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aus der Kategorie: Mobilfunk, TopNews

SIM-Karten-Hack: Deutsche Netzbetreiber nutzen Gemalto-SIMs

o2 Kombi SIM-KarteObwohl der Hype um den Whistleblower Edward Snowden mittlerweile abgeebbt ist, machen immer wieder Erkenntnisse aus den heruntergeladenen Dokumenten die Runde. Wie nun bekannt wird, sollen der US-Geheimdienst NSA und der britische Nachrichtendienst GCHQ den europäischen Simkarten-Hersteller Gemalto gehackt haben, um unbemerkt Daten zu stehlen und Gespräche abzuhören. Inzwischen wurde bekannt, dass auch die deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone, o2 (E-Plus) SIM-Karten von Gemalto im Einsatz haben.

Geheimdienste hacken Simkarten-Hersteller

Immer wieder tauchen Enthüllungen aus den von Whistleblower Edward Snowden heruntergeladenen Dokumenten auf, die die Geheimdienste und verschiedene Unternehmen belasten. Neuerliche Erkenntnisse belegen offenbar, dass der amerikanische Geheimdienst NSA und der britische Nachrichtendienst GCHQ im großen Stil Simkarten abgehört und sich auf illegalen Wegen Zugang zu den sensiblen Daten verschafft haben.

Die geheimen Unterlagen stammen aus dem Jahr 2010 und nennen einen namhaften Simkarten-Hersteller, der für zahlreiche Netzbetreiber, Anbieter und Provider Mobilfunkchips herstellt, berichtet die Enthüllungs-Webseite “The Intercept”. Der in den Niederlanden ansässige Hersteller Gemalto produziert pro Jahr rund zwei Milliarden Simkarten für europäische Anbieter. The Intercept wertet seit 2013 die von Edward Snowden bereitgestellten Dokumente aus.

Die beiden Geheimdienste NSA und GCHQ haben den Dokumenten zufolge sensible Verschlüsselungscodes gestohlen, mit denen sich die Simkarten ansteuern und auf Wunsch abhören lassen. Ob die Nachrichtendienste tatsächlich von den Möglichkeiten Gebrauch gemacht oder die Codes nur als Option gesichert haben, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

Logo NSASnowden enthüllt Simkarten-Hack

Bei Gemalto scheint man noch nicht genau zu wissen, wie der Diebstahl im großen Stil erfolgen konnte. Dem Unternehmen scheint bislang nichts aufgefallen zu sein. Nun prüft das Unternehmen nach eigener Aussage, wie die Daten gestohlen werden konnten und versucht, die möglicherweise bestehende Sicherheitslücke zu schließen. Möglicherweise konnten die Geheimdienste die Verschlüsselungscodes während der Übertragung von Gemalto zu den Netzbetreibern und Anbietern abfangen. Im Dokument wird ein Zeitraum von drei Monaten im Jahr 2010 genannt, in dem offenbar Millionen an Codes erbeutet werden konnten.

Die Codes werden auf den Simkarten gespeichert und erlauben – sofern der jeweilige bekannt ist – das Abhören von Gesprächen oder das Abfangen von Nachrichten. Ursprünglich dienten sie dazu, eine Simkarte im Netz eindeutig zu identifizieren, beispielsweise zu Abrechnungszwecken. Der bekanntgewordene massenhafte Diebstahl der Verschlüsselungscodes erklärt, weshalb NSA und GCHQ zum Teil umfassende Abhörmaßnahmen von Mobiltelefonen durchführen konnten, ohne dafür einen richterlichen Beschluss zu besitzen.

Netzbetreiber nutzen Gemalto-SIMs

Wie Spiegel Online berichtet, sollen auch deutsche Mobilfunkanbieter SIM-Karten von Gemalto im Einsatz haben. So bestätigte neben der Vodafone Pressestelle auch die Deutsche Telekom und Telefonica (o2, E-Plus, Base, Fonic) den Einsatz von Gemalto-Karten. Bei allen Netzbetreibern sollen Gemalto-SIMs neben den Karten anderer Hersteller zum EInsatz gekommen sein.


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