Sonntag, den 04.01.15 14:02

aus der Kategorie: Mobilfunk, Ratgeber & Tipps

Teure Handy-Rechnung: Schutz vor Drittanbieter-Abos

Es ist keine Seltenheit: Auf der Handy-Rechnung erscheinen Kosten, die der Kunde nicht eindeutig zuordnen kann. In der Regel handelt es sich um Abonnements von Drittanbietern, die monatliche Beträge fordern. Diese Beträge werden automatisch über die Mobilfunk-Rechnung abgebucht.

Handy-Rechnung mit kostenpflichtigen Abos

Viele Handy-Besitzer staunen nicht schlecht, sobald sie Ihre monatliche Mobilfunk-Rechnung erhalten. Außer den üblichen Kosten für Verbindungen, tauchen Kosten auf, die der Kunde schwer eruieren kann. Kleine Beträge von 3,99 Euro oder auch höhere Beträge von 24,95 Euro werden in Rechnung gestellt. Woher die jeweilige Forderung kommt ist meistens schlecht ersichtlich und der Mobilfunkanbieter fühlt sich – auße für die Abrechnung – nicht für Drittanbieter-Forderungen zuständig.

Einem Kunden des Handyanbieters mobilcom wurden zum Beispiel 24,95 Euro in Rechnung gestellt. Aus der Rechnung ging lediglich hervor, dass es sich bei dem Betrag um ein Abo einer niederländischen Firma handelte. Nicht festzustellen war, um was es sich bei dem angeblichen Abonnement überhaupt handelt. Auf Rückfrage bei mobilcom wurde nur der Umstand als solcher bestätigt, zuständig sei man für solche Rechnungen aber nicht. Mobilfunkanbieter wie mobilcom-debitel übernehmen in solchen Fällen nur die reine Abwicklung eines Rechnungsprozesses, sind aber für deren Inhalt und Preisverwaltung nicht verantwortlich.

mTan-Betrug

© WoGi – Fotolia.com

Unerwünschte Abos: Anbieter nicht zuständig

Um den Sitz und die Adresse eines solchen Drittanbieters zu erfahren, ist oftmals eine lange Suche im Internet erforderlich. Allerdings ist das Mobilfunkunternehmen dazu verpflichtet, eine korrekte Anschrift des Drittanbieters auf Nachfrage mitzuteilen. Ist die Anschrift bekannt, sollte durch Mails oder Telefonanrufe versucht werden, dass kostenpflichtige Abo zu stoppen und sein Geld zurück zu fordern.

Mobilfunkbetreiber sehen sich oftmals nicht zuständig, was Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg aber anders sieht: „Wer eine Zahlung verlangt, muss auch erklären wofür und kann nicht auf Dritte verweisen“. Beschwerden diesbezüglich gehen bei der Verbraucherzentrale jede Woche ein. Gegen den Netzbetreiber E-Plus wurde schon geklagt und o2 abgemahnt. Die Frage bleibt dennoch offen, was der geschädigte Kunde selbst unternehmen kann um sich gegen unfreiwillige Abos zu schützen.

Drittanbietersperre einrichten

Im Fall des genannten Kunden von mobilcom nahm die Sache ein positives Ende. Der Betreiber erstattete aus Kulanz den geforderten Betrag. Das ist aber nicht grundsätzlich so. Betroffene sollten auf jeden Fall erstmal Widerspruch bei Ihrem Betreiber einlegen und das Abo bei dem fordernden Unternehmen widerrufen und zwar möglichst per Einschreiben. Um einer Abzocke in Zukunft zu entgehen, besteht zudem die Möglichkeit eine kostenlose Drittanbietersperre einrichten zu lassen. Hierbei muss aber berücksichtigt werden, dass im Falle einer vollständigen Sperre viele nützliche Dienste wie z.B. die Buchung von mobilen Fahrkarten nicht mehr möglich sind. Eine Rückfrage bei dem jeweiligen Mobilfunkanbieter hilft da weiter, denn einige Anbieter sperren auch bestimmte Dienste (Teilsperrung) wie unter anderem Erotikdienste, Spiele, Klingeltöne, Nachrichtendienste oder Abos.

Eine Drittanbietersperre schützt nicht nur Sie selbst, sondern auch Ihre Kinder vor zu hohen Handyrechnungen. Rechtlich sind Vodafone, Telekom, o2 und E-Plus und anderen Anbieter seit 2012 verpflichtet eine entsprechende Sperre kostenlos auf Wunsch einzurichten. Zur Sperrung gehören alle Mehrwertdienste von anderen Anbietern (WAP Billing, Permium-SMS, kostenpflichtige Browserspiele, Abo-Dienste). Die Deutsche Telekom bietet Sperrmöglichkeiten für einzelne Kategorien an. Bei dem Netzbetreiber Vodafone erfolgt eine Sperrung über die Hotline, per Fax oder über das  „Mein Vodafone“ Portal. Über „Mein Konto“ kann eine Drittanbietersperre bei E-Plus auch online eingerichtet werden. Auch o2 bietet online eine teilweise oder komplette Sperrung kostenlos an.


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