sich am besten an eine Verbraucherzentrale in ihrer Nähe oder einen juristischen Fachmann. Mit besten Grüßen.

  2. Yohannis55 schrieb am 19.01.2014 um 21:36

    Apropos provisionsgeil:
    Als ich meiner alten Mutter bei der Telekom das CLIP freischalten lassen wollte, meinte die Mitarbeiterin dort, tja das ginge nicht so einfach mit der alten Technik des alten Vertrages, da gibt es doch einen neuen Tarif, da könnte man das machen…
    Ich ging darauf gar nicht ein, weil ich doch die Tricks kenne. Meine Mutter telefoniert nie so viel und zahlt nur selten mehr als 22 Euro im Monat. Und die Moral von der Geschicht: Natürlich wurde CLIP endlich freigeschaltet und der Vertrag blieb der alte!
    PS: Ich mag die Telekom und hab dort selber einen Vertrag. Aber die wollen einem immer nen teureren Tarif aufschwatzen…

  3. Bremer schrieb am 29.12.2013 um 12:12

    Ich werde echt immer ein Stück mehr enttäuscht, wenn ich sehe welch Qualität an Artikeln herrscht. Ich arbeite nicht in einem Shop, aber den Mitarbeiter als provisionsgeil zu bezeichnen, würde ich nicht zustimmen. Der Kunde hatte bisher Rechnungen von durchschnittlich 40€, wobei die Superflat Allnet Spezial 20€ monatlich kostet (habe auch den Tarif). Ich denke eher der Verkäufer wollte dem Kunden was günstigeres anbieten. Eine Sache verstehe ich wirklich nicht:
    Der alte Vertrag des Kunden wurde runtergestuft, weil er eine neue Karte im Vodafone Netz bekam. Heißt also, die alte Karte sollte er nicht mehr nutzen, sondern die neue. Und das meine ich mit Qualität, weil im Artikel garnicht darauf eingegangen wird. Was kann der „provisionsgeile“ Unmensch dafür, wenn der Kunde nicht die neue Vodafonekarte nutzt, sondern die alte telekomkarte? Nur deswegen sind die Kosten entstanden. Der Kunde benutzte die alte weiterhin. Hätte er die neue benutzt, wäre alles nicht passiert.

    • Thomas Scheckenbach schrieb am 29.12.2013 um 12:39

      Hallo Bremer,

      die Hotspot Zugangsdaten des Erst-Vertrags sind unabhängig von der SIM-Karte. Diese können mit jedem beliebigen Endgerät (Smartphone, Tablet, PC) genutzt werden.

      Der Telekom-Vertrag war mitterlweile fast 1 1/2 Jahre alt. Inzwischen gibt es günstigere Tarife im Telekom-Netz, eine Vertragsverlängerung mit Tarifwechsel wäre auch möglich gewesen.

      Alles wäre auch halb so schlimm gewesen, wenn hier der interne Kostenschutz gegriffen hätte. Der Artikel soll speziell auf diese Lücke hinweisen um ähnliches zukünftig anderen Kunden zu ersparen. Kein Anbieter möchte doch unzufriedene Kunden, wenn es sich vermeiden lässt.

      • Bremer schrieb am 11.01.2014 um 12:41

        Hallo Thomas,

        Dann schau dir bitte den Screenshot an. Die alte Nummer wurde vom Kunden noch verwendet – zu sehen an den SMS, die verschickt wurden. Lücke hin oder her, im Artikel wird der Verkäufer als „provisionsgeil“ bezeichnet, was unfair ist.

        Zu deinem Punkt, die Telekom habe mittlerweile günstigere Tarife. Dem kann ich zustimmen, allerdings hat die Telekom keine Allnet-flat für 19,99€ mtl zu dem Zeitpunkt gehabt.

        • Thomas Scheckenbach schrieb am 14.01.2014 um 13:00

          Hallo nochmal,

          die alte Rufnummer ist die 0160 Nummer, die neue mit der Vorwahl 0174. Die Daten des Hotspots waren im Smartphone eingespeichert, dabei spielt es keinerlei Rolle welche SIM-Karte man nutzt. Der HotSpot war bis zur Umstellung bei der 0160 Nummer inklusive.

          Es ist keine direkte Bezeichnung von „provisionsgeil“ im Artikel vorhanden, sondern „wohl der Händlerprovision wegen“ als Mutmaßung.

          Gruß

  4. Steffen Schäfer schrieb am 26.12.2013 um 11:36

    Ich kann Ralf nicht ganz zustimmen. Natürlich hätte der Kunde sich besser informieren müssen. Aber alle Netzbetreiber fungieren bei mobilcom-debitel sozusagen als „Drittanbieter“, oder nicht? Wenn es keinen Schutz für den Kunden vor solchen Beträgen gibt, klafft hier noch eine gewaltige gesetzliche Lücke.

    Eigentlich müsste bei der Telekom Hotspot-Nutzung ab einem Betrag von 4,95€ pro Tag das ganze automatisch zu einer Tagesflat umgewandelt werden. Für mich sind die aktuellen Tarife gerade für Kunden reinste Abzocke!

  5. Norbert schrieb am 26.12.2013 um 11:36

    Gleiches ist mir vor einigen Jahren in einem VF-Shop in HH passiert. Eigentlich war ich nur zur Begleitung meiner meiner Tochter mit, welche sich ein neues Handy kaufen wollte.
    Der sehr engagierte Verkäufer fragte den auch gleich nach meinem Vertrag und dem mobilen Telefonie-Verhalten. Um es kurz zu halten: die nächste Rechnung fiel statt der damals üblichen 50€ – 60€ gleich mit 180€ (!!) überragend hoch aus, weil der wahrscheinliche provivionsgeile Verkäufer sich in Wirklichkeit gar nicht für mein Telefonie-Verhalten interessierte sondern nur welchen Vertrag er einem Trottel wie mir andrehen kann, an dem er am meisten verdient!
    Ähnliches Spiel: Rückbuchung des Betrages, weil ich an einen Fehler glaubte, Sperrung des (geschäftlich wichtigen) Anschlusses, kostenpflichtige Änderung des Vertrages auf den alten Stand.
    Fazit: Nie wieder VF-Shop, egal wo!

  6. Ralf schrieb am 26.12.2013 um 10:04

    Der Kunde ist hier in der Pflicht. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Informiert sich der Kunde nicht vollumfassend, trägt er die Schuld in größerem Maße. Fürsorgepflichten betreffen die eigenen Systeme und nicht die von dritten Anbietern, auch wenn diese auf der Rechnung zügig auftauchen.

    Rechtsanspruch gibt es keinen, ist eine Sache reiner Kulanz.

    • Sandro Julitz schrieb am 26.12.2013 um 12:38

      Mahlzeit/ ich bin etwas durcheinander…
      Auch ich nutze mit den Zugangsdaten den Telekom Hotspot in ganz D.
      Dabei ist es egal welches Handy bzw welches Netz ich mit habe.
      Ich logge mich immer mit meinen Telekom Daten ein wie zum Beispiel 0171123467@t-mobile.de und dann das PW.
      Keine Mehrkosten

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