Donnerstag, den 01.08.13 09:05

aus der Kategorie: DSL & Internet,

Häufige Retouren: Amazon sperrt Nutzerkonten ohne Vorwarnung

Das Online-Versandhaus Amazon war bisher für seine kulante Regelung bei der Rücksendung bestellter Waren bekannt. Einige Nutzer haben es wohl bezüglich der Rückgaben übertrieben und werden nun von Amazon ohne Vorwarnung gesperrt.

30-tägige Rückgabegarantie

Obwohl gesetzlich für private Online-Einkäufe ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen gilt, hat Amazon dieses freiwillig auf 30 Tage erhöht. Neben Waren erlaubt es der Händler auch E-Books innerhalb einer Frist von sieben Tagen zu stornieren. Im Internet häufen sich seit einiger Zeit die Meldungen, dass Amazon Kundenkoten bei zu vielen Retouren sperrt.

Sperrung ohne Vorwarnung

Eine Sperrung des Nutzerkontos erfolgt ohne jegliche Vorwarnung, Betroffene erhalten lediglich ein Schreiben per E-Mail oder Briefpost. Als Grund für die Schließung des Kontos gibt Amazon die „Überschreitung der haushaltsüblichen Anzahl an Retouren“ an.

AmazonKeine Obergrenze bekannt

Was die Anzahl der haushaltsüblichen Retouren betrifft, macht das Versandhaus hierzu keinerlei Angaben – weder in den AGBs noch auf der Hilfeseite. Laut Amazon erfolge eine Sperrung eines Accounts nur nach vorheriger gründlicher Prüfung, wenn kein gewöhnliches Einkaufs- und Retoureverhalten eines Kunden vorliegt.

Rechtlich in Grauzone

Mit der Kündigung von Nutzerkonten ohne Vorwarnung bewegt sich Amazon rechtlich in einer Grauzone. Laut Rechtsanwalt Christian Solmecke können Amazon grundsätzlich seine Kunden selber aussuchen: „Auch beim Online-Shopping gilt der Grundsatz der Privatautonomie. Das bedeutet, Amazon darf selbst entscheiden, mit welchen Kunden Verträge abgeschlossen werden sollen und mit welchen nicht.“

Grundsätzlich 14-tägiges Widerrufsrecht

Dennoch müssen alle Online-Shops ihren Kunden in Deutschland ein 14-tägiges Widerrufsrecht einräumen. Auch wenn Kunden übermäßig oft Artikel ohne Begründung zurücksenden, so gilt nach wie vor das gesetzliche Widerrufsrecht. Andernfalls hätte dies laut dem Rechtsanwalt eine „Aushöhlung des gesetzlichen Widerrufsrechts zur Folge“. Eine Sperrung des Kontos ohne vorherige Vorwarnung hält Solmecke zudem für unverhältnismäßig, das es nirgendwo eine Angabe zur Grenze der tolerierten Rücksendungen gibt.  Betroffenen Kunden rät der Anwalt, sich mit dieser Argumentation an das Unternehmen zu wenden und eine Reaktivierung des Kontos zu fordern.

Sperrung hat für Kunden weitere Folgen

Kunden, denen das Nutzerkonto gesperrt wird, können außerdem die E-Book-Bibliothek für Kindle E-Book-Reader, die Amazon Cloud und die Amazon Musik-Dienste nicht mehr nutzen. Erworbene E-Books lassen sich zwar weiterhin auf den Kindle-Modellen wiedergeben, neue Bücher können allerdings nicht mehr erworben werden.


Silke B.

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