Dienstag, den 28.10.14 14:02

aus der Kategorie: Mobilfunk, TopNews

Telekommunikationsmarkt 2014: Umsätze und Telefonie rückläufig

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V., kurz VATM, hat in Zusammenarbeit mit der Dialog Consult die Studie zum deutschen Telekommunikationsmarkt 2014 veröffentlicht. Im Gegensatz zu den Vorjahren entwickelt sich dieser in diesem Jahr leicht rückläufig, die Datenmenge im Mobilfunk und Festnetz sowie die Breitband-Anschlüsse steigen jedoch weiter an.

VATM-Studie zum Telekommunikationsmarkt

Voraussichtlich 58,3 Milliarden Euro wird der deutsche Telekommunikationsmarkt in diesem Jahr umsetzen, gibt die gemeinsam durchgeführte Studie des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V., kurz VATM, und der Dialog Consult an. Die beiden Partner analysierten im Verlauf der Erhebung die Entwicklung des deutschen Telekommunikationsmarktes in diesem Jahr und geben einen Ausblick auf das Jahr 2015.

Die prognostizierte Gesamtsumme der Umsätze liegt etwa 1,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres, ein Minus von rund 0,7 Milliarden Euro. Das Groß der Gelder wird über das Festnetz generiert, rund 57,5 Prozent (33,5 Milliarden Euro) werden die Festnetz-Anbieter in diesem Jahr einfahren. Dem Mobilfunk fallen 42,5 Prozent, etwa 24,8 Milliarden Euro, zu.

Rund 40 Prozent des gesamten Festnetz-Umsatzes erwirtschaftet die Deutsche Telekom, im Gegensatz zum Vorjahr muss das Bonner Unternehmen jedoch ein Minus von 0,6 Milliarden Euro hinnehmen. Die Studie gibt als Grund die stetige Kundenabwanderung zu Konkurrenzanbietern und den zunehmenden Preiskampf an.

Auch im Mobilfunkmarkt ist die Deutsche Telekom weiterhin der Platzhirsch. Rund 30,2 Prozent der Umsätze, etwa 7,5 Milliarden Euro, generiert allein der magentafarbene Netzbetreiber, die Konkurrenten bringen es insgesamt auf 69,8 Prozent, rund 17,3 Milliarden Euro.  Prof. Dr. Torsten J. Gerpott, Gesellschafter des Beratungsunternehmens Dialog Consult GmbH und Inhaber des Lehrstuhls für Unternehmens- und Technologieplanung mit dem Schwerpunkt Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, erklärt: „Der Umsatzrückgang im Mobilfunk resultiert aus sinkenden Einnahmen im Sprachbereich und Absenkungen der Roaming- sowie Terminierungsentgelte, die nicht durch den Anstieg der Erlöse mit mobilen Datendiensten kompensiert werden.“

Telekommunikationsmarkt 2014

Quelle: VATM

Wettbewerber investieren in den Ausbau

Trotz ihrer führenden Stellung liegt die Deutsche Telekom bei den Investitionen in den Netzausbau zurück. Insgesamt 6,9 Milliarden Euro pumpen die Anbieter in diesem Jahr in den Ausbau der Breitband- und Mobilfunknetze. Rund 3,6 Milliarden Euro (52 Prozent) der Investitionen werden von den Wettbewerbern übernommen, vor allem der Breitbandausbau in ländlichen Regionen steht bei ihnen im Fokus. „Was für die Kunden durchweg gut ist, entwickelt sich für die TK-Unternehmen aber zunehmend zu einer kritischen Situation mit hohen Investitionen und stetig steigenden Leistungsmengen bei gleichzeitig sinkenden Umsätzen“, sagt Prof. Dr. Torsten J. Gerpott.

Die Problematik äußert sich vor allen in der Personalsituation der Anbieter. Während die Deutsche Telekom 2014 rund 1.300 Stellen innerhalb des Unternehmens abbauen wird, sind es bei den Telekommunikations-Wettbewerbern circa 1.200 Arbeitsplätze.

