Dienstag, den 29.08.17 13:53

aus der Kategorie: Aldi-Talk, Mobilfunk, TopNews

Aldi-Talk: Flüchtlinge können SIM-Karte nicht aktivieren

Aldi-Talk Aktivierung nicht möglich –  Der Mobilfunkdiscounter Aldi-Talk wird von der Verbraucherzentrale Niedersachsen kritisiert. Geflüchtete Menschen könnten keine Prepaid SIM-Karte aktivieren. Die Problematik trifft laut Medion Mobile aber auch bei anderen Prepaid-Anbietern zu.

Antiterrorgesetzt erschwert Prepaid Aktivierung

Seit dem 1. Juli 2017 ist im Eilverfahren das Antiterrorgesetz in Kraft getreten. Für Käufer wird die anonyme Aktivierung von Prepaid SIM-Karten damit unterbunden. Denn die Freischaltung erworbener Prepaid-Karten kann nur noch mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass erfolgen.

Für Geflüchtete ist laut Gesetz außerdem eine Verifizierung mit einem Aufenthaltstitel, Ankunftsnachweis und einer Bescheinigung über die Aufenthaltsgestattung bzw. die Aussetzung der Abschiebung möglich. Viele Anbieter setzen zur Aktivierung von Prepaid SIM-Karten ein Post- und Video-Ident-Verfahren ein. Zudem ist eine Aktivierung teils in örtlichen Shops möglich.

Verbraucherzentrale kritisiert Aldi-Talk

Deutschland größter Mobilfunkanbieter ist jetzt durch Beschwerden von Flüchtlingshelfern ins Fadenkreuz der Verbraucherzentrale Niedersachsen geraten. Seit Juli bietet Aldi-Talk eine Prepaid-Registrierung direkt in Filialen (Aldi Süd) oder per Video-Ident und in Partnershops an.

„Bei den von ALDI Nord eingesetzten Post- und Video-Ident-Verfahren können Dokumente wie die Aufenthaltsgestattung nicht gelesen werden, da die Schrift anscheinend zu klein ist“, kritisiert Marvin Momberg, Projektkoordinator „Verbraucherschutz für Flüchtlinge“ in der Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Niedersachsen mit.

Nachfragen der Verbraucherzentrale haben zu widersprüchlichen Aussagen geführt. Bislang wird Betroffenen nur individuelle Lösungen über den Aldi-Talk Kundenservice angeboten. Einen einheitlichen Lösungsansatz gibt es aktuell nicht. „Es wäre aber wünschenswert, dass Aldi-Nord nachbessert und Identifizierungsmöglichkeiten auch für diese Kundengruppe anbietet“, sagt Momberg. Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen, die ihre Prepaid SIM-Karte nicht aktivieren können, das Starterpaket an Aldi-Talk zurückzugeben.

Probleme nicht nur bei Aldi-Talk?

Laut Telefónica-Pressesprecher Florian Streicher liegen die von der Verbraucherzentrale erwähnten Limitierungen der Prepaid-Zulassungen nicht im Einflussbereich von Aldi-Talk. Das Video- und Post-Ident-Verfahren werden wie bei anderen Prepaid Anbietern durch Kooperationspartner ausgeführt. Alternativ kann die Freischaltung zudem mit einem Aufenthaltstitel mit Chip (eAufenthaltstitel) über das Video-Ident-Verfahren oder – im Bereich von Aldi-Süd – am Point of Sale erfolgen. Im Vergleich zu anderen Anbietern sei das angebotene Spektrum bei Aldi-Talk sogar umfangreicher, da bei Medion Mobile auch eine Verifizierung mit Nicht-EU-Reisepässen möglich sei.

Allerdings kritisiert die Verbraucherzentrale die Verifizierung bei anderen Anbietern bislang nicht, da hier schlichtweg noch keine Beschwerden gab. Wen wundert es? Immerhin ist Aldi-Talk der mit Abstand größte Prepaid-Discounter in Deutschland und wird wegen seiner Bekanntheit sowie  günstigen Konditionen vor allem von Migranten und geflüchteten Menschen genutzt. Mit großer Wahrscheinlichkeit gibt es bei den anderen Prepaid Anbietern ähnliche Probleme. Selbst die Verbraucherzentrale schließt dies nicht aus: „Wir können nicht ausschließen, dass die gleichen Probleme auch bei anderen Prepaid-Anbietern bestehen, die keine Aktivierung der SIM-Karte im Shop ermöglichen“, so Momberg.


Werde jetzt Mobilfunk-Talk Online-Redakteur

Jetzt kommentieren (0)

Zur Diskussion im Forum: Aldi-Talk Forum

Tipp: Nur für kurze Zeit - Callya Freikarte oder o2 Freikarte oder BASE SIM-Karte oder Telekom Freikarte kostenlos bestellen!

Kommentare zu Aldi-Talk: Flüchtlinge können SIM-Karte nicht aktivieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Profilbilder bei Gravatar
Startseite | Datenschutz | Impressum