Donnerstag, den 17.10.13 09:00

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Telekommunikationsmarkt 2013: TK-Umsätze rückläufig, SMS lebt weiter

Der Dialog Consult und VATM haben am Mittwoch in Berlin eine große Studie zum deutschen Telekommunikationsmarkt vorgestellt. Erneut war der Umsatz im TK-Markt rückläufig, der SMS-Versand boomt dagegen weiter. In unserem heutigen Artikel berichten wir über Marktanteile und Umsätze der Provider sowie Datenverbrauch und Volumenverteilung. In einem weiteren Bericht folgen aktuelle Studien zum Festnetzgeschäft und den Mehrwertdiensten.

Umsätze de TK-Markts rückläufig

Im Geschäftsjahr 2013 wir der Umsatz von Telekommunikationsdiensten mit voraussichtlich 59,6 Milliarden Euro leicht rückläufig sein (-0,6 Milliarden Euro). Während im Mobilfunkbereich der Umsatz um 0,3 Milliarden (+ 2,1 Prozent) auf 25,1 Milliarden Euro leicht zulegen wird, wird der Umsatz im TK-Festnetzbereich um etwa 1,3 Milliarden Euro auf 29,7 Milliarden Euro zurückgehen.

Dabei sinkt der Umsatz der Deutschen Telekom im Festnetz-Segement um 6,5 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro. Die Kabelnetzbetreiber werden, wie in den vergangenen Jahren, ihren Umsatz um 0,4 Milliarden Euro auf 4,8 Milliarden Euro steigern können (+ 9,1 Prozent).

Bildquelle VATM: blau (o2), grün (E-Plus), rot (Vodafone) und rosa (Telekom)

Bildquelle VATM: blau (o2), grün (E-Plus), rot (Vodafone) und rosa (Telekom)

Aktivierte SIM-Karten der Netzbetreiber

Nach der Studie werden am Jahresende 114,1 Millionen aktivierte SIM-Karten bei den Mobilfunknetzbetreibern aktiviert sein, davon entfallene etwa 3 Prozent auf M2M-SIM-Karten. Mit schätzungsweise 37,6 Millionen SIM-Karten und einen Marktanteil von 32,9 Prozent bleibt die Telekom klarer Marktführer vor Vodafone mit 31,9 Millionen SIM-Karten und einem Marktanteil von 28 Prozent. Dahinter folgt E-Plus mit 25,1 Millionen aktivierten SIM-Karten und o2 mit 19,5 Millionen SIM-Karten.

Der Marktanteil der kleinen Netzbetreiber wird auf 22 Prozent (E-Plus) und 17,1 Prozent (o2) geschätzt. Nach einer Fusion würden diese aber die Marktführerschaft mit 44,6 Millionen SIM-Karten (39,1 Prozent) übernehmen.

Wie eingangs erwähnt wird der Mobilfunkumsatz im Jahr 2013 etwa 25,1 Milliarden Euro betragen. Davon entfallen 7,5 Milliarden Euro (29,8 Prozent) auf den Marktführer Telekom. Dahinter folgt der Düsseldorfer Netzbetreiber Vodafone mit 7,1 Milliarden Euro (28,3 Prozent), Telefonica o2 mit 3,6 Milliarden Euro (14,3 Prozent) und E-Plus mit 3,1 Milliarden Euro (12,4 Prozent). Wird die Fusion zwischen o2 und E-Plus genehmigt, würde sich der gemeinsame Mobilfunkumsatz auf 6,7 Milliarden Euro belaufen (26,7 Prozent). Dahinter folgen die Service-Provider Freenet (mobilcom-debitel) mit 3,0 Milliarden Euro (12 Prozent), der Provider 1&1 mit 0,5 Milliarden Euro (2,0 Prozent) und die Drillisch-Gruppe mit 0,3 Milliarden Euro (1,2 Prozent) Umsatz.

