Mittwoch, den 11.11.15 13:01

aus der Kategorie: Handy Gerichtsurteile

Urteil: Streichpreise nicht immer zulässig

Urteil Streichpreise sind unzulässigStreichpreise nicht zulässig – Die Werbung mit sogenannten Streichpreisen ist nicht immer zulässig. Das Landgericht Bochum untersagte einem Händler, Streichpreise zu benutzen, die auf einem nicht vorhandenen UVP-Preis beruhen und den Countdown für diese regelmäßig zurückzusetzen.

Urteil: Streichpreise nicht zulässig

Im Handel sind Streichpreise ein gewohntes Bild. Nicht nur Shops, Filialen und Läden werben mit den Rabatten, auch zahlreiche Onlinehändler streichen den üblichen Preis eines Produktes gern durch, um auf eine besondere Aktion oder einen attraktiven Rabatt hinzuweisen.

Nicht immer ist die Verwendung von Streichpreisen zulässig, ein zu unbedachter Umgang kann schnell als Irreführung ausgelegt werden. Wie e-recht24.de berichtet, wurden zu überschwänglich eingesetzte Streichpreise nun einem Händler zum Verhängnis, dem das Landgericht Bochum die weitere Verwendung untersagte.

Im vorliegenden Fall bot der Händler eine iPhone-Schutzhülle zum Preis von 7,99 Euro an und bewarb diese mit einem durchgestrichenen Originalpreis. Die angebliche Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers betrug dem Angebot nach 29,99 Euro und wurde im Rahmen der Aktion auf 7,99 Euro gesenkt. Das Problem: Eine Preisempfehlung hatte der Hersteller nie ausgesprochen, auch andere Shops verkauften die Hülle deutlich unter der angeblichen UVP.

Vorsicht bei irreführenden Streichpreisen

Des Weiteren bewarb der Händler das Angebot mit einem Countdown, der die verbleibende Aktionszeit herunter zählte, während der die iPhone-Hülle zum Rabattpreis gekauft werden konnte. Nach Ablauf der Frist wurde das Angebot jedoch nicht beendet, stattdessen stellte sich die Uhr zurück und begann bei 96 Stunden erneut loszulaufen und runterzuzählen.

Urteil Gericht © Gina Sanders - Fotolia.com

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Ein Konkurrent sah das Vorgehen als Irreführung an und beauftragte das Landgericht Bochum damit, die Zulässigkeit zu klären. Die Richter schlossen sich der Meinung an und untersagtem dem Händler unter dem Aktenzeichen 14 O 55/15 die Verwendung des Streichpreises mit der nicht vorhandenen UVP. Da der Hersteller eine solche nie ausgesprochen habe, könne sie auch nicht zur Bewerbung des Produktes herangezogen werden, heißt es.

„Der Händler täuscht die Kunden mit dem durchgestrichenen Preis und dem darunter befindlichen günstigeren Preis“, erklärt e-recht24.de. „Die Werbung erzeugt bei Ihnen den Eindruck, dass es sich um eine Kostenersparnis handelt. Diese besteht in Wirklichkeit aber nicht.“ Auch der irreführende Countdown mit der rückwärtslaufenden Uhr wurde vom Gericht gerügt: „Sie täuscht die Kunden darüber, dass die angebliche Ersparnis nur für eine bestimmte Zeit verfügbar sei. Da das „Sparangebot“ aber auch nach Ablauf der 96 Stunden verfügbar war, bestand kein Zeitdruck für die Kunden. Durch die Uhr werden sie aber zu einer schnelleren Kaufentscheidung angeregt.“


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