Sonntag, den 21.12.14 13:30

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WhatsApp 2014: Übernahme, Sicherheitslücken und der „Haken“

Whatsapp MessengerDas Jahr 2014 war für den Messengerdienst WhatsApp von Höhen und Tiefen geprägt. Nach der kritikreichen Übernahme durch Facebook und schwindenden Nutzerzahlen, machte WhatsApp vor allem durch Datenschutz-Fauxpas von sich reden und geriet durch das unrühmliche Hin und Her mit der Lesebestätigung in die Schlagzeilen. Zudem rütteln zahlreiche Konkurrenten am Thron des Chat-Services und wollen ihm mit besseren Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen Nutzer abringen. Wir haben das turbulente WhatsApp-Jahr 2014 noch einmal rückblickend zusammengefasst.

Whatsapp 2014: Die Übernahme und ihre Folgen

Das neue Jahr war noch nicht alt und schon bewegte WhatsApp die Gemüter seiner Nutzer. Schuld war die Anfang des Jahres bekannt gewordene Übernahme durch das soziale Netzwerk Facebook und die damit einhergehenden Datenschutzbedenken. Der Messenger wechselte im Februar 2014 für rund 19 Milliarden US-Dollar den Besitzer und wurde zu einem Teil Facebooks. Das soziale Netzwerk steht immer wieder in der Kritik, zu lasch mit den persönlichen Daten seiner Mitglieder umzugehen. Zahlreiche WhatsApp-Nutzer boykottierten die Übernahme und wechselten zu alternativen Diensten wie Threema.

Der Beliebtheit WhatsApp konnte dies jedoch nur kurzzeitig schaden, nach und nach erholten sich die Nutzerzahlen, zahlreiche Abtrünnige kehrten in den folgenden Monaten zurück. Im April 2014 kam mit der WhatsApp-Sim ein speziell auf den Messenger ausgelegter Mobilfunktarif des damals noch zu KPN gehörenden Netzbetreiber E-Plus auf den Markt.

Das auf Prepaid-Basis realisierte Angebot ermöglicht die Nutzung des Messengers auch dann, wenn kein Guthaben vorhanden ist oder keine Datenoption gebucht wurde. Pro Monat steht ein Highspeed-Datenvolumen von 1 GB zur Nutzung mit WhatsApp zur Verfügung, erst nach dessen Verbrauch wird die Geschwindigkeit auf GPRS-Niveau gedrosselt. Das Versenden und Empfangen von Nachrichten ist weiterhin ohne Zusatzkosten möglich.

Der Haken mit den WhatsApp-Haken

Anfang November 2014 führte WhatsApp eine neue Funktion ein, die nicht bei allen Nutzern auf Gegenliebe stieß. Der Messenger zeigte mit Hilfe von zwei blauen Haken an, ob und wann eine Nachricht vom Empfänger gelesen wurde. Bis Dato konnten Nutzer lediglich auf zwei graue Haken zugreifen, die anzeigten, ob die Nachricht korrekt versendet und angekommen war. Ob der Kontakt diese bereits gelesen hatte und schlicht nicht antworten wollte, blieb jedoch offen.

Mit den zwei blauen Haken war dieses Vorgehen nicht mehr möglich, der Absender sah, ob man ihn gerade ignorierte. Der Aufschrei war groß, zahlreiche Nutzer sahen sich unnötig unter Druck gesetzt und in ihrer Privatsphäre eingeschränkt. Eine Deaktivierung der kritisierten Funktion sah WhatsApp zu Beginn nicht vor, kündigte aufgrund der negativen Reaktionen jedoch schnell ein Update an.

Dieses war wenig später auch verfügbar, stand jedoch lediglich für Android-Nutzer bereit. Nach der Aktualisierung der Anwendung konnten WhatsApp-Nutzer mit einem Android-Smartphone die verräterischen Haken in den Einstellungen deaktivieren und ihre Anzeige beim Gesprächspartner unterbinden. iOS- und Windows Phone-Nutzer warten noch immer auf diese Möglichkeit.

