Donnerstag, den 10.07.14 11:25

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BNetzA: Call-by-Call und Preselection weiterhin Telekom-Pflicht [Update]

Ein Entscheidungsentwurf der Bundesnetzagentur sieht auch in Zukunft eine Verpflichtung der Telekom zur Bereitstellung von Call-by-Call und Preselection vor. Während die Telekom darauf plädiert, die Dienste wegen geringer Nutzung abzuschaffen, argumentiert die Regulierungsbehörde mit nach wie vor weitreichenden Vorteilen für Verbraucher. Update: Die Entscheidung ist gefallen, auch in Zukunft muss die Telekom Call-by-Call und Preselection zur Verfügung stellen.

Call-by-Call und Preselection

Vor dem Boom der Flatrates und Volumentarife waren Call-by-Call- und Preselection-Angebote ein einfacher Weg, um kostengünstig längere Gespräche in die deutschen Fest- und Mobilfunknetze oder zu ausländischen Gesprächspartnern zu tätigen. Im Call-by-Call-Betrieb wird auch heute noch eine spezielle Vorwahl vor die eigentliche Zielrufnummer gesetzt. Die Abrechnung findet dann günstiger über den Call-by-Call-Anbieter statt, wird jedoch mit der normalen Telefonrechnung eingezogen. Preselection bedient sich des gleichen Konzepts, hier ist jedoch in der Regel ein konkreter Anbieter voreingestellt, so dass das separate Wählen vor dem Verbindungsaufbau entfällt.

Telekom zweifelt an Nutzen

Durch die Einführung von Flat-Tarifen und Volumenpaketen ist die Nutzung von Call-by-Call und Preselection in den letzten Jahren stark zurück gegangen. Diese Tatsache dient auch der Telekom als Hauptargument, die von der Bundesnetzagentur auferlegte Verpflichtung zur Ermöglichung dieser Dienste innerhalb des hauseigenen Festnetz-Angebotes in Frage zu stellen. Nach Angabe des Bonner Telekommunikationsriesen seien beide Dienste nicht mehr geeignet, die fokusierte Wettbewerbsförderung zu gewährleisten. Die stetige sinkenden Nutzungszahlen weisen zudem darauf hin, dass Verbraucher kaum noch Interesse an den günstigen Vorwahlen haben.

© ExQuisine - Fotolia.com

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BNetzA hält an Verpflichtung fest

Die Bundesnetzagentur hält jedoch auch weiterhin an der Verpflichtung der Telekom fest. In einem Entscheidungsentwurf über die Rahmenbedingungen für die Regulierung der Festnetz-Endkundenanschlüsse gibt die Behörde an,  „die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher und die tatsächliche Nachfrage rechtfertigen es (…) nicht, diese Wahlmöglichkeit schon jetzt aufzuheben“. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur meint:  „Trotz verbreiteter Flatrate- und Bündelangebote stellen Call-by-Call und Preselection für bestimmte Kundengruppen noch immer eine wichtige Option dar.“

Hohes Einsparpotential

Während in neueren Tarifen aufgrund umfassender Inklusivleistungen kaum noch eine Verwendung stattfindet, diagnostiziert die Bundesnetzagentur vor allem in ältern Tarifen – namentlich werden der T-Net Standard und der T-Net Call Plus genannt – Einsparpotentiale von bis zu 65 Prozent. Auch Kunden neuerer Tarife, etwa des Call Start oder Call Basic, würden den Einschätzungen zufolge monatlich eine hohe Summe sparen. Würde die Abrechnung hingehen zu den von der Telekom festgelegten Konditionen erfolgen, würden diese Kunden unverhältnismäßig benachteiligt.

Stellungnahme bis 16. April

Der Verfügungsentwurf inklusiver aller Einzelheiten kann auf der Homepage www.bundesnetzagentur.de eingesehen werden. Interessierte Martkteilnehmer haben noch bis 16. April 2014 die Möglichkeit, zu den Regelungen Stellung zu nehmen.

Update: Preselection und Call-by-Call weiterhin Pflicht

Nach der nur feststehenden Entscheidung der Bundesnetzagentur muss die Telekom auch in Zukunft Call-by-Call und Preselection ermöglichen und „ihren Festnetz-Endkundinnen und Endkunden für Telefongespräche auch künftig die Möglichkeit der fallweisen oder dauerhaften Auswahl eines anderen Netzbetreibers (sog. Call-by-Call bzw. Preselection) bieten“. Die Entgelte für diese Dienste sind dabei nicht im Vorfeld festgelegt, können aber nachträglich jederzeit durch die Bundesnetzagentur reguliert werden. Eine Überprüfung findet statt, wenn „Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sie missbräuchlich sind und daher nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen“.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur sei die Entscheidung notwendig geworden, weil die Telekom nach wie vor über eine „beträchtliche Marktmacht“ verfüge und die Gefahr des Missbrauchs bestand. Ausgenommen von den Regelungen sind jedoch „Telekom Großkunden im Rahmen von Gesamtverträgen mit einem Jahresnettoumsatz von mehr als 500.000 Euro“, hier konnte man keine Marktmacht mehr feststellen. Wie in der Vergangenheit üblich, weist die Entscheidung eine Gültigkeit von zwei bis drei Jahren auf. In der Regel wird danach neu geprüft.


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