Mittwoch, den 12.11.14 13:13

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Telefónica: Betriebsrat geht gerichtlich gegen Sparpläne vor

Telefonica Deutschland o2 E-PlusDer harte Sparkurs der vor kurzen mit E-Plus fusionierten o2-Mutter Telefónica ruft Kritik in den eigenen Reihen hervor. Der hauseigene Betriebsrat erreichte per einstweiliger Verfügung ein Mitspracherecht beim geplanten Stellenabbau und fordert eine Beurteilung nach sozialen Gesichtspunkten. Die Mitarbeiterkürzungen gehen allem Anschein nach deutlich weiter als bislang kommuniziert.

Telefónica kürzt über 1.900 Stellen

Nach der erfolgreichen Fusion der beiden Mobilfunkmarken o2 und E-Plus steht beim neu firmierten Unternehmen Telefónica Deutschland Holding AG alles unter dem Credo Kosteneinsparung. Wie üblich geht es zuerst den Mitarbeitern an den Kragen, derzeit arbeitet das Unternehmen mit rund 9.100 Vollzeitstellen, hinzukommen zahlreiche Teilzeitmitarbeiter und (studentische) Aushilfen.

Bis 2018 sollen über 1.900 der derzeitigen Posten gestrichen werden, betroffen sind vor allem die durch die Fusion doppelt besetzten Stellen sowie Leiharbeitsplätze und offene Posten. Telefónica hofft auf Freiwilligkeit und bietet ein Abfindungsprogramm an, das jeden belohnt, der seinen Posten freiwillig an den Nagel hängt. Nutznießer des Angebots sind jedoch lediglich unbefristete Mitarbeiter, befristet Arbeitsplätze werden in Zukunft schlicht nicht verlängert.

Wie das Manager-Magazin berichtet, regt sich der Widerstand vor allem in den eigenen Reihen. Der Telefónica-Betriebsrat reichte bereits im Oktober eine einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht München ein und erstritt mit Hilfe der zuständigen Richter einen Vergleich mit der Unternehmensspitze. Die Arbeitnehmervertreter dürfen vor dem Start des Stellenabbaus einen Sozialplan erarbeiten und die Personalkürzungen an den Interessen der betroffenen Arbeitgeber ausrichten.

o2-Betriebsrat wehrt sich gegen Sparmaßnahmen

Auf einen gemeinsamen Nenner kommen die Parteien jedoch nicht. Ein Sozialplan, der sowohl beim Betriebsrat als auch bei der Unternehmensleitung auf Zustimmung stößt, scheint noch in weiter Ferne. Langsam wird für die Chefetage rund um Thorsten Dirks jedoch die Zeit knapp, die Umbaupläne sollen bis 2018 abgeschlossen sein, der Start noch in diesem Jahr erfolgen.

Gelingt bis dahin keine Einigung, bleibt nur, die Pläne zu verschieben oder trotz fehlendem Sozialplan mit dem Stellenabbau zu beginnen. Letzteres hat jedoch empfindliche Strafzahlungen zu Folge, die der geplanten Kostenersparnis im Weg stehen und das Vorhaben gefährden könnten.

Wie das Magazin berichtet, sind zudem offenbar deutlich mehr Arbeitsplätze von den Abbauplänen betroffen als bislang angenommen. Neben den bereits kommunizierten knapp 1.900 Stellen, sollen weitere hunderte Arbeitsplätze aus der Telefónica-Statistik verschwinden. Betroffen sind bis zu 1.000 Shopmitarbeiter, die möglicherweise an den Provider Drillisch übergeben werden. Das Unternehmen darf Kapazitäten von Telefónica übernehmen und bis zu 500 Shops mit den eigenen Marken umlabeln. Offenbar liegen dem Shop-Übergabe-Paket auch die in den Stores arbeitenden Mitarbeiter bei. Intern wird ebenfalls umgebaut, neben Callcentern und Kundenbetreuung sollen Techniker und IT-Mitarbeiter an andere Firmen ausgelagert werden. Insgesamt könnten rund 4.000 der derzeitig 9.100 Mitarbeiter vom Stellenabbau betroffen sein.


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