Mittwoch, den 01.10.14 16:53

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Telekom All-IP Zwangsumstellung – 300.000 Kunden betroffen

Die Pläne der Telekom, bis 2018 alle noch vorhandenen ISDN-Anschlüsse auf All-IP umzustellen, werden langsam aber sicher konkret. Offenbar droht in der ersten Welle bereits 300.000 Kunden die Zwangskündigung, sofern sie nicht freiwillig auf IP-Telefonie umstellen.

Telekom will 300.000 Kunden umstellen

Bereits Ende August wurde bekannt, dass die Telekom im Zuge der Umstellung auf All-IP tausende Kunden zum Wechsel überreden will. Offenbar schreckt das Bonner Telekommunikationsunternehmen zu diesem Zweck auch vor Zwangskündigungen nicht zurück. Wie die Verbraucherzentrale Sachsen mitteilte, trudeln nun nach und nach entsprechende Hinweisschreiben bei Telekom-Kunden ein, deren Verträge in naher Zukunft auslaufen.

Obwohl die Umstellung von ISDN auf All-IP erst bis 2018 abgeschlossen sein soll, sind bereits jetzt bis zu 300.000 Kunden betroffen. Die meist älteren ISDN-Verträge, bei denen Internet und Telefon technisch getrennt und voneinander unabhängig nutzbar sind, sollen schnellstmöglich weichen und auf die billigere IP-Technik umgestellt werden.

Als Grund für das zum Teil rasante Vorgehen gibt Telekom-Manager Ingo Hofacker kurzfristige regulatorische Änderungen an. Die Bundesnetzagentur habe Vorgaben erteilt, die nun schnellstmöglich umgesetzt werden müssen. Die Behörde selbst weiß jedoch offenbar nichts davon und meldet, einzig betriebswirtschaftliche und strategische Entscheidungen der Telekom selbst würden das Unternehmen zur Umstellung bewegen. Entsprechende Vorgaben oder ein zeitlicher Rahmen wurden von der Bundesnetzagentur offenbar nicht vorgeschrieben.

Telekom BreitbandTelekom All-IP Zwangsumstellung

Es ist also davon auszugehen, dass vor allem unternehmensinterne Entscheidungen den rasanten Vorstoß der Telekom begründen. Die in die Jahre gekommene ISDN-Technik erschwert die Wartung und kann kaum noch mit Ersatzteilen versorgt werden. Die Kosten für die Instandhaltung dürften deshalb auf lange Sicht wenig attraktiv für die Telekom sein.

Zu den derzeit betroffenen rund 300.000 Kunden gehören vor allem diejenigen, die in den 53 Städten wohnen, die als erstes mit der nicht mehr gewünschten VDSL-Technik versorgt wurden. Sie erhalten eine Information per Post, in der sie binnen vier Wochen zum Tarifwechsel aufgefordert werden. Weigert sich der Kunde, droht die Telekom mit der Kündigung des gesamten Anschlusses. Zwar sollen die Betroffenen noch einmal kurz vor dem Fristende per Brief und Telefon kontaktiert werden, können der Kündigung jedoch nur durch eine Umstellung entgehen.

Offenbar sollen die deutschen Stadtgebiete bis 2016 von den alten Anschlüssen befreit sein, der Rest des Landes soll bis 2018 folgen. In den vergangenen Wochen machte die Telekom durch großflächige und anhaltende Ausfälle der IP-Technik Schlagzeilen und bestätigte damit viele Kunden, die Umstellung auf All-IP so lange wie möglich hinauszuzögern.

 


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