Samstag, den 31.01.15 10:48

aus der Kategorie: Mobilfunk

BNtzA: Keine Frequenzen für vierten Netzbetreiber

BundensetzagenturDie in wenigen Monaten stattfindende Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen könnte ein Rennen der etablierten drei Mobilfunkbetreiber Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica werden. Obwohl mindestens zwei neue Anbieter auf den Markt drängen, lässt die Bundesnetzagentur keine Reservierung von Frequenzen zu und beschneidet damit die Chancen für neue Netzbetreiber.

Frequenzversteigerung 2015

Die im zweiten Quartal 2015 anstehende Frequenzversteigerung der Mobilfunkfrequenzen scheidet seit Monaten die Geister. Neben den derzeit im Mobilfunk genutzten Frequenzen werden erstmals Bänder im 700 MHz-Bereich vergeben, das Gesamtpaket umfasst rund 270 MHz.

Die Vergabe findet im Rahmen einer Auktion statt. Die Bundesnetzagentur hat im Vorfeld verschiedene Cluster festgelegt und lässt die Marktteilnehmer gegeneinander bieten. Dadurch wird das Rennen aller Voraussicht nach vor allem zwischen den drei etablierten Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica, zu dem seit Oktober 2014 neben o2 auch die Marke E-Plus gehört, entschieden.

Ein potenzieller vierter Netzbetreiber hat es schwer, gegen die Macht der großen Drei anzukommen. In den letzten Monaten wurde bekannt, dass vor allem die beiden Neueinsteiger Liquid Broadband und Airdata hoffen, bei der Versteigerung Frequenzen zu ergattern und mit ihnen ein eigenes Mobilfunkgeschäft aufbauen zu können. Dafür forderten die Unternehmen gelockerte Bedingungen, um gegen die Konkurrenten mit mehr Erfahrung, finanziellen Mitteln und Möglichkeiten bestehen zu können.

Kein vierter Netzbetreiber für Deutschland?

PressebildVor wenigen Tagen legte die Bundesnetzagentur die Vorgaben und Abläufe für die anstehende Versteigerung in einem Entwurf vor und sprach sich gegen eine Bevorzugung einzelner Teilnehmer aus. Das Vergabeverfahren läuft für alle Bieter gleich ab, Reservierungen oder Erleichterungen für Neueinsteiger wird es nicht geben. Unter diesen Bedingungen werden es Liquid Broadband und Airdata schwer haben, im Kampf um die Marktmacht und möglichst viele Frequenzen zum Zuge zu kommen.

Bereits Anfang Dezember 2014 übte Liquid Broadband Kritik am geplanten Vergabeverfahren, das in den Augen des Unternehmens zu wenig Chancen für Neueinsteiger bietet. Ein möglicher vierter Netzbetreiber setzt die drei Mobilfunkkonzerne massiv unter Druck, könnte einen erneuten Preiskampf auslösen und zu Gewinneinbußen führen. Die Netzbetreiber seien aus diesem Grund vor allem daran interessiert, den Zugang mit allen Mitteln zu verhindern, erklärte Liquid Broadband.

Die Einsteigerunfreundliche Lösung der Bundesnetzagentur ist dabei nicht die einzige Option, die der Behörde offen stand. Im Telekommunikationsgesetz finden sich zwar zahlreiche Vorgaben zum Umgang und der Zuteilung der Frequenzen, zum Ablauf des Vergabeverfahrens heißt es jedoch in § 61 Absatz 4, dieser müsse „objektiv, nachvollziehbar und diskriminierungsfrei sein und die Belange kleiner und mittlerer Unternehmen berücksichtigen.“

Ob die gleichberechtigte Versteigerung zwischen seit Jahren am Markt aktiven Großkonzernen und kleinen Einsteigern ohne eigene Infrastruktur diese Punkte einhalte, dürfte zumindest in der Unternehmensspitze von Liquid Broadband und Airdata bezweifelt werden. Die drei Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica begrüßen den Entscheid als „Kompromiss für ein faires Verfahren“.


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