Donnerstag, den 19.01.17 14:59

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Urteile gegen Vodafone und o2: Das passiert mit der Datenautomatik

Datenautomatik o2 VodafoneDas passiert mit der Datenautomatik – Im vergangenen Jahr mussten o2 und Vodafone Schlappen vor Gericht hinnehmen. Verbraucherschützer hatten gegen die Datenautomatik geklagt und zum großen Teil Recht bekommen. Das generelle Aus für die Datenautomatik wurde durch die Urteile jedoch nicht besiegelt, sie kann auch weiterhin in Tarifen verwendet werden.

Das passiert mit der Datenautomatik

Die Datenautomatik kommt seit einigen Jahren vor allem bei Vodafone und o2 zum Einsatz und bucht nach Verbrauch des im Tarif enthaltenen Datenvolumens automatisch bestimmte Kontingente zu einem festgelegten Preis zu. Seit ihrem Start beklagen nicht nur Kunden die Automatik, auch Verbraucherschützer empfinden sie zum Teil als kundenunfreundlich, mahnten die Anbieter ab und zogen nicht selten vor Gericht, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Erfolge erzielten sie dabei vor allem im Jahr 2016, als sowohl o2 als auch Vodafone vor Gericht eine Schlappe kassierten und die Datenautomatik nicht mehr in ihrer bisherigen Form verwenden durften. Doch was passiert nun wirklich mit der Datenautomatik und welche Folgen haben die Urteile?

Datenautomatik weiterhin erlaubt

Ein generelles Verbot für die Datenautomatik lässt sich durch die Urteile nicht ableiten, sie kann auch weiterhin in den Tarifen der Anbieter zum Einsatz kommen. Allerdings müssen diese bereits im Vorfeld besser über den Mechanismus informieren und ihre Kunden auf die Automatik hinweisen.

Der Hauptkritikpunkt der Verbraucherschützer war nicht die Datenautomatik an sich, sondern die Art und Weise wie die Anbieter sie kommunizieren. Hinweise auf die automatische Aufbuchung zusätzlicher Datenmengen fanden sich häufig nur in Fußnoten, Tarifdetails und anderem Kleingedruckten. Wer sich diese Klauseln nicht genau durchlas, übersah sie häufig.

Anbieter müssen besser informieren

Da seit Jahren eine Drosselung nach Verbrauch des Datenvolumens üblich ist, wurde das „Verstecken“ der Datenautomatik im Kleingedruckten unter anderem als überraschend eingestuft und untersagt. Kunden müssen laut Ansicht der Gerichte über die veränderten Mechanismen informiert werden und diesen aktiv zustimmen.

Wer demnach einen Mobilfunkvertrag bucht, bei dem aktiv auf die Datenautomatik hingewiesen wird und diese Information klar und deutlich kommuniziert werden, muss diese wohl auch in Zukunft akzeptieren. Anders sieht es hingegen bei Tarifen aus, bei denen diese Hinweise nur versteckt zugänglich sind – hier ist die Datenautomatik nach jetzigem Stand in vielen Fällen ungültig.

Urteil Gericht © Gina Sanders - Fotolia.com

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Ein generelles Verbot gibt es jedoch nicht, das bestätigte auch das Oberlandesgericht München im Dezember 2016 unter dem Aktenzeichen 29 U 668/16. Hier hatte o2 gegen den Verbraucherzentrale Bundesverband gewonnen, da die Richter die von Anfang an im Vertrag enthaltene Datenautomatik als zulässig ansahen.

Fazit: Datenautomatik weiterhin rechtens

Mobilfunkkunden, die sich nach Bekanntwerden der Urteile bereits auf ein nahes Ende der Datenautomatik gefreut haben, müssen wir leider enttäuschen. Zwar stärken die Entscheidungen die Rechte der Kunden, sprechen sich jedoch nicht grundsätzlich gegen die Automatik aus. Stattdessen werden die Anbieter gezwungen, über den Mechanismus genauer zu informieren und ihn ihren Kunden aktiv zu kommunizieren. Das Verstecken in Fußzeilen und Kleingedrucktem ist nicht zulässig.


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2 Kommentare zu Urteile gegen Vodafone und o2: Das passiert mit der Datenautomatik

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  1. kenny schrieb am 02.02.2017 um 14:31

    Ich kann jeden nur raten sich Tarife zu suchen wo es die Datenautomatik nicht gibt in meinen Augen ist das Abzocke

  2. Chicken Driver schrieb am 19.01.2017 um 19:37

    Nutzlos also. 🙁

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