Dienstag, den 26.09.17 17:57

aus der Kategorie: Handy Gerichtsurteile

Urteil: iPhone-Finder hat kein Anrecht auf Entsperrung

Gefundenes iPhone nicht entsperren – Wer ein iPhone auf der Straße findet, hat kein Anrecht auf eine Entsperrung. Der Hersteller Apple muss dem Finder keinen Entsperrcode zur Verfügung stellen und das Gerät nicht in einen nutzbaren Zustand versetzen, entschied das Amtsgericht München.

Gefundenes iPhone ist gesperrt

Apple sorgt mit ausgeklügelten Sperrmechanismen dafür, dass Dritte die hauseigenen Geräte nicht ohne weiteres benutzen können. Die Maßnahmen dienen vorrangig dazu, iPhone, iPad und Co. für Langfinger uninteressant zu machen und den Wert eines gestohlenen Smartphones zu senken. Doch auch wer ein iPhone findet, kann das Gerät in der Regel nicht benutzen und wird zur Eingabe des verknüpften Entsperrcodes aufgefordert.

Wie die Rechtsanwälte Wilde Beuger Solmecke berichten, forderte ein Finder den Hersteller Apple dazu auf, das von ihm auf der Straße gefundene iPhone zu entsperren. Apple weigerte sich und erhielt unter dem Aktenzeichen 213 C 7386/17 vor dem Amtsgericht München Recht.

iPhone im Straßengraben

Besagtes Smartphone lag 2016 in einem Straßengraben und wurde vom Finder ordnungsgemäß im Fundbüro abgegeben. Da sich der Inhaber nach sechs Monaten noch immer nicht gemeldet hatte, holte der Finder das Gerät wieder ab und wurde so nach § 973 BGB Eigentümer des iPhones.

Das Smartphone war jedoch gegen den Zugriff Dritter geschützt und konnte nur mit einem Code entsperrt werden. Der neue Eigentümer verlangte von Apple die Herausgabe des Codes und reichte Klage ein, nachdem das Unternehmen dies verweigerte. Die zuständigen Richter bestätigten die Verweigerung und erklärten, dass Apple nicht verpflichtet sei, den Entsperrcode zu nennen.

© Gina Sanders - Fotolia.com

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iPhone muss nicht entsperrt werden

„Zwar sei der Mann durch den Fund und den Zeitablauf Eigentümer des Handys geworden. Jedoch erwerbe man als Finder das Eigentum lediglich in dem Zustand, in dem es sich nach Ablauf der sechs Monate nach dem Fund [befindet, Anm.d.Red.]“, heißt es. Konkret wurde der Finder demnach lediglich Eigentümer des gesperrten Telefons und nicht eines freigeschalteten Geräts. Diese sei nie Fundgegenstand gewesen.

Darüber hinaus äußerten die Richter datenschutzrechtliche Bedenken, da der Finder mit der Freischaltung Zugriff auf alle auf dem Gerät befindlichen Daten erhalte. Diese wurden jedoch mit dem Code bewusst gegen die Einsicht Dritter geschützt. „Insbesondere gelte dies angesichts der Tatsache, dass im vorliegenden Fall nicht geklärt sei, wo und unter welchen Umständen der ursprünglichen Eigentümer das Gerät verloren habe.“


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