Dienstag, den 04.11.14 17:03

aus der Kategorie: DSL & Internet

Verbraucherschutz: Primacom-Gratis-Werbung irreführend

Primacom LogoDie Verbraucherzentrale Sachsen will gerichtliche gegen den Kabelnetzbetreiber Primacom vorgehen. Grund ist eine missverständliche Werbebotschaft, die Leistungen Konditionen offenbar bewusst verschleiert und zu überraschend hohen Rechnung führen kann. Auf eine Abmahnung war die Primacom nicht eingegangen, die Verbraucherschützer hoffen nun auf die Entscheidung des Leipziger Landgerichts.

Primacom mit irreführender Werbung

Der Kabelnetzbetreiber Primacom ist vor allem im Osten Deutschlands aktiv und versorgt rund eine Million Anschlüsse in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Leipzig.

In Sachsen warb die Primacom lange Zeit mit einem Angebot, dass interessierten Kunden Konditionen von 0 Euro und „6 Monaten GRATIS für Neukunden“ versprach. Kunden, die die Offerte buchten, staunten jedoch über die folgenden Rechnungen, die zum Teil weit von den versprochen günstigen Konditionen entfernt waren.

Wie die Verbraucherzentrale Sachsen angibt, versteckt die Primacom offenbar zahlreiche Optionen und Ausnahmen in den Verträgen, die trotz der vollmundigen Versprechen schnell zur Kostenfalle werden können. Tatsächlich mussten die Betroffenen in den ersten beiden Monaten keine regulären Monatskosten begleichen, wurden jedoch mit einer Versandkostenpauschale von 12 Euro und einer Bereitstellungsgebühr von knapp 30 Euro zur Kasse gebeten. Die Startgebühr fiel nur dann nicht an, wenn der Zweijahresvertrag online abgeschlossen wurde.

Primacom versteckt Zusatzoptionen im Kleingedruckten

Zudem versteckten sich im Kleingedruckten des Angebots Zusatzoptionen, die separat gekündigt werden müssen. „Bei einer Bestellung im Internet bekamen Verbraucherinnen und Verbraucher kostenpflichtige Nebenleistungen wie das Programmpaket „Familie HD“ und eine „Sicherheitspaket“ genannte Software untergeschoben.“ erklärt Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Diese Nebenleistungen waren zwar in den ersten zwei Monaten kostenlos, schlugen aber anschließend mit insgesamt 18,99 Euro monatlich zu Buche, falls man sie nicht innerhalb eines Monats kündigte. Das ist aus Sicht der Verbraucherzentrale Sachsen ein Verstoß gegen das seit 13. Juni 2014 geltende neue Verbraucherrecht, welches solche Voreinstellungen verbietet.“

Der beworbene monatliche Paketpreis von 0 Euro war zudem nur eine kurze Zeit lang gültig, ab dem sechsten und dreizehnten Monat stieg der Preis zum Teil rapide an. Für das beworbene Paket wurden so bald 19,99 Euro und im zweiten Jahr 34,99 Euro pro Monat fällig. Inklusive der untergeschobenen Optionen wurden statt er beworbenen 0 Euro schnell 53,98 Euro in Rechnung gestellt – in den Augen der Verbraucherschützer ein erheblicher Unterschied. „Groß hervorgehoben wurde in der Werbung nur der günstigste monatliche Preis, die anderen wurden lediglich kleingedruckt erwähnt.“, heißt es in der Erklärung der Verbraucherzentrale.

Die Verbraucherschützer versuchten, die Primacom mit einer Abmahnung zur Unterlassung der irreführenden Werbepraxis zu bewegen. Das Unternehmen ging jedoch nicht darauf ein, der Streit wird nun vor dem Landgericht Leipzig verhandelt. Die Klage spricht von verbraucherschutzwidrigen Praktiken und irreführender Werbung und zielt darauf ab, der Primacom die Berechnung der untergeschobenen Optionen „Familie HD“ und „Sicherheitspaket“ bei Verträgen nach dem 13. Juni 2014 zu untersagen.


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