Freitag, den 12.12.14 14:10

aus der Kategorie: Mobilfunk

Versteigerung von Mobilfunk-Frequenzen scheidet die Geister

telekom sendemast-landDie geplante Frequenzversteigerung der Mobilfunkfrequenzen stößt nicht bei allen Parteien auf Zustimmung. Neben den 2016 auslaufenden Nutzungsrechten sollen auch neue Spektren unter den Hammer kommen. Ein unnötiges Vorgehen, finden die Mobilfunkbetreiber. Bereits vor einigen Tagen übte der als potenzieller vierter Netzbetreiber gehandelte Anbieter Liquid Broadband Kritik am ungerechten Vergabeverfahren.

Geplante Frequenzversteigerung

Die für die nächsten Monate angesetzte Frequenzversteigerung scheidet die Geister. Während die Bundesnetzagentur die Neuvergabe als notwendig ansieht, stößt das Vorhaben bei den Marktteilnehmern auf Kritik. Ende 2016 laufen die im letzten Vergabeverfahren versteigerten Nutzungsrechte aus und müssen neu vergeben werden. Die Bundesnetzagentur will jedoch zusätzlich neue Frequenzen unter den Hammer bringen, unter anderem die 700-MHz-Frequenz, die derzeit noch von DVB-T genutzt wird.

Die denkwürdige UMTS-Versteigerung im Jahr 2000 ist vielen Mobilfunkunternehmen noch in guter Erinnerung. Die Auktion spülte rund 50 Milliarden Euro Einnahmen ein. Die neue Vergabewelle soll ähnliche Beträge einbringen, die laut der Einigung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Ministerpräsidenten je zur Hälfte an Bund und Länder fließen sollen. Geht es nach Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), sollen die Gelder unter anderem für den weiteren Breitbandausbau und schnelle Festnetzleitungen verwendet werden.

Das Vorhaben Dobrindts erntet Kritik. Dem Bund gehören rund ein Drittel der Telekom-Aktien, er ist der größte Aktionär. Der Verdacht liegt nahe, dass die Regierung vor allem den ehemaligen Monopolisten Deutsche Telekom unterstützen möchte. VATM-GeschäftsführerJürgen Grützner erklärt: „Im Mobilfunk müssen Wettbewerber gegen die Telekom bestehen, die von der Förderung des Festnetz-Breitbandausbaus nichts haben – das ist eine massive Schieflage.“ Die Kritiker befürchten, die Telekom könnte die bei der Auktion eingesetzten Beträge über die Fördergelder zurückerhalten und dadurch bei der Versteigerung im Vorteil sein.

E-Plus_AntenneFrequenzversteigerung scheidet die Geister

Auch die Mobilfunkunternehmen können sich mit der geplanten Versteigerung nur schwer anfreunden. Das Verfahren sieht vor, die Parteien gegeneinander bieten zu lassen und den Zuschlag dem Höchstbietenden zu gewähren. Der nach dem Zusammenschluss zwischen Telefónica und E-Plus als potentieller vierter Netzbetreiber gehandelte Neueinsteiger Liquid Broadband kritisierte bereits vor einigen Tagen die Ungerechtigkeit der Auktion. Die Vergabe schließe den Markteinstieg neuer Wettbewerber aus, meint das Unternehmen. Die etablierten Anbieter hätten ein Interesse daran, keine neuen Konkurrenten zuzulassen.

Der seit Oktober mit E-Plus fusionierte Mobilfunkkonzern Telefónica würde am liebsten ganz auf die Auktion verzichten. Zwar laufen die Nutzungsrechte Ende 2016 aus, es gebe jedoch keinen hinreichenden Grund, eine neue Auktion und damit eine Umwerfung der genutzten Spektren vorzunehmen. Die Bundesnetzagentur habe die Notwendigkeit einer erneuten Versteigerung nicht hinreichend begründet, erklärt die o2-Mutter, eine Frequenzknappheit herrsche nicht vor. Für das Unternehmen kommt die Auktion nicht den Kunden zu Gute, die Ausgaben für die Frequenzen schmäleren den Investitionsetat und fehlen für den weiteren Ausbau. „Je teurer die Auktion, umso später kommt die Infrastruktur, von der der Kunde auch etwas hat“, erklärt Telekom-Chef Tim Höttges.

Der deutsche Markt verzeichnet derzeit drei Netzbetreiber: Deutsche Telekom, Vodafone und o2/E-Plus. Die neuen und alten Frequenzen kommen portionsweise unter den Hammer und werden nach der Auktion anderes verteilt sein als bislang. Die Mobilfunkkonzerne befürchten ein Gerangel um die Zuschläge und ein unnötiges Kräftemessen.


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