Samstag, den 21.02.15 14:01

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SIM-Karten-Hack: Das sollten Mobilfunkkunden beachten

Nano-SIMDer jüngst bekannt gewordene Fall des massenhaften Diebstahls sensibler Simkarten-Verschlüsselungscodes sorgt in ganz Europa für Aufsehen. Betroffen ist einer der größten Simkartenhersteller weltweit, der auch deutsche Anbieter beliefert. Wir erklären, was Nutzer ab sofort beachten sollten.

NSA hackt Millionen Simkarten

Die 2013 heruntergeladenen Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden offenbaren immer wieder pikante Details über die Abhörmaßnahmen verschiedener Geheimdienst. Ende dieser Woche wurde bekannt, dass der amerikanische Geheimdienst NSA und der britische Nachrichtendienst GCHQ offenbar im Jahr 2010 massenhaft Simkarten-Verschlüsselungscodes des niederländischen Simkarten-Herstellers Gemalto gestohlen haben.

Die sensiblen Codes werden auf den Mobilfunkchips gespeichert und später für die verschlüsselte Übertragung zwischen Simkarte und Provider genutzt, etwa für die Abrechnung. Ist der jeweilige Code bekannt, kann die Information jedoch auch dazu genutzt werden, um Gespräche und Datenverbindungen im Klartext mitzuschneiden und abzuhören.

Die Snowden-Dokumente umfassen einen dreimonatigen Zeitraum im Jahr 2010, in dem die NSA und der GCHQ allem Anschein nach Millionen von Codes gestohlen haben. Ob die Abhördaten tatsächlich zum Einsatz kamen und Abhörvorgänge stattfanden, ist unklar. Gemalto gehört zu den größten Simkartenherstellern der Welt und produziert pro Jahr rund zwei Milliarden Simkarten, die auch an die deutschen Anbieter Telekom, Vodafone und o2 geliefert werden.

nano-sim-adpaterGemalto-Simkarten auch in Deutschland im Einsatz

Bei Gemalto weiß man bislang noch nicht, wie die beiden Geheimdienste an die Daten gekommen sein könnten. Eine Stellungnahme steht noch aus. Ob der niederländische Hersteller das einzige Opfer der Infiltrierung ist, ist unklar. Möglicherweise wurden auch von anderen Unternehmen sensible Daten und Verschlüsselungscodes gestohlen. Allem Anschein nach könnte auch der Gemalto-Konkurrent Giesecke & Devrient betroffen sein.

Gemalto zählt bei den deutschen Providern nicht als alleiniger Lieferant von Simkarten, wie viele Kunden möglicherweise von dem Problem betroffen sind, gaben die Unternehmen bislang nicht bekannt. Der niederländische Simkartenhersteller produziert nicht nur Chips für den Mobilfunk, sondern auch für EC-Karten, Personalausweise und ähnliche Einsatzoptionen.

Um sich vor möglichen Abhörattacken zu schützen, sollten Nutzer bis zur Aufklärung des Falls auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zurückgreifen. Zahlreiche Apps wie Facetime, SilentPhone und Signal bieten eine zusätzliche Verschlüsselung für Telefonate an. iMessage, TextSecure, Threema, WhatsApp und Co. setzen ebenfalls auf Maßnahmen, um Textnachrichten abhörsicher zu machen. Viele Email-Anbieter bieten von sich aus Verschlüsselungen an, um die Kommunikation ohne Mitleser zu gewährleisten, beim Surfen im Netz sollte auf die https-Verschlüsselung geachtet werden.

In einer neuen Stellungnahme erklärte der SIM-Karten-Hersteller seine SIMs für sicher.


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