Samstag, den 25.10.14 13:00

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youporn-Streaming Abzocke – Gefälschte Abmahnungen im Umlauf

Rund zehn Monate nach dem Redtube-Skandal sind offenbar erneut gefälschte Abmahnschreiben in Umlauf. Dieses mal werden jedoch Filmchen der Redtube-Konkurrenten Youporn und xhamster abgemahnt, die die Betroffenen zum illegalen Download angeboten haben sollen.

Youporn-Abmahnung ein Fake

Hunderte Verbraucher finden derzeit ein ominöses Schreiben einer englischen Anwaltskanzlei in ihrem Briefkasten. Die in London ansässige Kanzlei Robert Barber wirft den Empfängern die illegale Verbreitung des Schmuddel-Filmchens “Sucking housewifes reloaded – Julias Pleasure” vor und fordert 280 Euro Schadensersatz. Angeblicher Auftraggeber der Kanzlei ist das Unternehmen xfun film Ltd.

Das Schreiben fällt vor allem durch seine Professionalität auf und verwendet offenbar sogar die korrekten rechtlichen und gesetzlichen Termini. Trotzdem ist es allem Anschein nach ein Fake, wie unter anderem die deutsche Kanzlei GGR Rechtsanwälte – Gulden & Röttger GbR berichtet.

Wie der auf Medienrecht spezialisierte Rechtsanwalt Tobias Röttger angibt, fehlen dem Schreiben trotz seiner professionellen Aufmachung zahlreiche Details, die es als offensichtlichen Fake erkennen lassen. Zudem habe die real existierende Londoner Kanzlei Robert Barber erklärt, mit den in ihren Namen verschickten Abmahnungen nichts zu tun zu haben.

Urteil Gericht

© Gina Sanders – Fotolia.com

Abmahnung mit vielen unklaren Details

Dem Schreiben fehlen zahlreiche Informationen, die in einer echten Abmahnung enthalten sein müssen. So wird beispielsweise nicht klar, weswegen der Abgemahnte belangt wird, es werden sowohl Filesharing als auch Streaming genannt. Die Rechtsprechung ist sich – auch aufgrund des Redtube-Verfahrens vor wenigen Monaten – darüber einig, dass der Konsum per Streaming keine Urheberrechtsverletzung darstellt.

Das angegeben gerichtliche Auskunftsverfahren wird zwar genannt, jedoch nicht wie üblich mit einer Kopie oder einem Aktenzeichen legitimiert. Über welche Plattform der Verstoß stattgefunden haben soll, bleibt ebenfalls unklar. Auch die Uhrzeit fehlt.

Die geforderte Strafzahlung ist in den Augen von Tobias Röttger nicht schlüssig und lässt Spekulationen über die Art der Ermittlung zu. Der abgemahnte Film existiert anscheinend nicht, auch die genannte Auftraggeberin xfun film Ltd. konnte nicht ausfindig gemacht werden. Einzig die angegeben IBAN-Kontoverbindung scheint real und nur zum Geld scheffeln eingerichtet worden zu sein.

Fazit: Abmahnung nicht bezahlen

Aufgrund der unklaren Faktenlage und der offensichtlichen Widersprüche raten wir Betroffenen, auf keinen Fall die geforderten Gelder zu bezahlen und keine Unterlassungserklärung abzugeben. Die in dem Schreiben genannte Kanzlei hat nach eigenen Angaben mit den Abmahnungen nichts zu tun. Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich um den Versuch der Abzocke handelt. In ähnlichen Fällen wurde bereits in der Vergangenheit mehrfach versucht, die Angst der Verbraucher auszunutzen und schnell an deren Geld zu gelangen.


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