Wer von den rund 190.000 Haushalten im Grossraum Berlin sich am vergangenen Montag über DVB-T das Topspiel der 2. Bundesliga Hertha vs. Aachen anschauen wollte, guckte buchstäblich in die Röhre, denn Sport1 hat die DVB-T-Ausstrahlung ab dem 1. Oktober 2010 komplett eingestellt.
Ausstrahlung offenbar unwirtschaftlich
Als Grund sind offenbar wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend, was eigentlich verwunderlich ist, denn die Nutzung von DVB-T ist in Berlin mit über 25 Prozent so hoch wie sonst nirgendwo in Deutschland. Dabei wird DVB-T oft für den Zweitfernseher genutzt, denn 74 Prozent der Berliner Haushalte empfangen das TV-Signal via Kabelanschluss (Quelle: MABB).
Die Entscheidung ist umso bedauerlicher, da nicht nur die Montagsspiele der zweiten Bundesliga (mit Hertha BSC und 1. FC Union) übertragen werden, sondern auch die Handball-Bundesliga sowie die Basketball-Bundesliga, bei denen die Reinickendorfer Füchse bzw. ALBA Berlin vertreten sind.
Verbreitung weiterhin im Kabel
Weiterhin empfangbar ist Sport1 im Berliner Kabel, über Satellit und via IPTV auf der Telekom-Plattform “Entertain”. Somit werden weiterhin knapp 86 Prozent der Berliner Haushalte erreicht.
RTL sendet nicht mehr in Nürnberg
Aus einem ganz anderen Grund stellt die RTL-Gruppe sein Bouquet mit den Sendern RTL, RTL II, Super RTL und VOX zum 31. Oktober 2010 ein. Wegen der digitalen Dividende ist in Bayern ein Frequenzwechsel für alle Bouquets erforderlich, die oberhalb des Kanals 60 senden. Offenbar ist dies für die Programmveranstalter mit zusätzlichen Kosten verbunden, weshalb die RTL-Gruppe vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch macht.
Die Kündigung des Multiplex in Nürnberg hätte normalerweise auch die Beendigung der Ausstrahlung in München und Südbayern zur Folge, allerdings verzichtet die Bayerische Medienanstalt im Interesse der Zuschauer auf diese Maßnahme. Die freiwerdenden Übertragungskapazitäten in Nürnberg werden umgehend wieder ausgeschrieben.
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Michael Beck
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