Mittwoch, den 20.08.14 11:11

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Telekom: Kunden werden zur Umstellung auf All-IP gedrängt

Allem Anschein nach drängt die Telekom Kunden mit einem alten ISDN-Anschluss zur Umstellung auf das moderne All-IP-Verfahren. Bis spätestens 2018 soll das veraltete ISDN-Netz nicht mehr im Betrieb sein, für die Telekom Grund genug, mit aggressiven Mitteln die Umstellung zu beschleunigen.

Umstellung auf All-IP Anschluss

Anders als bei ISDN ermöglicht ein All-IP-Anschluss den direkten Weg über das einheitliche Internetprotokoll. Statt Splitter, NTBA und Co. kann der Anschluss der Endgeräte über einen speziellen Router direkt an der TAE-Dose erfolgen. Was auf den ersten Blick einfach klingt, kann in der Praxis schnell zum Problem werden. Die meisten Telefone, Faxe und Telekommunikationsanlagen arbeiten bereits mit dem modernen Standard und können ohne komplizierte Umbauten weitergenutzt werden.

Schwierig wird es für die Nutzer von EC-Kartenterminals, Alarmanlagen und anderen auf ISDN angewiesenen Geräten. Hier ist eine Umstellung nicht ohne weiteres möglich und kann zu massiven Einschränkungen oder Komplettausfällen führen.

Umstellung auf All-IPTelekom plant All-IP bis 2018

Die Telekom plant, das veraltete ISDN-Netz bis 2018 komplett auf All-IP umzustellen. Da trotz neuer Produkte auf Basis der IP-Technologie noch immer tausende ISDN-Anschlüssen – vor allem im Geschäftskundenbereich – aktiv sind, geht der Bonner Mobilfunkkonzern offenbar recht aggressiv vor. In den Fachportalen häufen sich die Meldungen betroffener Kunden, die durch Anrufe, Werbezettel, Emails und andere Kanäle zur Umstellung ihrer ISDN-Anschlüsse gedrängt werden. Neubestellungen mit ISDN sind bereits seit einiger Zeit nicht mehr möglich.

Technische Rückfragen wechselwilliger Kunden werden offenbar gar nicht oder nur unzureichend beantwortet. Wie die Telekom angibt, erfolgt der Wechsel auf All-IP hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen. Das neue Verfahren arbeitet effizienter und kann direkter umgesetzt werden. Als weiterer Aspekt gilt der Mangel an Ersatzteilen für die noch aktiven ISDN-Netze, die mittlerweile knapp zwanzig Jahre auf dem Buckel haben und immer wartungsanfälliger werden.

Nachteilte durch All-IP Technik

Doch auch wenn die Telekom den All-IP-Standard als besonders leistungsstark verkauft, ist nicht alles Gold was glänzt. Die Sprachqualität kann durch den veränderten Übertragungskanal schlechter ausfallen als über ISDN. Während ISDN eine konstante Sprachverbindung aufrechterhält, ist All-IP vor allem von der Auslastung des Netzes und der Strecke bis zum Zielanschluss abhängig. Verschiedene Telefonmodelle oder die Nutzung von Bluetooth-Headsets können die Übertragung beeinflussen und zu Verzögerungen führen. Nutzen mehrere Kunden das Netz gleichzeitig, kann auch das eine schlechtere Übertragung unterstützen.

Die größte Hemmschwelle stellt für viele Nutzer jedoch die Koppelung aus Telefon- und Internetanschluss dar. Im IP-Verfahren werden beide Dienste über den gleichen Anschluss realisiert, fällt der Router aus, funktionieren werden Telefon noch DSL. ISDN kann hingegen in der Regel auch dann weitergenutzt werden, wenn der DSL-Anschluss seinen Dienst versagt.

Je nach Ausbaustand kann es bei der Umstellung auf All-IP notwendig sein, die Verkabelung in Haus oder Wohnung anzupassen. Kunden, die Veränderungen vorgenommen haben um spezielle Technik nutzen zu können, sollten vor der Umstellung prüfen, ob diese erhalten bleiben können oder – ggf. auf eigene Kosten – erneut umgestellt werden müssen.

Telekom drängt auf Umstellung

ISDN-Kunden der Telekom sollten alles in allem genau prüfen, ob ein Wechsel auf die IP-Technik bei ihnen problemlos möglich ist. In der Regel ergeben sich keine Nachteile, im Gegenteil kommt es durch das moderne Netz häufig zu Verbesserungen in Verfügbarkeit und Qualität. Je nach Nutzung ISDN-pflichtiger Geräte oder anderer Details, die einen ISDN-Anschluss notwendig machen, kann die Umstellung jedoch auch zu Problemen führen. Zu beachten gilt, dass die Telekom häufig versucht, derartige Änderungen im Zuge einer Vertragsverlängerung mit gleichzeitigen Tarifwechsel umzusetzen. Je nach Ausgangslage kann der neue Vertrag schnell teurer werden oder Leistungen enthalten, die nicht benötigt werden. Den Meldungen zu Folge versucht die Telekom derzeit vor allem den IPTV-Dienst Entertain unterzubringen, der die monatliche Grundgebühr schnell ansteigen lässt.


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