Was ist ein Simlock?

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Der Begriff „SIM-Lock“ bezeichnet eine Art internen Beschränkungs- oder Sperrcode für ein Mobiltelefon. Das aus dem Englischen stammende Wort „lock“ bedeutet im Deutschen schlicht: „Sperre“.

Einschränkung der Nutzbarkeit

Der interne Sperrcode schränkt die Nutzbarkeit eines Mobiltelefons so ein, dass die entsprechende SIM-Karte nur in bestimmten Handys, in ausgewählten Ländern, Handy-Netzen oder nur im Rahmen bestimmter Tarif-Modelle funktionsfähig ist. Eine Beschränkung auf bestimmte Netze wird auch als „Netlock“ bezeichnet.

SIM-Lock bei Prepaid Handys

Derartige, in den jeweiligen Mobiltelefonen integrierte Sperrcodes sind in Deutschland vor allem bei sogenannten „Prepaid-Paketen“. Doch auch bei teuren Smartphones mit Vertrag, wie z.B. dem Apple iPhone, wird die Sperre bei der Telekom und Vodafone oftmals eingebaut.

Die internen Kartensperren binden die Nutzbarkeit eines Handy-Modells für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten an das Tarifsystem oder das Netz desjenigen Mobilfunkanbieters, der das Prepaid- oder Vertrags-Handy ursprünglich angeboten hatte. Viele Handy-Shops bieten aber mittlerweile Handys ohne Vertrag und SIM-Lock.

Kostenloser Entsperrcode nach 24 Monaten

Mithilfe der SIM-Lock-Funktion soll insbesondere verhindert werden, dass die durch die Mobilfunkanbieter preislich subventionierten Handys vor Ablauf einer bestimmten Frist innerhalb des eigenen Tarifsystems nicht genügend Umsatz erbringen. Erst wenn der SIM-Lock nach Ablauf der Vertragsdauer – in der Regel nach 12 oder 24 Monaten – entsperrt wird, kann der Handy-Nutzer mit seinem Gerät auch die billigeren Tarife oder das schnellere Netz eines anderen Mobilfunk-Providers nutzen.

Denn erst nach frühestens 12 Monaten hat sich das Gerät aus der Sicht des Providers bezahlt gemacht, beziehungsweise „amortisiert“. Nach dieser Frist ist das Gerät jedoch auch bereits technisch veraltet. Aus der Perspektive des Anbieters ist nach einer solchen Frist bei vielen Kunden nun auch die Neigung größer, eventuell ein neues und moderneres Prepaid-Handy zu erwerben.

Abfrage des Sperrcodes über das Internet

Nach Ablauf der Vertragsfrist kann der Kunde sich jedoch auch unter Angabe der Seriennummer (IMEI) und des Modelltyps seines Handys auf Wunsch den passenden Entsperrcode zusenden lassen. Bei den großen Prepaid-Anbietern lassen sich diese Entsperrcodes relativ leicht auch direkt über das Internet bestellen.

Achtung: Dieser Code ist nur für ein einziges Handy gültig!

Entsperrung durch Zahlenfolge

Die eigentliche Entsperrung des SIM-Locks erfolgt schließlich über entsprechende Menüs auf dem Handy. Das jeweilige Entsperrungsprozedere kann dementsprechend von Gerät zu Gerät deutlich variieren. SIM-Karten-Handys gewähren jedoch nur eine beschränkte Anzahl von Entsperrungsversuchen. Wird der Code mehrfach falsch eingegeben, kann das Handy sogar dauerhaft nicht mehr für andere Mobilfunk-Karten freigeschaltet werden. T-Mobile ermöglicht seinen Kunden beispielsweise insgesamt 10 Entsperrungsversuche pro Handy beziehungsweise pro SIM-Karte.

Vorzeitige Freischaltung möglich

Mobilfunkanbieter gewähren ihren Kunden meist auch das Recht, vorzeitig den SIM-Lock ihres Prepaid-Handys freischalten zu lassen. Dies ist jedoch nur durch Zahlung einer Art Freikaufpauschale möglich. Sie liegt bei den großen Mobilfunkanbietern derzeit bei rund 100 € pro Gerät. Diese Pauschale soll den etwaigen Umsatzverlust des Mobilfunkanbieters, der durch eine vorzeitige Vertragsauflösung entsteht, ausgleichen helfen.

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