Mittwoch, den 12.11.14 12:31

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Urteil: Ebay-Auktion darf nach Gebot nicht beendet werden

Ebay-Auktion kann bei Fehler beendet werdenDer Bundesgerichtshof untersagt die vorzeitige Beendigung einer Ebay-Auktion, wenn auf den Artikel bereits geboten wurde. Im vorliegenden Fall erstritt ein geprellter Ebay-Käufer über 5.000 Euro Schadensersatz, da die für ihn aussichtsreiche Auktion vorfristig vom Verkäufer beendet worden war.

BGH: Ebay-Auktion darf nicht beendet werden

Eine Ebay-Auktion darf nicht ohne weiteres abgebrochen werden, schon gar nicht, wenn bereits auf den Artikel geboten wurde, entschied der Bundesgerichtshof unter dem Aktenzeichen VIII ZR 42/14. Bereits in der Vorinstanz kam das Oberlandesgericht Jena unter dem Aktenzeichen 7 U 399/13 zum gleichen Ergebnis und ließ sich seine Einschätzung vom Bundesgericht zusätzlich bestätigen.

Im vorliegenden Fall wollte ein Ebay-Nutzer einen VW Passat über die Auktionsplattform versteigern. Das Angebot wurde zu den Bedingungen Ebays eingestellt und mit einem Startpreis von 1 Euro versehen. Kurz darauf trudelte auch schon das erste Gebot ein, ein potentieller Käufer bot den Startpreis von 1 Euro und wartete auf das Ende der Auktion.

Wenige Stunden später beendete der Verkäufer jedoch die Offerte und zog den zum Verkauf stehenden PKW zurück. Er hatte ein Angebot außerhalb der Auktionsplattform erhalten und konnte über dieses den Wagen zu einem Preis von 4.200 Euro verkaufen. Offenbar war ihm das sichere Geld lieber als die noch Tage dauernde Auktion mit ungewissem Ausgang.

Abgebrochene Ebay-Auktion mit 5.250 Euro Schadensersatz

Der geprellte Käufer, zum Zeitpunkt des Abbruchs mit 1 Euro noch immer der Höchstbietende, ließ das nicht auf sich sitzen und forderte den ihm zustehenden Wagen ein. Der Fall landete vor dem Oberlandesgericht Jena, das sich in seiner Urteilsbegründung den Angaben des Kaufinteressenten anschloss und die Auktion trotz Abbruch für gültig erklärte.

Auch wenn der Verkäufer die Auktion beendet habe, sei der Verkauf für den damaligen Höchstpreis von 1 Euro bindend gewesen. Dem geprellten Käufer stehe der Wagen demnach zu diesem Preis zu. Da der PKW jedoch bereits zum Preis von 4.200 Euro verkauft worden war, sprach das Gericht dem geprellten Käufer einen Schadensersatz in Höhe von 5.250 Euro zu. Der BGH bestätigte die Entscheidung der Jenaer Richter, teilte jedoch bislang noch keine Urteilsbegründung mit.


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1 Kommentar zu Urteil: Ebay-Auktion darf nach Gebot nicht beendet werden

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  1. susi schrieb am 15.11.2014 um 00:39

    an so einem hirnrissigem urteil sieht man, wie weltfremd richter bzw. studierte leute sein können…
    ebay gibt die optionen zu einem abbruch vor, nämlich verloren gegangen oder kaputt/beschädigt, beschreibungsfehler oder falscher startpreis. aus den vorgaben kann gewählt werden, da hat ein richter nicht reinzupfuschen. der käufer kann wohl auch nicht ganz in ordnung sein? das passende schimpfwort für so einen, schreibe ich besser nicht….

    die begründung für das besch… urteil würde mich interessieren?

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