Freitag, den 09.11.12 10:15

aus der Kategorie: Apple iPhone, Apple Testberichte

Testbericht: Apple iPhone 5 (Teil 2)

Im gestrigen, ersten Teil unseres Testberichts zum iPhone 5 haben wir uns mit der Verpackung und den kleineren Problemen beim Versand gekümmert. Gepaart mit weiteren Details zum neuen Display und Informationen rund um die Ausstattung  wurde dieser abgerundet. Heute wollen wir uns Apples neues Betriebssystem iOS 6 sowie das Multimedia-Angebot und dem vierten Mobilfunkstandard im Praxistest näher anschauen.

Akku schwach weiterhin schwach

Um rund 40 mAh hat Apple den Akku in seinem neuen iPhone aufgestockt. Die Laufzeiten zwischen iPhone 5 und iPhone 4S fallen von daher nicht großartig verschieden aus. Knappe 6,5 Stunden beim dauersurfen mit maximaler Display-Helligkeit beziehungsweise 5:15 Stunden Gesprächszeit, ergeben eine durchschnittliche Smartphone-Leistung. Man muss jedoch gestehen, dass direkte Konkurrenten wie Samsung oder HTC hier deutlich besser aufgestellt sind. Wer nun von seinem gebrauchten 4S auf das neue fünfer wechselt, wird sicher auch nicht vom noch „unbenutzten“ Akku überrascht.

Sound  umso besser

Etwas besser schaut da schon die Telefonakustik drein. Ein durchweg rauschfreies Gespräch mit verbesserten Klängen erfreut das User-Ohr. Auch auf der Festnetz-Seite gibt es wenig zu meckern. Etwas dumpf beziehungsweise verzerrt hört sich der Gesprächspartner in manchen Passagen an, das iPhone selbst ist aber dank zweitem Mikrofon auch in lauten Umgebungen gut zu verstehen.

Im neuen iOS 6 hat Apple etwas an der Optik geschraubt (näheres später), welches die Funktionalität in der Musik-App nicht einschränkt. Äußerlich rutscht die 3,5 Millimeter-Buchse auf die Unterseite, das erwies sich in unserem Test recht sinnvoll. So wird, bei eingesteckten Kopfhörern, der Anschluss nicht mehr von der Hosentasche zerknickt. Unterm Strich blieb der Klang aller Komponenten nahezu gleich. Das liegt wohl nicht zuletzt dran, dass Apple auf identische Bauteile setzt. Einzig die hohen Ton-Frequenzen wirkten eine Haarspitze spritziger, wer nicht explizit drauf achtet, wird auch keinen Unterschied feststellen können. Mit dem Paket aus ausgewogenen natürlichen und zugleich kraftvollen Sounds bewerten wir das iPhone 5, ebenso wie den Vorgänger, mit einem „Sehr gut“.

Nach eigenen Angaben hat Apple über drei Jahre mit der Entwicklung der neuen Earpods verbracht. Die Kopfhörer  welche kostenlos im Lieferumfang enthalten sind, sitzen in der Tat recht angenehm in Ohr. Ihr Klang gleicht dem der vergangen Modelle.

Neues Betriebssystem: iOS 6

Es scheint zum normalen Apple-Rhythmus dazu zu gehören: Kommt ein neues Smartphone, erscheint im Gleichschritt auch ein neues Betriebssystem. Über 200 Funktionen sind dazugekommen – überwiegend für alle aktuellen Devices. Einige, darunter Siri, sind bestimmten Modellen vorbehalten. Im iPhone sind jetzt Passbook, der neue „Anlaufpunkt“ für digitale Tickets, eine nahtlose Integration von Facebook und Twitter zu finden. Nützlich ist allem voran der neue Ruhemodus. Ist dieser aktiviert, bleibt das Gerät vollkommen still. Eingehende Anrufe werden blockiert, Nachrichten ausgeblendet.

iOS 6 – Kartendisaster

Die wichtigste Neuerung bleibt aber die Karten-App. Apple hat sämtliche Dienste von seinen Geräten verbannt und setzt fortan auf eigene Lösungen. Diese entwickelten sich aber zum Start als reiner Flop. Grobpixelige Satellitenbilder, falsche Markierungen und Wolken die die Sicht behindern sind nur einige Auszüge (wir berichten hier). Von einigen als „Mapocalypse“ betitelt, ist dies gar nicht mal so übertrieben. Wer Smartphones auf solchem Niveau fertigt, dem darf so etwas einfach nicht passieren. Mittlerweile bessert Apple ständig nach, das macht sich bemerkbar. Die Turn-by-Turn Navigation klappt reibungslos. Alle von uns eingegebenen Ziele wurden zuverlässig angesteuert. Auch die Zusammenarbeit mit Siri klappt perfekt.

LTE nur im Netz der Telekom

Entgegen vielen Spekulationen wurde im neuen iPhone 5 kein NFC-Chip verbaut. Die fehlende NFC-Technik fällt derweil nicht auf, macht sich aber spätestens in zwei Jahren bemerkbar. Nutzer müssen sich also bis dato mit Bluetooth in der Version 4.0, WLAN nach 802.11a/b/g/n und HSDPA zufrieden geben.

Für große Enttäuschung unter den Apple-Fans sorgte die Tatsache, dass das iPhone 5 lediglich die 1.8000 MHz LTE-Frequenz unterstützt. Die Frequenz wird im Augenblick lediglich von der Telekom beim LTE-Ausbau in Städten genutzt. Trotzdem erwarteten wir mit viel Spannung  den Praxistest vom sagenumwobenen LTE-Netz. Unser Testgebiet erstreckte sich über den Großraum Braunschweig und Hannover, wo wir teilweise Geschwindigkeiten jenseits der 50 Mbit/s feststellen. Das ist purer Surfspaß – Videos laden in Sekundenschnelle, Webseiten werden ohne Verzögerung angezeigt. Mit LTE wird wohl kaum jemand sein heimisches WLAN-Netz vermissen. Auf eines sollte jedoch geachtet werden: Wer über ungenügend Datenvolumen verfügt, wird rasch auf der Strecke bleiben. In unserem Test verbrauchten wir knapp 1.500 Megabyte.

Verfügbarkeit und Preis

Das Apple iPhone 5 wird im Apple-Shop in der kleinsten Version mit 16 GB Speicher  ab 679  Euro angeboten.  Die 32-GB Version wird zum Preis von 789 Euro angeboten und für ein iPhone 5 mit 64 GB Speicher müssen Kunden 899 Euro berappen. Die Lieferzeit wird aktuell mit 3-4 Wochen angegeben.  Neben dem Apple-Shop ist das Kulthandy auch in den Mobilfunk-Shops von www.t-mobile.de, www.vodafone.de, www.o2-online.de und www.mobilcom-debitel.de erhältlich.

Fazit:

Ist das iPhone 5 das aktuell beste Handy? Nein! Das Samsung Glaxy S III und das HTC One X bleiben an der Spitze. Auch wenn Apple mit einem größeren Bildschirm und verbesserter Performance punkten konnte, bleibt es insgesamt doch nur bei einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Vor allem die fehlende LTE-Unterstützung für die anderen Mobilfunknetze enttäuschte, nachdem das Vorgängermodell iPhone 4 lediglich die LTE-Netze in den USA unterstützte. Potentielle Käufer sollten sich vor allem die Frage stellen, welches Betriebssystem den eigenen Ansprüchen am besten entspricht. Aus technischer-Sicht bleiben alle Geräte auf Augenhöhe.


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