Mittwoch, den 03.12.14 16:15

aus der Kategorie: Mobilfunk

Darum funktioniert Mobiles Internet in Zügen der Bahn nicht

Deutsche Bahn GSM-RepeaterDer aktuelle connect Netztest hat deutliche Schwächen aller Netzbetreiber in den Zügen der Deutschen Bahn offenbart. Mobilfunk-Talk hatte bereits vor dem Test über Probleme bei der Telefonie und Datenübertragung in der Bahn berichtet. Warum die Mobilfunkanbieter die Probleme nicht schnell in den Griff bekommen, erfahren Leser im folgenden Artikel.

Problemfall Internet in der Bahn

Die mobile Datenversorgung und Telefonieanbindung auf den Strecken der Deutschen Bahn ist nach wie vor ein Ärgernis. Vor wenigen Wochen erst bescheinigte die Fachzeitschrift connect der Deutschen Bahn eine desolate Netzsituation, die durch verschiedene Hindernisse verursacht wird. Der jüngst veröffentlichte connect Netztest bestätigt die schlechte Verfügbarkeit und zeichnet ein zum Teil katastrophales Bild über die Situation in den Zügen der Bahn.

Schuld an der Misere ist häufig die Verteilung der Mobilfunkmasten auf den Strecken der Deutschen Bahn. In ländlichen Regionen sind die Antennen oft nur großflächig verteilt und können die kurzfristig aufkommende Masse an Anfragen eines vorbeirauschenden Zuges nur schwer abfangen. Doch selbst bei einer ausreichenden Mastendichte kann es zu Problemen kommen. Die Verkleidung der Züge schirmt das Groß der Mobilfunkstrahlung ab, die mit Aluminium bedampften Fenster verhindern nicht nur ein Aufheizen des Zuges, sie lassen auch nur wenige Mobilfunkwellen durch. Das Ergebnis: Im Zug reicht das Netz nicht für eine konstante Verbindung aus.

In einigen Zügen kommen zwar mittlerweile Repeater zum Einsatz, die die eintreffenden Signale zusätzlich verstärken, durch die langwierigen Genehmigungsverfahren der Bahn funken diese jedoch nur auf dem GSM-Standard. Der für die Datenübertragung notwendige UMTS-/HSDPA-Kanal oder eine LTE-Verfügbarkeit fehlen, durch das starke GSM-Signal werden die schwächeren 3G- und 4G-Wellen zusätzlich ausgebremst.

connect NetztestDeutsche Bahn im Vergleich weit abgeschlagen

Vor allem der Blick in die Nachbarländer zeigt, wie sehr Deutschland seinen Möglichkeiten hinterher hinkt. Die Bahnen der Schweizer Staatsbahn SSB können auf ein durchweg gut bis sehr gut ausgebautes Mobilfunknetz zugreifen und erreichten im Netztest Werte zwischen 80 und 90 Prozent. In Deutschland ist die Situation eine andere, Im Bereich der Telefonie erreichte der Testsieger Deutsche Telekom auf den Strecken der Züge gerade einmal 61 Prozent, bei der Datennutzung lediglich 76 Prozent. Die Ergebnisse der übrigen Netzbetreiber liegen zum Teil deutlich darunter.

Im Bereich Telefonie muss sich vor allem E-Plus geschlagen geben. Das vor kurzen von Telefónica übernommene Unternehmen brachte es im Netztest auf gerade einmal 43 Prozent, im Bereich der Daten lag E-Plus bei 55 Prozent. o2 ist das Schlusslicht bei der mobilen Datenversorgung, gerade einmal 46 Prozent konnte das Unternehmen einfahren. Die Telefonie liegt mit 54 Prozent knapp hinter Vodafone. Die Düsseldorfer lieferten mit 57 Prozent in der Telefonie und 54 Prozent im Bereich Daten das zweitbeste Ergebnis, liegen aber zum Teil weit hinter der Telekom zurück.

Eine Entspannung der desolaten Situation ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, die Diskrepanz zwischen dem Datenhunger der Reisegäste und der Ausbausituation der Bahn wird weiter zunehmen. Zwar verspricht Bahn-Chef Rüdiger Grube bis 2016 die kostenfreie WLAN-Nutzung in der 1. und 2. Klasse, an der mangelhaften Mobilfunkversorgung in den Zügen ändert das jedoch nichts.Netztest-D-Zug


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