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Mittwoch, den 17.09.14 09:35

aus der Kategorie: DSL & Internet

Leistungsschutzrecht: Suchmaschinen werfen Verlage raus

Das Leistungsschutzrecht sollte die Verlage vor der unerlaubten Nutzung ihrer Inhalte schützen und die Ergebnispolitik der Suchmaschinen gerechter machen. T-Online und 1&1 werfen nun Verlage ohne Lizenzerlaubnis kurzerhand aus ihren Suchergebnissen raus, das Leistungsschutzrecht könnte sich so schnell zum Bumerang entwickeln.

Leistungsschutzrecht für mehr Gerechtigkeit

Das Leistungsschutzrecht, im letzten Jahr in Kraft getreten und seitdem ein stetiger Quell von Ärgernissen für Verlage und Suchmaschinen, sollte eigentlich vieles besser machen. Auslöser war eine Beschwerde der Verlage, die ihre Inhalte bei den Suchmaschinen missbräuchlich und ohne Berechtigung genutzt sahen.

Google, Yahoo und Co. zeigen zum Teil ganze Absätze an, um Artikel und Beiträge in den Suchergebnissen vorzustellen und den Nutzern die Auswahl zu erleichtern. Die jeweiligen Urheber der Texte und Artikel erhielten jedoch bis 2013 keine Gegenleistung für die ungefragte Nutzung.

Das Leistungsschutzrecht erlaubt es den Suchmaschinen lediglich einzelne Wörter und kleinste Textschnippsel zu verwenden ohne dafür eine entsprechende Lizenz erworben zu haben. Fehlt die Lizenz, dürfen ganze Sätze und Teile der Inhalte nicht in der Voransicht gezeigt werden.

LeistungsschutzrechtSuchmaschinen werfen Verlage raus

Das Gesetz für mehr Gerechtigkeit könnte sich nun jedoch zum Bumerang entwickeln. Wie der Medienjournalist Stefan Niggermeier berichtet, werfen einige Suchmaschinen einzelne Verlage nun aus ihrem Suchalgorithmus heraus. Inhalte der betroffenen Parteien werden in den Ergebnissen der Websuche nicht mehr angezeigt und verschwinden damit vom Bildschirm der Leser.

Betroffen sind vor allem die Webseiten und Verlage der VG Media Group, unter anderem welt.de, bild.de und bunte.de. Die hinter den Webseiten stehenden Verlage Axel Springer, Burda und Co. verlangen eine Gebühr für die Anzeige ihrer Inhalte, auch dann wenn es sich nur um kurze Ausschnitte, Snippets genannt, handelt.

Lizenzen, die vor allem T-Online und 1&1 nicht bezahlen wollen. Die Konsequenz: Nutzer der Suchmaschinen T-Online.de, GMX.de und WEB.de werden nicht mehr mit den Inhalten der Verlage konfrontiert, Artikel und Berichte werden in den Suchergebnissen nicht angezeigt.

Verlage ohne Handhabe

Eine Handhabe gegen T-Online und 1&1 haben die betroffenen Verlage vorerst nicht. Da die Darstellung den Angaben der Suchmaschinen zu Folge lediglich an die Vorgaben angepasst wurde und die drei Anbieter keine große Marktmacht vereinen, müssen die Maßnahmen hingenommen werden. Anders verhält es sich, wenn auch Google, Bing und Yahoo auf den Zug aufspringen. Hier kann unter Umständen trotz gleicher Voraussetzungen ein Missbrauch der eigenen Position vorliegen.

Ob die Auslistung von Dauer sein wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Da weder T-Online noch WEB.de und GMX.de eine hohe Nutzerzahl aufweisen, dürften sich die Nachteile für die Verlage in Grenzen halten. Sollten auch die übrigen Suchmaschinen ähnliche Schritte einleiten, könnten sich deutlich spürbare Konsequenzen ergeben.


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