Wer bisher dachte, als Nicht-Mitglied von Facebook auf der sicheren Seite zu sein und keine Daten über sich preisgeben, hat weit gefehlt. Das beweist ein aktueller Test der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) nochmals mit Nachdruck.
Scan der E-Mail-Kontos
Dass angemeldete Mitglieder von Facebook – zumindest in den Standardeinstellungen – dem Imperiums-Chef Mark Zucker eine Menge von sich preisgeben, dürfte mittlerweile jedem bekannt sein. Natürlich sind das all die Statusnachrichten, versendeten Mitteilungen, Fotos, Kontakten und sonstigen Informationen, die man im Netzwerk erstellt.
Doch das ist noch längst nicht alles. Um möglichst genaue Freundschafts-Vorschläge zu machen durchsucht Facebook nämlich das angegebene E-Mail-Konto und speichert in der Folge Daten über Freunde und deren E-Mail-Adressen, sodass es einem Facebook-Neuling oftmals überrascht, wie exakt die Vorschläge auf die echten Freunde passen.
Auch Dritte können ausspioniert werden
So weit, so gut. Aber auch Dritte, eigentlich nicht bei Facebook angemeldete Personen, können vom Netzwerk ausspioniert werden. Wie das geht, testete jetzt die FAZ. Sie erstellten ein Profil beim Social Network, in dem sie einfach die reale E-Mail-Adresse einer bekannten Person eingaben. Und schon kurz danach schlug Facebook diverse Kontakte als Freunde vor, die Auskunft über die Gesellschaft der missbrauchten Person, in diesem Fall Barbara L. an.

Facebook - Einmal mehr wegen Datenschutzmängeln in der Kritik
Facebook wiederum sammelte fleißig Daten über den E-Mail-Account der Person und speicherte sie auf ihren unzähligen Servern. Funktionieren tut dieses Prinzip, da eine Registrierung bei Facebook für einen E-Mail-Scan nicht bestätigt werden muss. Zwar sind viele Funktionen, wie das Versenden von Nachrichten ohne eine Bestätigung möglich, die Annahma von Freunden eben schon. Erst wenn der Missbrauchte eine E-Mail mit der Funktion Missbrauch melden erhält, kann der Unfug unterbunden werden.
Verbraucherschutzministerin empört
Dieser Trick ist zwar nicht neu und funktionierte in der Vergangenheit auch bei Prominenten wie Google-Chef Eric Schmidt, von dem ein Profil durch einen Technik-Blogger erstellt wurde, dennoch sorgt er weiter für Empörung. Einmal mehr outet sich Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner gegenüber der FAZ als keine Freundin des Netzwerks: “Dass die Kenntnis einer E-Mail-Adresse ausreicht, um bei Facebook recherchieren zu können, mit wem jemand in Kontakt steht, der selbst Facebook gar nicht nutzt – dies zeigt ein weiteres Mal, wie wenig Respekt Facebook vor der Privatsphäre der Internet-Nutzer hat.”
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Leander Huhn
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