Im Breitbandbereich bleibt der Bonner Anbieter auch in diesem Jahr der Marktführer mit den meisten Kundenanschlüssen, Platz zwei geht an Vodafone/Kabel Deutschland. Die Gesamtzahl der DSL-Anschlüsse ist leicht rückläufig, die Breitband-Verteilung selbst nimmt jedoch zu. Während die Wettbewerber in den meisten Fällen bereits auf VoIP setzen, laufen erst etwa 20 Prozent der Telekom-Anschlüsse auf dem favorisierten Übertragungsstandard. Derzeit muss das Unternehmen noch etwa 16,6 Millionen Anschlüsse auf die neue Technik umstellen.

In diesem Jahr sendet jeder Breitbandanschluss im Durchschnitt 26,7 Gigabyte pro Monat über den Äther, im Gegensatz zum Vorjahr ein Plus von 27,8 Prozent. Das Gesamtvolumen beträgt etwa 9,3 Milliarden Gigabyte, im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 31 Prozent. Drei Viertel aller Festnetz-Kunden versurfen mehr als 5 Gigabyte pro Monat.

Mobilfunk-Telefonie stagniert, Alternativen nehmen zu

Im Mobilfunk stagniert das Aufkommen an Gesprächsminuten und nimmt um rund 1,2 Prozent ab, der Wert entspricht einem Minus von 9 Millionen Minuten pro Tag. „Offensichtlich wirken sich andere Kommunikationsdienste wie E-Mail und Instant Messaging auch auf die Sprachtelefonie aus“, erklärt Gerpott.

Im Vergleich zum Vorjahr wird es 2014 einen Zuwachs von 2,3 Millionen Simkarten geben, insgesamt sind 117,5 Millionen Karten aktiviert. Der Markt ist den Angaben der Studie zu Folge damit mit 144 Prozent durchdrungen. Marktführer bleiben auch weiterhin die Deutsche Telekom und Vodafone, die beiden Unternehmen können mit ihren Diensten den höchsten Umsatz erzielen.

Das übertragene Datenvolumen verzeichnet in diesem Jahr ein Plus von 48 Prozent, rund 395 Millionen Gigabyte werden per Smartphone, Tablet und Stick genutzt. Jeder Nutzer verbraucht davon im Durchschnitt 283 Megabyte, 2013 lag der Wert noch 43 Prozent niedriger. Knapp die Hälfte (45 Prozent) wird bereits über LTE übertragen.

Telekommunikationsmarkt 2014

Quelle: VATM

2015: Daten steigen, Telefonie sinkt weiter ab

Für das Jahr 2015 prognostiziert Prof. Dr. Torsten J. Gerpott: „Im Mobilfunkbereich wird zukünftiges Wachstum im Bereich mobiler Datennutzung auch im kommenden Jahr voraussichtlich durch sinkende Sprachumsätze sowie sinkende nationale und EU-weite Roamingentgelte aufgezehrt werden“. Er geht davon aus, dass die Gesamtumsätze um bis zu 2 Prozent sinken werden. „Die Endkundenpreise im Mobilfunksegment werden aus unserer Sicht 2015 wiederum etwas sinken, schätzungsweise etwa um 0,7 Prozent. Auch im Festnetz/Breitband werden sie leicht zurückgehen. Mit etwa 0,3 Prozent fällt der Rückgang aber geringer aus als im Mobilfunkbereich.“ Beherrschende Themen im nächsten Jahr sind der Vorstoß der Vectoring-Technologie, Mobile Payment und die weitere Marktkonsolidierung nach der Fusion zwischen Telefónica o2 und E-Plus.

Auch VATM-Präsident Martin Witt sieht im Vectoring einen wichtigen Faktor für die Zukunft, aber auch LTE ist für ihn die Technologie der Zukunft: „Politisch stehen wir für den Mobilfunk erneut vor einer immens wichtigen Weichenstellung – wir brauchen bei der Digitalen Dividende eine rasche und vernünftige Einigung. Aus Wettbewerbssicht kommt es aber auch darauf an, dass die Erlösverwendung und die geplante Frequenzversteigerung nicht zu einer Benachteiligung einzelner Marktteilnehmer führen. Es kann nicht sein, dass letztlich allein die Telekom als mit Abstand größter Fördermittelbezieher ihren Festnetzausbau mit Steuergeldern subventioniert bekommt.“

Die gesamte Studie kann auf der Homepage www.vatm.de/Telekommunikationsmarkt_2014 eingesehen werden.


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