Donnerstag, den 29.05.14 16:03

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WhatsApp-Nutzer treten Nutzungs- und Bildrechte automatisch ab [Update]

Der wohl beliebteste Messenger weltweit WhatsApp erregt wieder mal Aufsehen. Sobald die App benutzt wird, werden wie bei Facebook alle Nutzungs- und Bildrechte automatisch an das Unternehmen abgetreten. Dadurch kann WhatsApp sämtliche Fotos, Selfies oder auch andere Inhalte kostenlos weiter verwenden ohne den Nutzer  fragen zu müssen – und das sind Millionen von Dateien, die alleine täglich über den Messenger versendet werden. Update: AGB des Messengers sind ungültig.

WhatsApp: Bildrechte abgetreten

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von WhatsApp, im Kleingedruckten unter Punkt 5.B.ii „User Status Submission“s ab Absatz To be clear, kann die entsprechende Passage nachgelesen werden. Aus dem Abschnitt geht hervor, das WhatsApp sich die nötigen Rechte vorbehält um Bilder, Texte oder auch andere Inhalte, die ein Nutzer postet, auch auf weiteren Medienkanälen oder Plattformen zu verbreiten. Das Unternehmen gibt sich auch die Möglichkeit, Rechte an andere Unternehmen zu verkaufen.

WhatsApp Facebook

WhatsApp wurde von Facebook aufgekauft

Gebührenfreies Recht

Ein Beispiel: Sie nehmen ein Foto auf mit dem Smartphone und senden es via WhatsApp an Ihre Freunde und Bekannten. Jetzt kann es passieren, dass das Unternehmen einige Wochen später das Foto für eine Anzeige verwendet. Laut AGB von WhatsApp geschieht dies ohne dass sie als Nutzer überhaupt gefragt werden. Auch mit einer möglichen Bezahlung ist nicht zu rechnen. Das Ganze ist legal, denn sie haben mit der Benutzung der App alle Nutzungsrechte samt deren Inhalte kostenlos an den Messenger abgetreten. Dazu der auf das Internet spezialisierte Anwalt Rolf Becker:WhatsApp lässt sich ein gebührenfreies Recht einräumen, fast alles mit den Inhalten der Nutzer anzustellen“.

Rechtliche Folgen für den Nutzer

Trotzdem bleiben alle Urheberrechte bei den jeweiligen WhatsApp-Nutzern und das könnte zu eineme Problem werden. Sobald ein Bild versendet wird, an welchem ein Drittanbieter die Rechte besitzt, könnte der Nutzer mit rechtlichen Folgen rechnen. Es ist nicht bekannt, wie WhatsApp mit Inhalten der Nutzer diesbezüglich umgeht. Eine Klage seitens der Verbraucherzentrale läuft bereits.

Update: AGB des Messengers sind ungültig

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von WhatsApp sind den Verbraucherschützern schon lange ein Dorn im Auge. Grundsätzlich muss jeder, der mit deutschen Verbrauchern einen Vertrag abschließt, auch das „Kleingedruckte“- die sogenannten „Terms of Service“ –  in Deutsch veröffentlichen. Der gesamte Inhalt in den AGB`s des Unternehmens bezüglich der Nutzungs- und Bildrechte jedoch ist auf Englisch. Damit  ist dieser Passus für deutsche Nutzer des Messengers zumindest ungültig. Rechtsexpertin Bianca Skutnik dazu: „Viele deutsche Verbraucher sprechen zwar gutes Englisch, aber das heißt noch lange nicht, dass sie auch die englische Rechtssprache verstehen“. Ein Nutzungsvertrag muss in Deutsch verfasst sein, schließlich wurde der Dienst ja auch in deutscher Sprache beworben. Auch zum Impressum des Unternehmens übt die Rechtsexpertin Kritik. Weder eine Postanschrift noch ein zweiter Kommunikationsweg neben der E-Mail-Adresse sind enthalten. Auch das Landgericht hielt diese Angaben für nicht ausreichend. Näheres dazu erfahren Leser in unserem separaten Artikel.


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