Montag, den 14.12.15 12:00

aus der Kategorie: TopNews, Yourfone

yourfone: Neue Shopstruktur ein Verlustgeschäft?

Yourfone Shopyourfone Shops – Die im Sommer neu eröffneten yourfone Shops schreiben noch immer rote Zahlen. Zahlreiche Shopbetreiber, die vor einigen Monaten kurzfristig von o2 oder BASE zu yourfone wechselten, bangen um ihre Existenz. Ein neues Absicherungsmodell soll die Wut der Shopinhaber nun besänftigen, führt jedoch zu geteilten Meinungen.

yourfone Shops ein ein Verlustgeschäft?

Mit der ehemaligen E-Plus-Marke yourfone wollte Drillisch in den von den vier Netzbetreibern Telekom, Vodafone, o2 und BASE sowie dem Provider mobilcom-debitel beherrschten stationären Handel vordringen und Interessenten vom Onlineshop in die Filiale locken. Der ehemalige Discounter yourfone wird seit Anfang Juli 2015 als Premiummarke angeboten und kann in zahlreichen yourfone Shops erworben werden.

Zu diese Zweck hatte Telefónica nach der Übernahme von E-Plus rund 300 o2- und BASE-Filialen an Drillisch übergeben, die zum Teil in yourfone Shops umgewandelt wurden. Die Umstrukturierung erfolgt kurzfristig und binnen weniger Wochen, zahlreiche Shopbetreiber fühlten sich übergangen und unter Druck gesetzt. Auch das in einer erste Version vorgelegten Provisionsmodell ließ viele Fragen offen, die von Telefónica zugesicherte Abfindung hielten viele für einen schlechten Scherz.

Wie Telecom-Handel berichtet, waren die Sorgen der Shopbetreiber nicht unbegründet. Den Angaben zufolge schreiben ein halbes Jahr nach der Eröffnung noch immer zahlreiche Shops rote Zahlen, die von Telefónica und Drillisch versprochenen Erfolge bleiben aus. Der Wechsel zu yourfone hat sich für viele als Verlustgeschäft erwiesen, welches in naher Zukunft zur Aufgabe führen wird.

yourfone Shops: Kaum erfolgreich

„Die Verluste sind einfach enorm, da stehen jede Menge Existenzen auf dem Spiel. Wir wissen ehrlich gesagt nicht mehr, wie wir das stemmen sollen“, zitiert Telecom-Handel einen Mitarbeiter der Drillisch-Marke. „Anfangs habe ich Yourfone ja wirklich positiv gesehen. Aber diesen Monat ist Schluss. Ich packe das einfach nicht und werde definitiv die Kündigung rausschicken“, erklärt ein anderer.yourfone

Das Hauptproblem scheint das fehlende Interesse der Kunden zu sein, die Abschlusszahlen unter yourfone sind im Vergleich zum ehemaligen o2- und BASE-Geschäft häufig um mehr als 75 Prozent eingebrochen. „Nach dem Umflaggen hatten wir noch einen vergleichsweise guten Monat, aber dann wurde es immer schlechter. Während es beim alten Netzbetreiber noch weit über 100 Karten pro Monat waren, kommen wir jetzt noch auf 20 bis 25“, heißt es. „Bei etwa 60 bis 80 Euro Provision pro Karte komme ich damit auf vielleicht 1.000 Euro Provision. Das reicht nicht einmal für meine Ladenmiete“, bestätigt ein weiterer Mitarbeiter. „Die Zielvereinbarung basiert auf Ergebnissen, die man einfach nicht schaffen kann. Und selbst wenn ich sie erreichen würde, gäbe es immer noch nicht genug Geld, um in die Gewinnzone zu kommen. Wenn wir nicht noch andere Shops hätten, wären wir längst pleite.“

Um der negativen Ertragslage Herr zu werden, haben einige Betreiber den Angaben zufolge die Kernöffnungszeiten und das Personal reduziert. Andere vertreiben – trotz Verbot – Simkarten anderer Anbieter unter der Ladentheke, um sich mit den Provisionen über Wasser zu halten. „Die Story ist noch nicht rund. Aber es muss einfach eine Lösung her. Entweder es passiert jetzt etwas ganz Großes, oder es geht zu Ende“, prognostiziert ein Partner.

yourfone will Probleme angehen

In einem Interview mit Telecom-Handel gibt Yourfone-Vorstand Heiko Hambückers zu, mit dem noch jungen Shopkonzept einen nicht optimalen Start hingelegt zu haben: „Ich habe relativ schnell festgestellt, dass bei den Partnern großes Rumoren herrscht. Und ich kann auch sehr gut verstehen, dass in den ersten zwei oder drei Monaten nicht alle Erwartungen der Partner erfüllt wurden.“

Das Hauptproblem seien, so Heiko Hambückers, die fehlenden Bestandskunden. „Bei den Monobrand-Shops der anderen Netzbetreiber sind rund 80 oder 90 Prozent derjenigen, die in einen solchen Shop gehen, Bestandskunden“, erklärt der Manager. „Was wir an echten Neukunden generieren können, reicht nicht aus, um die Profitabilität unserer Partnershops zu gewährleisten. Was im Vergleich zu anderen fehlt, ist das Vertragsverlängerungsgeschäft sowie das Zusatzgeschäft in den Bestand.“

Um die verärgerten Betreiber und Mitarbeiter der yourfone Shops zu besänftigen, will das Unternehmen ihnen ein neues Absicherungsmodell anbieten: „Dabei geht es um die Differenz zwischen den Erlösen aus dem normalen Provi­sionsmodell und den tatsächlichen Kosten für den Shop. Wir haben uns die Ladenmiete und Öffnungszeiten – und damit die Personalkosten – für jeden Laden angesehen und bieten nun einen in der Branche einzigartigen Absicherungsbetrag über ­einen Zeitstrahl von zwölf Monaten an.“

Yourfone Shop Drillisch

Außenansicht der Yourfone-Shops (Quelle: Telecom Handel)

yourfone Unterstützung an Auflagen gebunden

Ohne Gegenleistung stellt yourfone die Absicherung jedoch nicht zur Verfügung. So soll die Zahlung unter anderem an festgelegte Umsätze und Aktivierungen gebunden werden. Erreichen Shopbetreiber die Zahlen nicht, wird die Unterstützung gestrichen. Offenbar rechnet das Unternehmen damit, auf lange Sicht Partner zu verlieren: „Wir haben eine ambitionierte Zielkurve, das muss aber auch so sein. Und vielleicht funktioniert das auch nicht bei jedem Betreiber. Dann muss man eben individuell überlegen, was man macht.“

Die Inhaber der yourfone Shops sind geteilter Meinung. „Das kann eigentlich nicht funktionieren“, meint ein Betreiber. Ein anderer erklärt: „Man muss das als positives Signal sehen, aber es zeigt letztlich auch: Der Laden brennt.“


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