Donnerstag, den 09.10.14 15:48

aus der Kategorie: Google

Google: Apps von Tobit.Chayns aus dem Play Store verbannt

Die Anwendung Chayns von Tobit.Software kommt seit einigen Monaten bei zahlreichen Blogs, Vereinen und kleinen Unternehmen zum Einsatz. Das Programm erstellt auf Facebook basierende Apps, die jetzt jedoch zu tausenden aus dem Google Play Store entfernt wurden. Auslöser war eine Änderung der Geschäftsbedingungen des Suchmaschinengiganten.

Tobit.Software: Facebook-Profile als App

Die Anwendung Chayns des Unternehmens Tobit.Software kommt seit Anfang des Jahres bei vielen Apps in den Stores zum Einsatz. Tobit.Software nutzt die Informationen eines Facebook-Profils und wandelt die Daten in eine App um, die in den Stores von Android, iOS, Windows Phone und Co. eingestellt wird. Neue Beiträge, Bilder und Postings bei Facebook werden automatisch in die App übernommen und können abgerufen werden.

Das Chayns-Baukastensystem zur App-Erstellung nutzen in den letzten Monaten besonders häufig kleine Unternehmen, Vereine und Gruppen, für die eine professionelle App aufgrund der Kosten und der Organisation nicht umsetzbar war. Zehntausende Apps sollen so in den Stores der Betriebssysteme Einzug gehalten haben. Kein Wunder, Chayns war in der Grundversion, die für die meist kleineren Interessengruppen völlig ausreichte, kostenfrei und ohne großen Aufwand umsetzbar.

Nun sind diese Apps jedoch von Google aus dem Play Store gelöscht worden, mehr als zehntausend der Chayns-Anwendungen sind davon betroffen. Der Grund sind geänderte Richtlinien des Suchmaschinengiganten Google. Tobit.Software hielt es allem Anschein nach jedoch nicht für nötig, die betroffenen Kunden über die Löschung zu informieren. Zudem werden Vorwürfe laut, die durch Chayns erstellten Apps wurden bereits seit 2012 von Google lediglich geduldet, da die Erstellung über Drittanbieter bereits seit über zwei Jahren untersagt ist.

Google Play StoreGoogle löscht Chayns-Apps aus dem Play Store

Google hatte zum 25. September 2014 die Richtlinien des Google Play Stores geändert und erlaubt seitdem den Upload neuer Apps nur noch mit einem Developer-Account. Jeder Kunde muss seitdem seine App über ein eigenes Konto publizieren, das Einstellen über eine Entwicklerfirma wie Tobit.Software ist nicht mehr möglich.

In Folge der Änderung untersagt Google nicht nur das Einstellen neuer Apps ohne Entwickler-Account, sondern löschte auch die Apps, die bis Dato über Drittfirmen erstellt worden sind. Tausende Apps des Chayns-Systems sind daher nicht mehr im Play Store zu finden und können nicht mehr von Interessierten gedownloadet werden. Für einen Entwickler-Account erhebt Google eine Gebühr in Höhe von 25 Dollar, umgerechnet etwa 20 Euro.

Eine Information über die Löschung im Google Play Store erhielten die Nutzer des Chayns-Systems offenbar nicht. Die beiden uns bekannten Teilnehmer des Programms, ein kleines lokales Unternehmen und ein gemeinnütziger Verein, erfuhren erst durch uns von den verschwundenen Apps. Zudem regt sich weitere Kritik an Tobit.Software. Medienberichten zu Folge ist der zu Grunde liegende Passus der Google-Richtlinien bereits seit August 2012 aktiv, wurde von Google bislang jedoch nicht so hart umgesetzt. In den aktualisierten Bedingungen heißt es: „Apps, die über ein automatisiertes Tool oder einen Assistenten erstellt werden, dürfen nicht vom Anbieter des betreffenden Dienstes im Auftrag anderer Personen bei Google Play eingereicht werden.“

Tobit.Software selbst gibt gegenüber dem Online-Magazin curved.de an, von der Reinigungsaktion ebenso überrascht worden zu sein wie die Nutzer des Chayns-Systems. Offenbar hatte Google die Anwendungen ohne vorherige Ankündigung gelöscht und erst im Nachgang die Richtlinien angepasst, um den Schritt zu legitimieren.

Chayns-Apps weiterhin als APK verfügbar

Chayns Tobit.SoftwareDie durch Chayns generierten Apps sind zwar nicht mehr im Google Play Store zu finden, stehen aber dennoch zum Download zur Verfügung. Die als App verpackten Facebook-Profile können auch weiterhin als .apk installiert und genutzt werden. Der Zugriff auf das Facebook-Profil erfolgt direkt über Tobit und nicht über Google, entsprechend ist die Funktionsweise gewährleistet. Allerdings ist es für die betroffenen Unternehmen, Vereine, Blogs und Co. nun mehr Arbeit, die Apps bekannt zu machen, da sie manuell installiert werden müssen und nicht wie üblich im Store gedownloadet werden können.


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