Mittwoch, den 20.11.13 10:13

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mobilcom-debitel: Kunde soll 20.000 Euro nach Handy-Diebstahl zahlen

Ein Handy wurde  gestohlen – an sich nichts Besonderes. In diesem spektakulären Fall soll jedoch ein mobilcom-Kunde ganze 20.000 Euro berappen. Laut Provider wurden in zwei Stunden mehrere hundert Verbindungen nach Dubai aufgebaut.

Kunde wurde Handy gestohlen

Laut einem Bericht der WAZ wurde dem Mann im Spanien-Urlaub sein Handy gestohlen. Der Diebstahl wurde in Barcelona in der Nacht zum 18. August vollzogen. Obwohl das Mobilfunkgerät gesperrt wurde, konnten die Diebe angeblich noch Unmengen an Telefonaten ausführen. Der Mobilfunkanbieter verlangt jetzt 20.503,51 Euro vom Kunden. Das will die betroffene Familie nicht hinnehmen und hat nun einen Anwalt eingeschaltet.

Handy wurde gesperrt

Wie ein Freund es Opfers berichtet, waren beide Männer in Barcelona unterwegs. Mitten in der Nacht, etwa gegen 1 Uhr, wurde dem Opfer sein Samsung Galaxy S3 aus der Hosentasche geklaut. Gegen 15.50 Uhr wurde der Diebstahl an dem Vater des Opfers gemeldet, der daraufhin sofort das Handy beim Provider sperren ließ.

PressebildIn 100 Minuten 20.000 Euro vertelefoniert?

Nach dem Ende des Urlaubs erhielt der Mann von seinem Anbieter mobilcom-debitel eine Rechnung über ganze 20.503,51 Euro. Daraufhin schaltete der Vater einen Anwalt ein. Laut  Anwalt habe auch der Mobilfunkanbieter eine Überwachungspflicht und muss gegebenenfalls eine Verbindung trennen, sobald gewisse Grenzen überschritten werden.

Außerdem sei es unwahrscheinlich im Minutentakt ganze einhundert Verbindungen aufzubauen. Laut Verbindungsnachweis des Anbieters soll in der Zeit von 13.38 Uhr bis 15.49 Uhr eine einzige Rufnummer in Dubai insgesamt 570 Mal angerufen worden sein. Alleine um 15.33 Uhr wurde die Rufnummer im Einzelverbindungsnachweis zehn mal mit einer Gesprächsdauer von rund zwei Stunden gelistet.

mobilcom-debitel äußert sich

In einem Brief an den Vater des Opfers äußert sich der Mobilfunkanbieter wie folgt: „Weiterhin bestehen keine Zweifel an der Richtigkeit der Rechnung, da es mit modernen Smartphones einfach möglich ist mehrere Verbindungen parallel aufzubauen, so wie es in ihrem Fall geschehen ist.“

Auch die WAZ erkundigte sich bei Mobilcom. Der Anbieter teilte der WAZ mit: „Gerne teilen wir Ihnen mit, dass wir uns aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht dazu entschieden haben, dem Kunden alles bis auf eine Summe von 1000 Euro gutzuschreiben. Wir weisen darauf hin, dass sich unsere Kunden gegen solche Kosten in Form einer Roamingsperre schützen können. Wir bitten den Kunden jedoch, sollte das Handy und/oder SIM-Karte abermals verloren gehen, sich innerhalb kürzester Zeit bei uns zu melden und das Gerät sperren zu lassen. Sollte es noch einmal zu einer solch hohen Rechnung kommen, sehen wir keine Möglichkeit eine Kulanz in dieser Form zu gewähren.“

Gericht entscheidet in Vergangenheit für Verbraucher

Ob der Kunde vor Gericht ziehen wird ist noch unklar. In einem anderen Fall hatte die Kanzlei Hollweck Anfang des Jahres gegen die Telekom gewonnen. Unter dem Az.: 9 O 177/12 wurde einer Telekom-Kundin ein Smartphone gestohlen. Der Dieb verursachte eine Rechnung in Höhe von 7598,29 Euro. Da jedoch zwischen Diebstahl und Sperrung einige Zeit verging, könnte das Gericht in diesem Fall anders entscheiden.


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