Sonntag, den 02.02.14 14:30

aus der Kategorie: DSL & Internet, TopNews

Redtube-Skandal: Die Abgemahnten bleiben wohl die Verlierer

Der Redtube-Abmahnskandal sorgte in den letzten Monaten für reichlich Wirbel. Tausende Internetbesucher erhielten Post mit einer Abmahnung wegen angeblichen illegalem Porno-Streaming. Obwohl inzwischen die Beschlüsse des LG Köln revidiert wurden, bleiben Abgemahnte womöglich doch auf den Kosten sitzen.

Kölner Landgericht revidiert Beschlüsse

Nachdem das Kölner Landgericht noch im Dezember angekündigt hatte, die Rechtmäßigkeit der Abmahnungen überprüfen zu wollen, geschah jetzt das, was Kritiker schon im Vorwege vermutet hatten. Das Gericht schwenkte revidiert die bisherigen Beschlüsse und korrigierte seine Entscheidung. Die Zivilkammer kam zu dem Entschluss, dass Namen und Anschriften von Abgemahnten hätten nicht ermittelt werden dürfen. Beschwerden von Anschlussinhabern wurde durch eine Zivilkammer des Gerichtes stattgegeben.

Abmahnung von Kanzlei U+C

Zuvor hatte die Anwaltskanzlei U+C tausende Mahnungen verschickt. Angeblich hätten die Betroffenen illegal Pornos auf der Redtube Webseite angesehen. Den Auftrag erhielten die Anwälte um Thomas Urmann von der Schweizer Firma The Archive AG. Diese wiederum hatte vom Rechtsanwalt Daniel Sebastian gesammelte IP-Adressen erhalten. Die Daten von Telekom-Kunden wurden beim Kölner Gericht angefordert. Nur weil das Gericht einer Vielzahl von Anträgen zustimme, müssen sich noch heute tausende Betroffene damit befassen.

redtube abmahnung

(c) Redtube.com

Ist das Gericht mitschuldig?

Aktuell hat das Gericht den Beschwerden von Anschlussinhabern stattgegeben. 110 Beschwerden von ungefähr 30.000 Abgemahnten sind bisher eingegangen – im Vergleich zur Gesamtzahl der Abmahnungen eine äußerst geringe Anzahl. Aber die „Opfer“ können zumindest hoffen.  Das Gericht hat aufgrund einer Täuschung von „The Archive AG“ seine Entscheidung revidiert. Ursprünglich war bei den Anträgen immer von Downloads die Rede. Doch auf dem RedTube-Kanal werden Pornos lediglich gestreamt. Das Streamen von Filmen ist aber, nach Auffassung der Kammer, nicht grundsätzlich ein Gesetzesverstoß im Sinne des Urheberrechtes, so das Gericht in einer Pressemitteilung. Auch ist noch unklar, wie überhaupt die IP-Adressen von den angeblichen Porno-Opfern ermittelt wurden.

Gericht in der Kritik

Die Fehlentscheidung des Gerichts ist für viele Abgemahnte nachteilig und wirft zudem kein gutes Licht auf die Institution. Immerhin waren 16 Zivilkammern damit beschäftigt, um die ursprünglichen Anträge zu bearbeiten. In gleich 62 Fällen haben die Richter eine Herausgabe der sensiblen Daten, die Rechtsanwalt Daniel Sebastian verschickt hatte, angeordnet. Bei 27 Anträgen konnte eine Verstoß nicht nachgewiesen werden, die Anträge wurden abgelehnt. In den Anträgen tauchte der Name Redtube gar nicht auf, insofern konnten die Richter nicht wissen, dass es sich bei allen Anträgen um das gleichen Portal handelte. Aufgrund dessen wurden tausende Abmahnungen verschickt, doch haben die einzelnen Kammern nicht effektiv zusammengearbeitet?

Ausgesprochene Abmahnungen bleiben bestehen

„Auf die Wirksamkeit der bereits ausgesprochenen Abmahnungen hat die Entscheidungen leider keine Auswirkungen. Aber das Landgericht hat angekündigt, dass es die Möglichkeit von Beweisverwertungsverboten prüfen wird. Dann könnte „The Archive AG“ ihre Ansprüche nicht mehr gerichtlich durchsetzen“, so der Medienanwalt Johannes von Rüden aus Berlin. Das könnte sich  für alle, die noch keine Abmahngebühr bezahlt haben, positiv auswirken. Abgemahnte, die jedoch bereits die Abmahngebühr bezahlt haben, dürften aber mit großer Wahrscheinlichkeit auf ihren Kosten sitzen bleiben.


Werde jetzt Mobilfunk-Talk Online-Redakteur

Jetzt kommentieren (3)

Zur Diskussion im Forum:

Tipp: Nur für kurze Zeit - Callya Freikarte oder o2 Freikarte oder BASE SIM-Karte oder Telekom Freikarte kostenlos bestellen!

3 Kommentare zu Redtube-Skandal: Die Abgemahnten bleiben wohl die Verlierer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Profilbilder bei Gravatar
  1. Katze schrieb am 11.02.2014 um 22:56

    Auf den Kosten sitzen bleiben.
    Ich hab zwar nicht gezahlt, aber meinen AW
    mit einem gegen Schreiben beauftragt.
    Noch habe ich aber keine Rechnung von meinem AW. Kommt die noch, schicke ich die direkt zu den Herrn Richtern am OLG Köln.
    Die können die dann begleichen.
    Wenn ich in meinen Job scheiße baue, muss ich sie auch selbst bezahlen.

  2. Andreas Voigtmann schrieb am 07.02.2014 um 14:22

    Hallo Willi,

    wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Zudem lässt Deine Ausdrucksweise sehr zu wünschen übrig… Es geht in diesem Fall um die Leute, welche bereits bezahlt haben. Schönes WE!

  3. Willi Schwissen schrieb am 05.02.2014 um 21:20

    So ein Schwachsinn.
    Wisst ihr eigentlich was ihr da für eine Scheisse schreibt.

    Wenn mich jemand zu Unrecht abmahnt, dann KANN dies niemals Bestand haben. Das kann KEIN Gericht bestimmen.

    Ich habe auch so eine Kacke von diesen Pennern bekommen; mir darauf einen gepellt und den Mist ohne mit der Wimper zu zucken vernichtet.
    Wenn die mein Geld haben wollen, bitte holen kommen.
    Die gehen aber dann mit zwei dicken Augen und mindestens ohne obere Kauleiste; naja vielleicht versenke ich die auch in nem See.

Startseite | Datenschutz | Impressum