Freitag, den 17.10.14 12:32

aus der Kategorie: Sonstige Provider, TopNews

Handyliga.de Insolvenz: Das müssen Kunden wissen

Seit mehreren Tagen ist der Onlineshop Handyliga.de nicht mehr erreichbar. Das Vermittlerportal war vor allem durch besonders günstige Handytarife und Angebote bekannt geworden, meldete nun jedoch Insolvenz an. Wir erklären, was Betroffene beachten müssen.

Handyliga.de meldet Insolvenz an

Der Onlineshop Handyliga.de war vor allem bei Schnäppchenjägern beliebt und offerierte immer wieder besonders günstige Tarife mit attraktiver Hardware und hohen Auszahlungsbeträgen. Das Portal trat dabei als Vermittler auf und brachte Kunden und Netzbetreiber zusammen, zahlreiche Rabatte und Aktionen wurden jedoch von Handyliga.de selbst generiert. Auf Handyliga.de konnten Kunden, ähnlich wie auf Vergleichsportalen wie Mobilfunk-Talk oder TopTarif.de das passende Handy finden oder einen Tarif mit Auszahlung abschließen.

Seit einigen Tagen ist der Onlineshop www.handyliga.de nicht mehr erreichbar, die Aufrufe werden auf eine Fehlerseite umgeleitet. Die Abschaltung kam für viele Kunden überraschend, einige hatten kurz zuvor noch Verträge über das Portal abgeschlossen. Der Geschäftsführer Steffen Müller, Kopf des hinter Handyliga stehenden Unternehmens ACR Telecom Buchen GmbH, schob die Schuld vor wenigen Tagen noch einem Mitgesellschafter zu.

Dieser habe die Domain unrechtmäßig an einen Dritten übertragen und die Host-Daten zu einem anderen Anbieter transferiert, dadurch kam es zur Abschaltung der Webseite. Offenbar sitzt das Problem jedoch weit tiefer als angenommen, Steffen Müller hat allem Anschein nach bereits am 14. Oktober 2014 die Insolvenz beantragt.

Handyliga.de: Das müssen Kunden wissen

Bestellungen, Aufträge und Gelder sind nun vorerst eingefroren, betroffene Kunden können derzeit nicht mit der Ausführung ihrer Bestellung rechnen, sofern diese noch nicht dem Netzbetreiber übergeben wurde. Kunden und Nutzer mit offenen Forderungen reihen sich die Liste der Gläubiger ein, ob und wann sie ihr Geld wiedersehen, kann nicht gesagt werden.

Handyliga.de Insolvenz

Dennoch können Betroffene einiges tun, um ihre Chancen zu verbessern. Als erstes sollte geprüft werden, ob noch die Möglichkeit des Widerrufs besteht. Bei Bestellungen über den Webshop erhalten Interessenten 14 Tage Zeit, die Bestellung ohne die Angabe von Gründen zu widerrufen. Ist die Frist noch nicht abgelaufen, sollte Handyliga der Widerruf schriftlich erklärt werden. Zudem sollte auch der Netzbetreiber, über den das Angebot realisiert wird, über den Widerrufswunsch informiert werden. Die Adresse von Handyliga.de lautet ACR Telecom GmbH, Carl-Benz-Straße 16, 74722 Buchen, die Adresse der jeweiligen Anbieter ist auf deren Homepage zu finden.

Handyliga.de nahm am Trusted-Shops-Programm teil. Kunden, die den Käuferschutz-Service bei Vertragsabschluss mitgebucht haben, können bis zu 30 Tage nach dem Kauf die Trusted Shop Garantie in Anspruch nehmen. Sollte Handyliga bereits geleistete Zahlungen nach dem Widerruf nicht erstatten – etwa weil der Insolvenzverwalter erst einmal die Gläubiger sammelt oder die eigen Forderung nachrangig behandelt wird – springt das Trusted-Shops-Programm ein und erstattet die Kosten bis zu einer Höhe von 2.500 Euro. Der Käuferschutz kann direkt über Trusted Shops beantragt werden.

Die Trusted-Shops-Garantie greift jedoch nur, wenn diese bei der Bestellung abgeschlossen wurde, eine nachträgliche Buchung ist nicht möglich. Zudem gilt die Garantie nur dann, wenn bereits Zahlungen geleistet wurden, etwa Kaufbeträge für Smartphones oder andere Endgeräte. Aufwandsentschädigungen oder Schadensersatzzahlungen sind über Trusted Shops nicht einforderbar. In manchen Fällen hilft auch der Kontakt zur Bank oder dem ausführenden Dienstleister, die die geleisteten Zahlungen zurückholen können.

Handyliga.de: Das passiert mit Rabatten und Auszahlungen

Kunden, bei denen die Fristen bereits abgelaufen sind, können derzeit nur wenig tun und müssen abwarten, wie sich das Verfahren entwickelt. Verträge, bei denen Rabatte und Konditionen direkt von den Netzbetreibern gewährt werden, sollten auch in Zukunft vor Änderungen sicher sein. In diesen Fällen werden Reduzierungen direkt von Vodafone, Telekom und Co. ausgewiesen und unabhängig von Handyliga auf den Rechnungen gutgeschrieben.

Problematisch kann es bei Rabatten werden, die von Handyliga selbst stammen. Auszahlungen und anderen Reduzierungen könnten in Zukunft ausfallen und nicht weiter auf den Rechnungen und Bankkonten eingehen. Ob im Verlauf des Insolvenzverfahrens die Zahlungen zu einem späteren Zeitpunkt eintreffen, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Nach deutschem Recht ist der Insolvenzverwalter verpflichtet, alle ihm bekannten Gläubiger zu kontaktieren und die Anmeldung auf der Insolvenztabelle anzuregen. Im Zuge des Verfahrens werden nur diejenigen Gläubiger beachtet, die sich auf der Tabelle eingetragen haben. Es empfiehlt sich also, den weiteren Werdegang zu beobachten und darauf zu achten, die Anmeldung nicht zu verpassen.

Handyliga.de

Die nicht mehr verfügbare Webseite www.handyliga,de

Darüber hinaus empfehlen wir Betroffenen, den Kontakt zum jeweiligen Netzbetreiber zu suchen und die Sachlage zu erklären. In der Regel sind die Anbieter daran interessiert, eine Schwemme an Kundenreklamationen zu vermeiden und zeigten sich in der Vergangenheit bereits sehr kulant beim Umgang mit von Insolvenzen betroffener Kunden. Wie die Lösung in Fall von Handyliga aussieht, ist derzeit noch nicht abzusehen, es ist jedoch anzunehmen, dass das Thema bereits bei den mit Handyliga kooperierenden Providern mobilcom-debitel, Talkline und Co. angekommen ist. Ob in diesem Fall der telefonische Kontakt zur Hotline oder die Hilfe per Anschrieben mehr Erfolg verspricht, können wir nicht sagen. Es ist jedoch anzunehmen, dass noch nicht alle Hotline-Mitarbeiter über den Fall informiert sind.

Kunden, die keine offenen Forderungen haben, müssen sich derzeit keine Sorgen machen. Da Handyliga nur als Vermittler auftrat, ist der Netzbetreiber/Provider als Vertragspartner der Ansprechpartner für die Zukunft, laufende Verträge werden auch weiterhin normal bedient. Wir bleiben an dem Fall dran und informieren darüber, sollten sich neue Entwicklungen ergeben.


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