Handy weg; Alles weg. Nicht nur der finanzielle Verlust schmerzt meist erheblich. Besonders heute, wo wir beinahe unser komplettes Leben über Handy, Smartphone, Pager und Co. organisieren, ist es kaum zu verkraften, wenn alle Mobilfunknummern, SMS, die Anruflisten, die Fotos oder was sonst noch auf dem Handy hinterlegt war, abhanden gekommen sind. Natürlich kann man Tag und Nacht über sein Gerät wachen, aber wer schafft das schon? Und auch dann ist nicht garantiert, dass nicht ein Langfinger doch geschickter ist, als wir ihm mit den Augen folgen können.
Gerade im Urlaub ist das eigene mobile Gerät häufig gefährdet: Aus diesem Grund haben Unternehmen an Lösungen gefeilt und durchaus intelligente und nützliche Ergebnisse gefunden.
Samsung statte seine Geräte mit uTrack aus
Samsung ist weltweit der erste Hersteller, der seine neuen Geräte serienmäßig mit dem Aufspürprogramm uTrack ausstattet. Der Besitzer des Handys bzw. Smartphones muss lediglich die Funktion aktivieren und in seinem Gerät die Mobilfunknummer eines Freundes, Kollegen oder Familienmitgliedes hinterlegen.
Wechselt das Mobiltelefon nun auf dubiose Weise den Besitzer und legt dieser eine neue SIM-Karte ein, sendet das Programm dessen Rufnummer sowie die IMEI-Geräteidentifikationsnummer des Gerätes per SMS an die hinterlegte Adresse. Zum einen kann der Geschädigte nun selbst zur Tat schreiten und den Dieb zur Rückgabe des Gerätes auffordern, zum anderen handelt es sich hierbei um ein Delikt, sodass mit den Daten auch zur Polizei gegangen werden kann, die die Möglichkeit hat, den unehrlichen “Finder” aufzuspüren.
Handys per Fernsteuerung unbrauchbar machen und Daten retten
Der britische Anbieter für Sicherheitssysteme Remote XT hat eine Lösung entwickelt, bei der sich die entwendeten Geräte praktisch per Fernsteuerung unbrauchbar machen lassen.
Meldet der rechtmäßige Besitzer sein Handy über die Remote-XT-Hotline als gestohlen, aktiviert das System einen permanenten Rufton auf dem Handy. Erst wenn der Akku entfernt wird, endet das schrille Gepiepe. Somit ist das Handy für den “neuen Besitzer” unbrauchbar. Doch Remote XT veranlasst noch mehr. Alle persönlichen Daten werden sofort auf den Firmenserver heraufgeladen und dann von Handy uns SIM-Karte gelöscht. Über den Server aber sind sie jederzeit verfügbar und können so zum Beispiel auch auf die neue SIM-Karte des neuen Handys des Bestohlenen heruntergeladen werden.
Bisher gibt es in Deutschland leider noch kein Netzanbieter, der diesen Dienst unterstützt, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Spy Call: Dieb merkt Nichts
Ein indisches Unternehmen für mobile Sicherheitssysteme hat mit Maverick Secure Mobile (MSM) seine ganz eigene Lösung entworfen, um mit Handydieben fertig zu werden. Die Software kann einfach auf dem Handy installiert werden.
Legt der Handyklauer eine neue SIM-Karte ein, passieren Dinge, von denen er Nichts mitbekommt: Automatisch, und ohne jegliches Zutun des Diebes sendet das Handy alle Daten wie Kontakte, Fotos oder SMS an eine vorher festgelegte Handynummer und verschlüsselt sie sofort auf dem eigenen Speicher, sodass der Klauer sie nicht lesen kann. Darüber hinaus meldet das Handy seine derzeitige Position an die Nummer. Das ist aber noch lange nicht alles: Der Geschädigte kann über die angegebene Handynummer (ggf. eines Freundes etc.) die Gespräche des neuen unrechtmäßigen Besitzers mithören und ein- und ausgehende SMS lesen.
Klingt an sich durchaus ein wenig makaber. Für den deutschen (europäischen) Markt müsste die Software natürlich vorher noch auf datenschutzrechtliche Bedingungen hin überprüft werden.
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Jannis Prieschenk
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