Donnerstag, den 25.09.14 08:00

aus der Kategorie: Mobilfunk, Telefon & Festnetz

Call-by-Call: EU-Staaten einigen sich auf Deregulierung

Die Europäische Union (EU) plant eine weitere Deregulierung des Telekommunikationsmarktes. Darauf haben sich die EU-Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission laut Zeit Online unter Bezugnahme auf eine Reuters-Meldung geeinigt. Das EU-Parlament muss dem Vorhaben aber noch zustimmen.

Festnetztelefonie kann dereguliert werden

Bei diesem Deregulierungsvorhaben geht es um die Preise, die führende nationale Sprachdienstanbieter von einem kleineren Anbieter für den Netzzugang im Festnetzbereich verlangen dürfen. Hierbei dürfen die zuständigen Regulierungsbehörden (in Deutschland die Bundesnetzagentur) zukünftig die Telekom-Konzerne (in Deutschland wäre es die Deutsche Telekom) ohne Auflagen aus der Regulierung entlassen. Bisher war dafür der Nachweis erforderlich, dass der Marktführer nicht den nationalen Markt beherrscht.

Betroffen von der Deregulierung wären in erster Linie Anbieter von Call-by-Call Billigvorwahlen sowie Anbieter von Sonderrufnummern. Kritiker befürchten durch die Deregulierung Preiserhöhungen durch die Telekom, die die Gewinnmargen im Call-by-Call Bereich drücken würden. Bei Anbietern von Sonderrufnummern dürfte es mehr Bewegung im Markt geben, da die Nutzer dieser Nummern zu einem Anbieter wechseln werden, aus dessen Netz die meisten Anrufer kommen.

Für den Endkunden wird sich durch die Deregulierung nicht viel ändern, denn Call-by-Call kann ohnehin nur von Telekom-Festnetzkunden genutzt werden und ist durch die vielen Flatrate-Möglichkeiten ohnehin nur noch für Auslandstelefonate interessant. Bei den Sonderrufnummern zahlt der Endkunde ohnehin Festpreise, und durch die Warteschleifenregelung haben viele Firmen die Service-Hotline auf Festnetz- oder 0800-Nummer umgestellt.

© Tanja Bagusat - Fotolia.com

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Abschaffung der Roaminggebühren später?

Schlechter ist schon die Nachricht aus der italienischen EU-Ratspräsidentschaft. Nach Angaben von Vorarlberg Online soll laut dem Entwurf der EU-Ratspräsidentschaft hierbei die Abschaffung der Roaminggebühren verschoben werden. Das EU-Parlament will die Abschaffung der Roaminggebühren schon am 15. Dezember 2015, die EU-Kommission plant eine Abschaffung der Roaminggebühren ab 1. Juli 2016. Eine Einigung ist zwingend erforderlich, denn die aktuelle EU-Roamingverordnung endet am 30. Juni 2016.

Der aktuelle EU-Standardtarif liegt für deutsche Roamingkunden bei abgehenden Gesprächen bei 22,61 Cent pro Minute, bei eingehenden Gesprächen (Passivroaming) bei 5,95 Cent pro Minute. Abgehende SMS werden mit 7,14 Cent und das Datenroaming mit 23,8 Cent pro MB berechnet.


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