Montag, den 11.12.17 16:30

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Teures LTE-Datenvolumen: Das sagen Telekom, Vodafone und o2

Teures LTE-Datenvolumen – Im EU-Vergleich zahlen deutsche Mobilfunkkunden hohe Gebühren für Datenvolumina. Doch warum ist das so? Die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica o2 beziehen Stellung.

LTE-Datenvolumen im Vergleich

In einer Studie ermittelte Rewheel, dass deutsche Mobilfunkkunden im Rahmen einer Allnet-Flat bis zu 15 GB Datenvolumen zum Preis von 30 Euro pro Monat erhalten. Das ist wenig im Vergleich zu anderen Ländern. Zehn von ihnen bieten bereits unbegrenzte Datenflats an, die zum Teil sogar deutlich günstiger sind. In Litauen werden für eine Datenflat ohne Drosselung und Volumenbegrenzung lediglich 15,75 Euro fällig.

Der Stern hat die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica o2 mit den Daten konfrontiert und um eine Stellungnahme gebeten. Dabei spielten vor allem die aus Kundensicht hohen Kosten, die meist starke Drosselung auf maximale 64 Kbit/s und die im EU-Vergleich niedrigen Datenmengen eine Rolle.

Netzbetreiber geben sich zugeknöpft

Auf die Kosten angesprochen, geben sich die Netzbetreiber schweigsam. Vodafone habe die Anfrage diesbezüglich quasi ignoriert, heißt es. Stattdessen versuchte der Netzbetreiber abzulenken und beantwortete die Frage, weshalb ähnliche große Länder wie Finnland ihren Kunden für 30 Euro bereits ungedrosselte Datenflats anbieten mit „Mit unserem Tarifportfolio decken wir weitestgehend alle Nutzungsszenarien ab.“ Dadurch bleibe man „für weite Bevölkerungskreise erschwinglich“.

Bei o2 und der Telekom wird vor allem der Netzaufbau als Ursache genannt. Ebenso die Versteigerung der Mobilfunk-Frequenzen, die sich die Netzbetreiber im Mai 2015 mehr als 5 Milliarden Euro kosten ließen. Allerdings dürften diese Gelder längst kein Thema mehr sein. Ein zitierter Telekommunikationsexperte ist sich sicher, dass die Ausgaben für die UMTS-Frequenzen bereits abgeschrieben sind und die Argumentation lediglich hohe Gewinne verschleiern soll.

Frequenzkosten als Argument

„Unterschiedliche wirtschaftliche und geographische Rahmenbedingungen führen zu unterschiedlichen Tarif- und Preisgestaltungen in den Ländern der europäischen Union“, heißt es zudem seitens der Telekom. „Das kann man so verstehen, dass die Preise an die jeweilige Zahlungsbereitschaft gekoppelt sind – und die Deutschen eben mehr zu zahlen bereit sind“, kommentiert der Stern daraufhin der Stern.

Beim Thema Datenvolumen argumentiert o2, dass man gar nicht wenig Volumen anbieten würde. Immerhin umfasst der Fokus-Tarif o2 Free M mittlerweile 10 GB und liegt mit 29,99 Euro pro Monat im untersuchten Preisrahmen. „Vodafone versucht es ebenso dreist und schiebt unter anderem seinen Tarif Red XXL vor, bei dem 25 GB (in einer aktuellen Aktion auf 50 GB verdoppelt) inkludiert sind“, schreibt der Stern. Der Tarif kostet ohne Rabatte knapp 105 Euro pro Monat.

„Die Telekom versucht es anders und verweist gleich auf ihr „Stream on“-Programm, bei dem einzelne Streaming-Dienste wie Netflix nicht vom Datenvolumen abgezogen werden“, so der Stern weiter. Mit Pass ist ein ähnlicher Dienst seit kurzem auch bei Vodafone erhältlich. Mit seiner Einführung wurden auch die Paketpreise angehoben. „Statt den Kunden mehr Volumen zu geben, das sie frei verfeuern können, sollen sie sich so auf wenige Optionen beschränken. Und dafür im Zweifel auch noch extra zahlen“, lautet das Resümee des Stern.

