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aus der Kategorie: Mobilfunk

Datenautomatik: Kundenservice oder Abzocke?

o2 Base Vodafone DatenautomatikDatenautomatik in Handy-Tarifen – In immer mehr Handy-Tarifen wird Mobilfunkkunden nach Verbrauch des Datenvolumens automatisch weiteres Volumen aufgebucht, eine Drosselung erfolgt zunächst nicht. Mobilfunkanbieter loben die Datenautomatik teils als „Service“ für ein „besseres Surferlebnis“ aus. Doch handelt es sich bei der Datenautomatik wirklich um einen Service oder eher um Abzocke?

Datenautomatik in Handy-Tarifen

Damit Kunden nach Verbrauch des Inklusivvolumens weiterhin ungedrosselt surfen können, setzten immer mehr Mobilfunkanbieter (Vodafone, o2, BASE und Drillisch) eine Datenautomatik ein. In einigen Drillisch-Tarifen ist die Datenautomatik mittlerweile ein fester Tarifbestandteil und kann nicht deaktiviert werden. In den aktuellen Tarifen von Vodafone und o2 kann die Datenautomatik noch abgewählt bzw. abgelehnt werden.

Die Anbieter preisen die Datenautomatik als Serviceleistung an, stellen für die automatische Buchung von Datenvolumen jedoch bis zu 5 Euro (pro Buchung) in Rechnung. Bis zu 3 x pro Monat bzw. Abrechnungszeitraum greift dieser Service – erst danach wird gedrosselt – wodurch monatliche Mehrkosten von bis zu 15 Euro entstehen können.

Datenautomatik reine Abzocke?

Viele Kunden vermuten hinter der Datenautomatik Abzocke, denn im Gegensatz zu den SpeedON-Optionen, kann der Kunde teilweise nicht mehr selbst entscheiden, ob er zusätzliches Highspeed-Volumen bucht, oder mit Drosselung auf 64 bzw. 32 Kbit/s leben kann. Im Punkto Preis-Leistungsverhältnis unterscheiden sich die Datenautomatik-Tarife teils gewaltig.

Datenautomatik bei smartmobil

Datenautomatik bei smartmobil

So wird bei vielen Drillisch-Marken (z.B. smartmobil, mcsim, maXXim, simply, winsim etc.) nach Ausschöpfung des Datenvolumens generell bis zu 3 x 100 MB pro Monat für 2 Euro aufgebucht. Gemessen an dem Inklusivvolumen der LTE-Tarife (1- 6 GB) entspricht eine Buchung der Datenautomatik höchstens fünf Prozent der tariflichen Grundleistung. Im Vergleich zum monatlichen Grundpreis mit Inklusivvolumen (ab 5,99 Euro), kann man die Datenautomatik aus Kundensicht durchaus als Abzocke verstehen. Ohne die zusätzlichen Einnahmen der Datenautomatik, wären die derzeit günstigsten LTE-Allnet Einstiegsstarife auf dem deutschen Mobilfunkmarkt aber vielleicht auch nicht finanzierbar.

Vodafone und o2 Datenautomatik

Bei Vodafone SpeedGo können Kunden immerhin die Buchung von Zusatzvolumen per SMS ablehnen. Andernfalls werden weitere 250 MB für je 3 Euro aufgebucht. Auch bei Vodafone gibt es beim zusätzlichen Highspeed-Volumen keine Staffelungen. Ein Red 3 GB Tarif erhält genauso viel Datenvolumen wie ein RED 8 GB Handy-Tarif. Je nach RED-Tarif entspricht das Zusatzvolumen pro Buchung drei bis 8,5 Prozent der normalen Tarifleistung.

Telefónioca o2 Datenautomatik

Beim Netzbetreiber o2 ist die Inklusivleistung der Datenautomatik nach Basistarif gestaffelt. Die Einstiegstarife o2 Blue Smart, Basic und All-IN S erhalten für zwei Euro jeweils 100 MB Datenvolumen. Der o2 Blue All-IN M und L Tarif jeweils 250 MB Datenvolumen für drei Euro und die hochwertigen Tarife o2 Blue All-IN XL und Premium jeweils 750 MB für 5 Euro.

Im Gegensatz zu den Mitbewerbern verzichtet die Deutsche Telekom in ihren Magenta Mobil Tarifen gänzlich auf die Datenautomatik. Als Alternative bietet die Telekom zubuchbare Datenoptionen (Data S, Data M, Data L) mit einer Mindestlaufzeit von drei Monaten sowie eine SpeedON-Option mit 250 MB Datenvolumen zum Preis von 4,95 Euro. Im Vergleich zu anderen Angeboten ist die Lösung der Telekom in Sachen Transparenz am kundenfreundlichsten. Der Kunde kann hier selbst entscheiden, wann er Datenvolumen benötigt und wie oft er die SpeedON-Option buchen möchte.


Karsten Bernsee

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9 Kommentare zu Datenautomatik: Kundenservice oder Abzocke?

