Was ist VoIP?

aus der Kategorie: Lexikon

VoIP steht als Abkürzung für Voice over IP und bezeichnet Sprachverbindungen über Computernetzwerke, wobei in der Regel das Internet gemeint ist. Im Kern unterscheidet sich das System kaum von der klassischen Telefonie. Auch bei Verbindungen über das Internet werden Vermittlungsdaten sowie Sprache ausgetauscht. Die technische Umsetzung unterscheidet sich lediglich im Detail.

Technik stammt aus 70-er Jahre

Erste Gehversuche mit datenbasierten Sprachübertragungen gab es bereits in den siebziger Jahren, allerdings sind solche Versuche mit heutigen Methoden kaum noch zu vergleichen. Größere Aufmerksamkeit erhielt die Technik erst im Jahr 1994, als Michaela Merz zusammen mit der Free Software Association of Germany die freie Software mtalk vorstellte. Lange Zeit diente das Programm als Basis für unzählige VoIP-Programme und bis heute stehen die Quellcodes bereit und werden unter anderem zu Lehrzwecken genutzt.

VoIP entwicklet sich weiter

Mit der Zeit wurden zahlreiche Standards verabschiedet, die VoIP zum Wachstum verhelfen sollten. So können Nutzer von unterschiedlichen Systemen miteinander telefonieren, ohne dass dabei größere Störungen auftreten. Wie bei einem normalen Telefon beginnt der technische Ablauf dabei mit einem ganz normalen Mikrofon, das sich in einem Telefon oder auch in einem Computer oder irgendeinem anderen Gerät, das VoIP-fähig ist, befinden kann.

Die Sprache wird aufgenommen und über das Internet an den Empfänger verschickt. In der Regel werden die Daten auch komprimiert, damit die Bandbreite geschont wird. Verschlüsselungen sind ebenfalls möglich. Am Empfängergerät werden die Datenpakete schließlich wieder umgewandelt. In der Regel kümmert sich ein Server um eine solche Verbindung, es gibt jedoch auch andere Ansätze.

VoIP Verbreitung durch Skype

Im Jahr 2004 konnte Skype das Internet im Sturm erobern. Das System hält sich nicht an gängige Standards und setzt stattdessen auf eine Peer-to-Peer-Lösung. Nahezu der gesamte Datenverkehr findet also nur über die Teilnehmer selbst statt, wodurch Skype viel Bandbreite einspart. Bis heute freut sich Skype über viele Teilnehmer und ist auf unzähligen Geräten verfügbar. Zwischenzeitlich wurde das Unternehmen jedoch von Microsoft gekauft.

VoIP in der Zukunft

VoIP wurde von Anfang an mit dem Hintergedanken entwickelt, in Zukunft Zeit und Kosten zu sparen. Durch ein einheitliches System sollen Telefonate schnell und einfach realisiert werden, egal wo sich ein Teilnehmer gerade befindet. Das größte Problem ist dabei der Übergang von alter zu neuer Technologie. Die Anbieter entschieden sich dabei für einen fließenden Übergang, etablierte Standards bleiben also noch einige Zeit bestehen, obwohl VoIP schon vor Jahren eingeführt wurde. Die Vermittlung zwischen den beiden Systemen stellt die Betreiber jedoch bis heute vor Herausforderungen.

VoIP Telefonie zukünftig mit LTE

Besonders im Hinblick auf den neuen Mobilfunkstandard LTE erhält VoIP jedoch eine ganz neue Gewichtung. Denn LTE sieht laut Standard nur Datenverbindungen vor, vermittlungsbasierte Telefonate sind also überhaupt nicht mehr möglich. Die komplette Telefonie im LTE-Netz wird also per VoIP realisiert. Dabei kommt es bis heute zu Schwierigkeiten, etwa dass Teilnehmer bei einem Anruf aus dem LTE-Netz abgemeldet werden und sich erst in ein 3G- oder 2G-Netz einwählen müssen. Auf lange Sicht wird VoIP aber zum Standard werden und klassische Telefonverbindungen werden sowohl im Festnetz als auch mobil immer seltener auftauchen.

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