Umstrittene Drosselung

Auch das Thema Drosselung umschiffen die Netzbetreiber und bleiben in ihren Antworten vage. Während die Telekom auf die Frage nicht einging, verwies Vodafone auf die hauseigene Datenautomatik SpeedGo. „Mehrkosten werden hier als Feature verkauft„, so der Stern. Allerdings lobt das Magazin, dass es sich bei SpeedGo lediglich um eine Option und keinen festen Tarifbestandteil, etwa wie bei einigen Drillisch-Marken, handelt. „Der Kunde kann die Aufbuchung per SMS ablehnen – wird dann aber für den Rest des Abrechnungszeitraumens auf 32 Kbit/s reduziert. Eine Änderung an diesem Vorgehen ist derzeit nicht geplant“, wird Vodafone zitiert.

Das es auch anders geht, zeigt o2 seit etwas mehr als 12 Monaten. Der Netzbetreiber drosselt zwar auch, stellt seinen Kunden jedoch weiterhin maximale Datenrate von 1 Mbit/s bereit. Das ist zwar nur ein Bruchteil der Full-Speed-Geschwindigkeit von 225 Mbit/s, reicht jedoch für die gängigsten Dienste aus und ist deutlich mehr als andere Drosselungsgrenzen von 64 Kbit/s, 56 Kbit/s oder gar 16 Kbit/s.

Darum surfen die Deutschen so wenig – aus Sicht der Netzbetreiber

Vodafone verweist bei der Frage, weshalb die Deutschen vergleichsweise wenig mobil surfen würden, auf die hauseigenen Kabeltarife. Denn, da ist sich der Netzbetreiber sicher: Der Deutsche surfe am liebsten per WLAN. „Auf der anderen Seite betont Vodafone, dass seine Kunden im deutschen Vergleich mit 1 GB im Monat besonders viel unterwegs surfen würden“, so der Stern. Allerdings liegen die Finnen mit durchschnittlich 16 GB deutlich über diesem Wert. Vodafone meint dazu: „Unsere Kunden sind sehr datenaffin. Wer mehr Highspeed-Daten benötigt, kann jederzeit in leistungsstärkere Varianten wechseln, oder temporär zusätzliche Daten-Pakete nachbuchen.“

„Aktuell sehen wir ein starkes Interesse an großen Datenpaketen: Beispielsweise steigt bei Kunden, die den Aktionstarif O2 Free 15 gebucht haben, die mobile Datennutzung deutlich an. Sie nutzen durchschnittlich über 4 GB im Monat – Tendenz steigend. Treiber sind primär mobiles Video- und Musikstreaming“, erklärt o2 auf Nachfrage. Der o2 Free 15 Tarif war als Jubiläumstarif für wenige Monat erhältlich und umfasste 15 GB Volumen für knapp 30 Euro pro Monat.

Der Stern zieht aus den Antworten dieses Fazit:

Es zeigt sich also, dass die Kunden durchaus mehr surfen wollen, wenn sie mehr Volumen haben. Nur wollen sie deshalb nicht noch mehr zahlen. Auch, wenn die Anbieter das wohl gerne anders sehen wollen.


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2 Kommentare zu Teures LTE-Datenvolumen: Das sagen Telekom, Vodafone und o2

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  1. Goomba Müller schrieb am 16.12.2017 um 00:06

    Es ist und bleibt eine Schweinerei in Deutschland. Wir haben nach Peru einer der schlechtesten Netze weltweit, soviel Löcher wie Deutschland hat fast kein anderes Land.
    Dafür bezahlen wir Summen wie kein anderes Land.

    Zu dem Problem kommt noch dazu, dass wir durch „Pässe“ oder „StreamON´s“ bevormundet werden. Nutzen wir deren Partner nicht, so müssen wir uns mit den paar lächerlichen GB zufrieden geben.

    Gebt den Leuten endlich mehr Datenvolumen und setzt die Preise runter.

    Schluss mit Bevormundungen und Pässe und StreamON´s, drosselt uns wenn Ihr wollt, aber dann wie o2.

    Deutschland will überall glänzen, aber bei unseren Netzbetreibern kann man sich nur schämen…

    Ich nutze den Tarif Magenta L+ für 79,95 Euro und habe nur 10GB, seit über 4 Jahren keine Anpassung mehr vorgenommen worden, so modern ist die Telekom, um nur ein Beispiel zu nennen…

  2. Chicken-Driver schrieb am 11.12.2017 um 18:05

    Alles nur abzocke. Keine Daten Flats, dann auch kein Geld. So mit habe ich für 2 Euro im Monat 64 Kbit. Wenn man danach sucht, wird man bei vielen eher unbekannten anbiedern fündig. Aber auch Congstar bietet das an, aber nur als Predpaid. Also alle 7 Monate 15 Euro aufbuchen 🙂

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