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  1. Dartenne schrieb am 11.08.2016 um 22:46

    Yourfone hat mir am letzten Abrechnungstag (31.07.2016) 1300 MB auf einmal abgebucht (ich habe diese Daten nicht genutzt) und ich bin dadurch über die Datenautomatik 2 x 2,0 € los geworden.
    Wenn der Anbieter wie bei mir mal eben Daten abbucht, wie soll ich das nachvollziehen ob ich das War oder das eine Luftbuchung ist?
    Hier sind dem Betrug doch Tür und Tor geöffnet worden.

  2. Stephan 3572 schrieb am 21.04.2016 um 15:42

    „…wären die derzeit günstigsten LTE-Allnet Einstiegsstarife auf dem deutschen Mobilfunkmarkt aber vielleicht auch nicht finanzierbar.“

    Dann sind da aber schlechte Kaufleute am Werk…
    Was habe ich, mit meinem Mid-Range-Tarif, mit den Einsteigern zu tun?
    Die Preise stehen in keinem Verhältnis zur Leistung. Deswegen ist es Abzocke.
    Trotzdem bin ich mit Drillisch zufrieden.

  3. Zottelbaer schrieb am 21.04.2016 um 10:06

    Ich frag mich immer wofür die Bundesnetzagentur eigentlich da ist, solche Abzocktarife gehören verboten. Wenn ich Volumen nachordern möchte sollte ich das doch wohl selber entscheiden dürfen.

  4. CHicken-Driver schrieb am 17.04.2016 um 18:15

    Datemvolumen begrenzung (Drossel) ist alleine schon abzocke. Datenautomatic ist dann schon wucher. ich lobe mein Nikia 108, das nicht Internet Tauglich ist. So können die Anbieter mich mal 🙂

    • Ifm schrieb am 22.04.2016 um 19:54

      „Datemvolumen begrenzung (Drossel) ist alleine schon abzocke.“

      Warum ist das Abzocke? Irgendwo müssen sich ja auch die Anbieter kalkulieren können.

      Die Drosselung wird IMHO erst zur Abzocke, wenn sie nicht mehr im Verhältnis zur gebuchten ungedrosselten Geschwindigkeit steht. Mit der bis kürzlich noch allgemein üblichen Drosselung auf 64 k/bits bei einer Normalgeschwindigkeit von 7 oder 14 Mbit/s war das IMHO noch passend, das Drosseln auf 32 k/bits oder darunter kommt faktisch einer Abschaltung gleich. Gefühlt ist Drosselung auf 64 k/bits bei LTE-Tarifen auch nicht tragbar.

  5. Günther schrieb am 17.04.2016 um 17:17

    Natürlich ist Datenautomatik Abzocke.
    Andernfalls wäre sie nur auf ausdrückliche Bestellung hin aktiv und könnte jederzeit problemlos abgestellt werden.
    Wer würde denn bei Drillisch „Service“ vermuten ??

    • Chicken-Driver schrieb am 18.04.2016 um 03:09

      Ich bin bei Drilisch. Bin intern von smartmobile zu winsim gewechselt. ich zahle jetzt 6,99 € im Monat (dauerhaft) für SMS FLat, Telefon FLat in alle netze. und 1 GB Internet. Aber mein Handy hat nicht mal die möglichkeit ins Netz zu gehen. Da her… alles egal :). Ich habe zwar ein Smartphone, aber das wird nur mal benutzt als Navi. Und ne kostenlose Hotspot Flat habe ich von KD, da ich selber für KD diesen Hotspot anbiete. Das Smartphone ist im Monat etwa 60 Minuten Eingeschaltet 🙂 Wenn man ne echte Internet Flat haben will Smartphone usw, muss man 80 € im Monat hinlegen. Ich weiß aber nicht mehr bei welchen Anbieter :-(. Goncstar bietet aber ne fast echte Internet Flat an für 2 Euro im Monat, dauerhaft 64 Kbit. Diese hab ich mir für mein Smartphone besorg. Muss ich nur 1 x um Jahr mal Aufladen 🙂

      ich denke, so lange die Leute so .. sind, für Drossel Tarife Geld auszugeben, wird sich nix ändern. ist wie mit Windows 10, bei mir laufen nun alle Rechner bis auf einer, mit Linux .-)

      • kalli schrieb am 18.04.2016 um 17:29

        Was kann man bitteschön mit 64 kb/s machen?
        Ich nutze seit ca 3 Jahren LTE von Vodafone, erst mit 100mbit und heute mit 225mbit/s.
        Da macht das surfen schon richtig Spaß.
        Ich zahle auch keine 80 € im Monat sondern 35€!!
        Der Tarif beinhaltet eine Telefon/SMS Flatrate und 6GB Internet.
        Roaming Gebühren sind auch ab ende April endlich Passee!!

        • Chicken-Driver schrieb am 18.04.2016 um 19:41

          Für Begrinstes Zeug zahle ich nicht.
          64 Kbit ist ohne drossel. Die Navi App läuft da mit ohne Probleme. Mein Internet Radio hat nen 56 Kbit Stream, und der läuft auch. Handys, MP3player usw sind für Musik aber viel zu Leise. Für mich bleibt es also NUR ein Telefon. Alles andere zuhause nen nen richtigen Rechner mit richtigen Boxen, und ohne Drossel quatsch 🙂

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