Whatsapp Haken-Zwang

WhatsApp und der Datenschutz

Seit der Übernahme durch Facebook gerät WhatsApp immer wieder in die Kritik und wird für seine Datenschutzbedingungen angezählt. Ähnlich wie das soziale Netzwerk verrät der Messenger teilweise viele Details über seine Nutzer und lässt mit diesen Informationen die Erstellung ganzer Profile zu.

Bereits Anfang des Jahres erklärte ein niederländischer IT-Spezialist, wie leicht sich die Chatverläufe innerhalb des Messengers ausspionieren lassen. Dazu waren lediglich kurze Programmcodes notwendig, die mit Hilfe andere Apps auf das Smartphone eingeschleust wurden. Einfallstor des Lauschangriffs war die SD-Karte des Mobiltelefons, auf dem WhatsApp unverschlüsselte Backups der Chats und Nachrichten anlegte und die von anderen Anwendungen mit Leserechten für die Speicherkarte ausgespäht werden konnten.

Doch auch die Informationen, die ohne Hilfsmittel und Tricks einsehbar waren, zeigen häufig mehr als manchen Nutzern lieb sein mag. Über die „Info“-Einstellung des Messengers können Details zum Status der versendeten Nachricht eingesehen werden. Neben der Anzeige, wann die Nachricht zugestellt wurde, lässt sich auch der Lesezeitpunkt genau ermitteln. In einer Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) mit 1.000 zufällig ausgewählten Nutzern konnten die Wissenschaftler allein am Onlinestatus Lebensgewohnheiten ablesen und Profile erstellen. Obwohl der Messenger den – mit legalen Mitteln hergestellten – Zugriff registriert haben musste, unternahm er nichts gegen die offensichtliche Späh-Attacke.

WhatsApp-Nutzer, die ihre Rufnummer wechseln, sollten unbedingt ihre Account beim Messenger löschen. Obwohl WhatsApp nach eigener Aussagen Chatverläufe und Kontakte nach 45 Tagen Inaktivität löscht, tauchen die Daten immer wieder bei anderen Kunden auf, sobald diese eine neu zugeteilte Rufnummer bei WhatsApp registrieren möchten.

WhatsApp End-to-End-Verschlüsselung & Desktop-Version

WhatsApp wird immer wieder dazu genutzt, um Kettenbriefe an möglichst viele Personen in kurzer Zeit zu verschicken. Im Oktober machte ein bei Facebook grassierender Kettenbrief eines unseriösen Call Centers auch bei WhatsApp die Runde. Nutzer des Messengers wurden darüber informiert, dass ein bestimmter Kontakt nicht angenommen werden sollte, da sich hinter diesem ein Virus verberge.

Neben der direkten WhatsApp-App können Interessenten auch mit einigen anderen Anwendungen die Dienste des Messengers nutzen. Besonderer Beliebtheit erfreute sich lange Zeit der Alternativ-Client WhatsApp Plus, dem der Messenger jedoch im November 2014 einen Riegel vorschob und die Nutzung nur noch über die eigentlich App erlaubte. Diese erhielt im gleichen Zeitraum eine sichere End-to-End-Verschlüsselung und könnte bald auch als Desktop-Version für PC und Laptop erscheinen.

Dasher Messenger

Dasher Messenger

WhatsApp und die Konkurrenz

Durch den Erfolg des Messengers und die anhaltenden Probleme im Datenschutz versuchen immer mehr Konkurrenten an den Erfolg anzuknüpfen und WhatsApp Kunden abzujagen. Über das Jahr verteilt meldeten sich immer wieder neue Anwendungen zu Wort, die einen besseren Datenschutz, mehr Funktionen oder ein besseres Handling versprachen als der Platzhirsch selbst.

Im Februar machte vor allem Threema von sich reden, im Mai folgte sayHEY des Discounters simyo. Gegen Ende des Jahres kamen mit SIMSme, Wire und Dasher weitere Alternativen auf den Markt. Der Beliebtheit WhatsApps tat das keinen Abbruch, derzeit nutzen rund 600 Millionen Kunden weltweit den Messengerdienst.


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