Am vergangenen Dienstag Vormittag verursachte ein Brand im Sendeturm Calau (Niederlausitz) den kompletten Ausfall von Grundnetzsendern bei UKW-Radio, DVB-T und Mobilfunk. Bei letzterem war insbesondere das mobile Internet im Vodafone-Netz betroffen. Hier gibt es weiterhin Probleme mit der Mobilfunkversorgung.
Bevölkerung evakuiert
Das Feuer war aus bisher noch ungeklärter Ursache in 120 Meter Höhe im Technikraum des Sendeturms ausgebrochen und hat diesen völlig zerstört. Die Löschung des Brandes war nicht möglich, weshalb die Bevölkerung im Umkreis des 180 Meter hohen Turms evakuiert werden musste. Betroffen waren hiervon etwa 400 Menschen. Sie konnten allerdings heute wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren.
Südbrandenburg komplett unterversorgt
Da durch den Brand Grundnetzsender betroffen sind, ist der komplette Süden Brandenburgs für längere Zeit bei Radio- und TV-Sendern unterversorgt. Die Versorgung mit DVB-T Fernsehprogrammen wird auf unbestimmte Zeit eingestellt. Betroffen ist davon auch die Kabelversorgung, sofern die Programme via DVB-T eingespeist wurden. Hier wurden jeweils mit einer ERP-Sendeleistung von 100 kW die Programme von Das Erste, rbb Fernsehen, Phoenix, Eins Extra, MDR Sachsen, NDR Niedersachsen, ZDF, 3sat, KiKa, ZDFneo und ZDF Infokanal ausgestrahlt. Hier bleibt nur das Ausweichen auf Satellit als Alternative.
Auch die Versorgung mit UKW-Programmen wurde hart getroffen. Hier sind insbesondere die rbb-Wellen betroffen. So fallen auch hier Grundnetzsender mit hohen ERP-Leistungen aus. Betroffen sind hierbei Antenne Brandenburg 98,6 (100 kW), Radio Eins 95,1 (22,4 kW), Fritz 103,2 (100 kW), Kulturradio 104,4 (60 kW), Info-Radio/Sorbischer Rundfunk 93,4 (30 kW), Deutschlandradio Kultur 90,8 (20 kW) und BB Radio 107,2 (100 kW).
Mit Ausnahme von Deutschlandradio Kultur wurde mittlerweile mit jeweils 0,5 kW ERP-Leistung für alle Programme ein Notsender auf dem Standort Klein Oßnig in Betrieb genommen, die allerdings nur den Großraum Cottbus versorgen können. Dabei wird für Radio Eins, Fritz, Kulturradio und dem Splittprogramm Info-Radio/Sorbischer Rundfunk die selbe UKW-Frequenz verwendet. Für Antenne Brandenburg wurde die UKW-Frequenz 91,6 und für BB Radio die 105,8 in Betrieb genommen.
Geringe Empfangsalternativen
Insbesondere an der Grenze zu Sachsen gibt es kaum Möglichkeiten, auf Alternativfrequenzen die Programme brauchbar zu empfangen. Im nördlichen Sendegebiet gibt es wegen der Berlin-Nähe aber noch Alternativen. Antenne Brandenburg kann man aus Berlin auf der 99,7, aus Belzig auf der 106,2, aus Booßen auf der 87,6 und aus Guben auf der 100,9 empfangen.
Für Radio Eins gibt es als Alternative die 95,8 aus Berlin, die 99,3 aus Belzig und die 89,1 aus Booßen. Für Fritz gibt es die 102,6 aus Berlin, die 91,9 aus Belzig und die 101,5 aus Booßen. Bei Kulturradio kann man auf die 92,4 aus Berlin und die 96,8 aus Booßen ausweichen.
Beim Sorbischen Rundfunk, der nur als Fensterprogramm des rbb Info-Radio und des mdr 1 Radio Sachsen ausgestrahlt wird, gibt es keine Ausweichfrequenzen. Für das Info-Radio hingegen kann auf die Berliner 93,1 und die Lübbener 92,9 ausgewichen werden.
Für Deutschlandradio Kultur gibt es nur an den Rändern des Sendegebietes Alternativen. So kann man auf die Berliner 89,6, die Booßener 92,7, die 97,7 aus Weißwasser, die 89,7 aus Hoyerswerda, die Pulsnitzer 106,7 und auf die 101,1 aus Belgern zurückgreifen. Für BB Radio gibt es die Berliner 107,5 und die Booßener 107,8 als Alternative.
Leider bieten all diese Ausweichfrequenzen keine flächendeckende Versorgung, so dass auf das Internet ausgewichen werden muss. Die Webradios sind unter www.rbb-online.de, www.bbradio.de und www.dradio.de empfangbar.
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Michael Beck
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