Montag, den 16.01.17 11:50

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Urteil rechtskräftig: Mobilfunker für Drittanbieter verantwortlich

Urteil Gericht © Gina Sanders - Fotolia.comMobilfunker für Drittanbieter verantwortlich – Ein im Herbst 2015 gegen E-Plus ergangenes Urteil ist ab sofort rechtskräftig und untersagt es dem Anbieter, Kunden an Drittanbieter zu verweisen, wenn diese unberechtigt abgerechnete Abo-Entgelte und Gebühren zurückfordern oder reklamieren.

Mobilfunker sind für Drittanbieter verantwortlich

Der gängigen Praxis vieler Mobilfunkanbieter, Kunden auf die Drittanbieter zu verweisen, wenn diese unberechtigte Abo-Forderungen auf ihren Rechnungen bemerken, hat die Verbraucherzentrale Hamburg einen Riegel vorgeschoben. Die Verbraucherschützer hatten bereits im Herbst 2015 ein Urteil vor dem Landgericht Potsdam erwirkt (Aktenzeichen 2 O 340/14), welches ab sofort rechtskräftig ist.

„Wer das Geld kassiert, muss auch erklären wofür und kann nicht auf einen Dritten verweisen. E-Plus und Co können den Schwarzen Peter nicht einfach weiterreichen“, erklärt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Wir freuen uns, dass das Urteil nun rechtskräftig ist und Verbraucher sich bei Auseinandersetzungen mit ihren Mobilfunkunternehmen darauf beziehen können.“

Verantwortung wird hin und her geschoben

Finden Mobilfunkkunden einen Drittanbieterposten auf ihrer Rechnung, den sie sich nicht erklären können, beginnt häufig ein Spießrutenlauf. Der Mobilfunkanbieter weist die Schuld meist von sich, erklärt, er müsse die Gelder einziehen, und nennt den Abo-Anbieter als Ansprechpartner. Der sitzt jedoch meist im Ausland, ist schwer greifbar und schiebt die Verantwortung zurück zum Mobilfunkanbieter. Betroffene Kunden resignieren an dieser Stelle oft und reklamieren die ungerechtfertigt eingezogenen Kosten nicht weiter.

Durch das nun rechtskräftige Urteil werde diese Spirale unterbrochen, der „Mobilfunkanbieter bleibe solange erster Ansprechpartner für Beschwerden wie er eine entsprechende Zahlung verlange“, heißt es. Auf der Homepage der Verbraucherzentrale Hamburg finden Betroffene ein Musterschreiben, mit dem sie unberechtigten Forderungen widersprechen können. „Wir empfehlen, nur den berechtigten Teil der Telefonrechnung zu bezahlen und den übrigen Rechnungsposten per Einschreiben mit Rückschein zu widersprechen“, rät Julia Rehberg.

Bildquelle: © Gina Sanders – Fotolia.com


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1 Kommentar zu Urteil rechtskräftig: Mobilfunker für Drittanbieter verantwortlich

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  1. Winni schrieb am 23.02.2017 um 02:37

    …und den übrigen Rechnungsposten per Einschreiben mit Rückschein zu widersprechen“, rät Julia Rehberg.

    Quelle: http://www.mobilfunk-talk.de/news/236222-mobilfunker-fuer-drittanbieter-verantwortlich/

    Eventuell ist es besser, wenn man per Einschreiben Einwurf sendet.

    Siehe: Beitrag #9(Webmaster),#11(Bernbayer), #12(Webmaster)
    http://www.mobilfunk-talk.de/Forum/base-bestreitet-kuendigung-per-einwurf-einschreiben.75498/#post-409834

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