Mittwoch, den 13.09.17 14:10

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Schutz vor Drittanbietern und Abos weiterhin mangelhaft

© Benicce – Fotolia.comSchutz vor Drittanbietern mangelhaft – Trotz verbesserter Bedingungen sind deutsche Mobilfunkkunden nach wie vor nur unzureichend vor ungewollten Drittanbieterservices und Abos geschützt. Das ergab eine Untersuchung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Drittanbieter und Abos

Obwohl die Rechtslage bereits verbessert wurde, bietet sie noch immer keinen ausreichenden Schutz vor ungewollten Abos und Drittanbieterleistungen. In einer Untersuchung ermittelten die Marktwächter der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, dass deutsche Mobilfunkkunden noch immer zu einfach von dubiosen Drittanbietern belästigt werden können.

Eine Ursache für ungewollte Abrechnungen auf der Mobilfunkrechnung ist die sogenannte Clickjacking-Methode. Bei dieser werden Abonnements hinter Werbebannern versteckt, die sich beim Schließen des Popups automatisch aktivieren. „Mobilfunknutzer erkennen nicht, dass diese Pop-up-Fenster technisch von unseriösen Drittanbietern manipuliert wurden“, erklärt Tom Janneck, Teamleiter des für Telekommunikation zuständigen Marktwächter-Teams.

Kaum Schutz vor Drittanbietern

Das anbietergestützte Redirect-Verfahren, welches seit Mitte 2016 zur Verfügung steht, soll Kunden vor ungewollten Abo-Verträgen schützen, wird jedoch noch lange nicht flächendeckend eingesetzt. Bei diesem Verfahren werden Verbraucher automatisiert auf Bezahlseiten weitergeleitet, die umfassend über das kostenpflichtige Angebot und seine Folgen aufklären. Ein gültiges Abonnement wird erst dann gebucht, wenn der Mobilfunknutzer diesem auf der Seite explizit zustimmt.

„Unsere technische Prüfung zeigt, dass dieses Verfahren bisher nicht flächendeckend für alle Dienste eingesetzt wird. Außerdem besteht weiterhin ein erhöhtes Missbrauchspotenzial durch automatische Zugriffe beispielsweise aus Smartphone-Apps. Das Redirect-Verfahren ist ein guter Ansatz, damit sind die Probleme aber nicht ausreichend ausgeräumt, zumal es keine andere Schutzmöglichkeiten für den Verbraucher gibt wie zum Beispiel eine gesetzlich vorgeschriebene voreingestellte Drittanbietersperre“, meint Tom Janneck.

Prepaidkunden benachteiligt

Im Zuge der Erhebung fiel den Marktwächtern zudem auf, dass Prepaidkunden beim Thema Drittanbieter und Abos benachteiligt werden. Häufig bemerken Mobilfunkkunden die ungewollten Dienste erst auf der Rechnung, wenn diese bereits Kosten verursacht haben. Prepaidkunden haben jedoch keinen automatischen Anspruch auf eine Rechnungsstellung und die Übermittlung eines Einzelverbindungsnachweises.

Prepaidkunden haben daher deutlich weniger Möglichkeiten, auf ungewollte Abos und Drittanbieter aufmerksam zu werden und gegen diese vorzugehen. „Von wirklicher Kostenkontrolle kann hier kaum gesprochen werden“, so Tom Janneck.

Bildquelle: © Benicce – Fotolia.com


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2 Kommentare zu Schutz vor Drittanbietern und Abos weiterhin mangelhaft

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  1. Klaas G. schrieb am 14.09.2017 um 13:22

    Immer das gleiche Symbolfoto… Ein bißchen mehr Abwechslung wäre schon schön, vor allem, weil man die Hautunreinheiten so deutlich sieht. Das wirkt unprofessionell. Nur mal so am Rande.

  2. Zur (nachträglichen) Erkennung von Abo-Kosten ist die automatisierte Kostenkontrolle hilfreich.

    Damit haben Sie auf Knopfdruck sämtliche Abo-Verträge und Vertragspartner (Rufnummern) verfügbar.

    Klären Sie VOR einer etwaigen Vertragskündigung das Rechtsverhältnis. Ihr Mitarbeiter hat den „Vertrag“ abgeschlossen, nicht Ihr Unternehmen.

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