Bildquelle VATM

Bildquelle VATM

Datenumsatz wächst 2013 um 17,3 Prozent

Das Geschäft mit den mobilen Daten boomt auch im Jahr 2013. Im Vergleich zum Vorjahr steigt der Umsatz von 5,2 Milliarden Euro auf 6,1 Milliarden Euro (+ 17,3 Prozent). Der gesamte Datenumsatz (mit SMS) wird zum Jahresende auf 8,8 Milliarden Euro geschätzt. Der Anteil des mobilen Datenumsatzes wächst auf 69,3 Prozent, im Vorjahr lag der Wert bei 65 Prozent. Der SMS-Umsatz wird nur noch 2,7 Milliarden Euro (30,7 Prozent) betragen und ist damit das zweite Jahr in Folge rückläufig.

Bildquelle VATM

Bildquelle VATM

Mit den Umsätzen steigt auch das mobil übertragene Datenvolumen von Jahr zu Jahr. Im Schnitt liegt die Steigerung pro Postpaid-SIM-Karte (inklusive LTE) gegenüber den Vorjahr 15 Prozent. Waren es im Jahr 2012 noch durchschnittlich 227 MB pro SIM-Karten steigt der Verbrauch im Jahr 2013 auch schätzungsweise 261 MB an. Das gesamte Datenvolumen steigt sogar um 20 Prozent von 140,6 Millionen GB auf 170,1 Millionen GB an.

Damit hat sich der Datenverbrauch pro SIM-Karte innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2010 lag der durchschnittliche Verbrauch noch bei 117 MB pro SIM-Karte und das Gesamtvolumen bei 67,9 Millionen GB. Zwei Jahre zuvor (2008) lag das Volumen pro SIM-Karte noch bei 22 MB pro Monat.

Volumenverteilung: 70 Prozent verbrauchen < 250 MB pro Monat

Interessantes zeigt sich bei der Volumenverteilung der 55,7 Millionen Postpaid  SIM-Karten. So werden bei 38,4 Prozent der Mobilfunkanschlüsse weniger als 50 MB Datenvolumen pro Monat verbraucht. Weitere 31,4 Prozent der Anschlüsse verbrauchen derzeit monatlich zwischen 50 und 250 MB. Nur 30 Prozent der Postpaid-Kunden verbrauchen derzeit ein Datenvolumen, welches höher als 250 MB pro Monat ist. Die Zahlen zeigen auf, dass weiterhin ein enorm großes Wachstumspotenzial im mobilen Datensegment vorhanden ist. Wichtig zu erwähnen: 40 Prozent des mobilen Datenvolumens wird derzeit schon über LTE-Netze und LTE-Endgeräte übertragen.

Bildquelle VATM

Bildquelle VATM: Verteilung des Datenvolumens

SMS-Markt boomt trotz Messaging-Apps weiter

Trotz der vielen Messenger Konkurrenten wie WhatsApp oder der von den Netzbetreibern eingeführte Dienst Joyn, ist die SMS nicht totzukriegen. Auch in diesem Jahr wird ein neuer Rekord mit täglich 168,3 Millionen versendeten SMS prognostiziert. Das wäre gegenüber dem Vorjahr mit 159,7 Millionen SMS ein Zuwachs von 8,6 Millionen Kurznachrichten pro Tag. Gründe für den weiteren Erfolg sind zum einen, die bei Allnet-Flat-Tarifen oft als Bestandteil enthaltenen SMS-Flats. Zum anderen wird die SMS immer häufiger in großen Unternehmen wie z.B. Banken (SMS-Tan) oder der Deutschen Bahn (Erinnerungsfunktion, Verspätungsalarm) eingesetzt.

Im Jahr 2013 werden die abgehenden Mobilfunkminuten von 300 Millionen (2012) auf 309 Millionen pro Tag steigen. Das Sprachminutenvolumen der Festnetzanschlüsse ist dagegen weiterhin rückläufig. 2013 wird dies von 488 Millionen Gesprächsminuten pro Tag auf 478 Millionen sinken. Die Mobilfunkanschlüsse erreichen damit in Sachen Sprachminuten 65 Prozent des Festnetzniveaus.

Bildquelle VATM: Festnetz (blau), Mobilfunk (rot)

Bildquelle VATM: Festnetz (blau), Mobilfunk (rot)

Das starke Wachstum der Mobilfunkminuten ist vor allem auf die Verbreitung von Allnet-Flats zurückzuführen und wird in den kommenden Jahren zu einem weiteren Wachstum führen.


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