Sonntag, den 13.07.14 14:00

aus der Kategorie: Telefon & Festnetz

Telekom: Netzagentur will Durchleitungsgebühren weiter senken

Die Bundesnetzagentur plant, die Gebühren der Telekom für die Durchleitung eines Gespräches durch ihr Netz erneut zu senken. Der Entwurf soll voraussichtlich im Dezember 2014 in Kraft treten und reduziert unter Berücksichtigung der Netzmodernisierungen der Telekom die Höchstpreise um 20 Prozent. Die Telekom indes kritisiert den Vorschlag und befürchtet zu hohe Wettbewerbsvorteile für die Mitbewerber Google und Skype.

Durchleitungsgebühren sinken

Die sogenannten Terminierungsentgelte der Telekom, Durchleitungsgebühren für die Weiterleitung von Gesprächen anderer Anbieter durch das eigene Netz, wurden zuletzt vor zwei Jahren überprüft. Bereits zu diesem Zeitpunkt legte die Bundesnetzagentur eine Absenkung von rund 20 Prozent fest. Die turnusmäßige und von der EU-Kommission festgelegte Überprüfung ergab nun, dass die aktuellen Werte erneut nicht mehr zeitgemäß sind und angepasst werden müssen.

Die Bundesnetzagentur gab bekannt, dass zum Ende des Jahres erneut eine Absenkung um rund 20 Prozent geplant sei. So darf die Telekom zukünftig auf der untersten Netzebene maximal 0,24 Cent pro Minute von den Wettbewerbern erheben, auf höheren Ebenen liegt die neu festgesetzte Grenze bei 0,35 Cent pro Minute in Tarifzone 2 und 0,41 Cent je Minute in Tarifzone 3.

Die neuen Regelungen gelten sowohl für die Weiterleitung von Gesprächen durch das Netz der Telekom, der sogenannten Terminierung, als auch für Call-by-Call- und Preselectionverbindungen, bei denen aus dem Netz der Telekom eine Verbindung zu Wettbewerbern aufgebaut („zugeführt“) wird.

Telekom mit neuen Entgelten

Die Entscheidung sei vor allem auf Grundlage der durchgeführten und in naher Zukunft geplanten Modernisierungsmaßnahmen der Telekom gefallen, die zu großen Kostenvorteilen durch neue Technologien führen. Das bisher zur reinen Sprachtelefonie genutzte Telekom-Netz basierte auf einer leitungsvermittelnden PSTN-Technik und wird nun nach und nach durch die deutlich effizientere NGN-Technologie („Next Generation Network“) abgelöst. Deren paketvermittelnde Arbeitsweise erlaubt nicht nur die Durchführung von Sprachtelefonie, sondern auch IP-TV, Internet und andere Dienste. Durch den NGN-Einsatz beanspruche die Sprachtelefonie nur noch eine geringe Bandbreite, verursache deutlich niedrigere Kosten und sinkende Terminierungsentgelte.

Terminierungsentgelte sinkenDie Bundesnetzagentur habe nach eigener Aussage jedoch berücksichtigt, das der Telekom durch das zum Teil noch vorhandene PSTN-Netz weiterhin Kosten entstehen und eine Umschaltung auf NGN nicht in den nächsten Monaten vollständig erfolgen kann. Der Entgelt-Entwurf wird am 23. Juli 2014 auf der Homepage der Bundesnetzagentur veröffentlicht und den beteiligten Parteien bis zum 20. August 2014 Zeit gegeben, Stellung zu nehmen. Im Anschluss wird der Entwurf der EU-Kommission und anderen Gremien auf EU-Ebene vorgelegt. Sollten keine Bedenken seitens der EU bestehen, tritt der Entwurf am 1. Dezember 2014 in Kraft.

Telekom kritisiert BNtzA

Die Telekom sieht den Entwurf kritisch und führt an, durch die Umstellung auf die NGN-Technologie vor massiven Investitionskosten zu stehen, die durch eine Senkung der Terminierungsentgelte gefährdet seien. Profiteure der neuen Regelungen sind so hauptsächlich Anbieter ohne eigene Netzinfrastruktur, etwa Google und Skype, die nichts in den Netzausbau investieren müssen, sondern lediglich Nutznießer vorhandener Netze sind.


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