Mittwoch, den 04.03.15 17:33

aus der Kategorie: DSL & Telefon Gerichtsurteile

Urteil: Telekom darf nicht unter falschem Namen auftreten

Telekom LogoDie Telekom darf ihre Mitarbeiter nicht im Namen anderer Unternehmen auftreten und sie unwahre Aussagen aufstellen lassen, entschied das Oberlandesgericht Oldenburg. Ein Mitarbeiter des Bonner Mobilfunkkonzerns besuchte Kunden des Wettbewerbers EWE TEL in den eigenen vier Wänden und versuchte, sie mit falschen Behauptungen zum Abschluss eines Telekom-Vertrages zu bewegen.

Telekom tritt unter falschem Namen auf

An sich sollte es zum guten Ton gehören, nicht im fremden Namen auf Kundenfang zu gehen und dabei Unwahrheiten zu verbreiten. Ein Telekom-Mitarbeiter nahm es bei der Kundenakquise per Haustürgeschäft jedoch mit der Wahrheit nicht allzu genau und gab an, im Auftrag des Konkurrenzunternehmens EWE TEL zu arbeiten. Der Mann war im Februar 2014 im Landkreis Ammerland in Niedersachen aktiv und versuchte, durch die Verbindung zum bekannten Anbieter Neuverträge der Telekom zu verkaufen.

An der Haustür erklärte er einer Kundin des Konkurrenzunternehmens EWE TEL, er gehe den zahlreichen Beschwerden über eine zu langsame Internetverbindung auf den Grund, die mehrere Nachbarn angeblich gemeldet hätten. Im Anschluss führte er einen Speedtest durch. Dieser lieferte ein Ergebnis von knapp 8 Mbit/s. Der Telekom-Mitarbeiter empfahl der Frau, ihren EWE TEL-Tarif zu kündigen und auf das durch ihn vertrieben Konkurrenzprodukt „Call & Surf Comfort“ mit einer Geschwindigkeit von 16 Mbit/s zu wechseln. Der Bonner Mobilfunkkonzern werde seine vor Ort vorhandenen Leitungen ausbauen und dadurch deutlich schnellere Geschwindigkeiten anbieten können, behauptete der Mann.

Die Frau unterschrieb den Vertrag, widerrief in jedoch wenig später. Als EWE TEL von dem Vorfall Kenntnis erhielt, ging das Unternehmen mit einer einstweiligen Verfügung gegen die Telekom vor und untersagte ein weiteres Auftreten unter falschem Namen. Das zuständige Landgericht in Oldenburg bestätigte die Verfügung und sprach eine Unterlassungsaufforderung gegen die Telekom aus.

Oberlandesgericht Oldenburg urteilt gegen Telekom

Die Telekom ging in Berufung und verhandelte den Fall erneut vor dem Oberlandesgericht Oldenburg. Die zuständigen Richter schlossen sich weitgehend der Entscheidung der Vorinstanz an und untersagten der Telekom, zukünftig im Namen EWE TELs aufzutreten, ohne tatsächlich einen Auftrag dazu erhalten zu haben. Zudem dürfen die Mitarbeiter des Unternehmens keine unwahren Behauptungen aufstellen, etwa die, dass sich zahlreiche EWE TEL-Kunden über die langsame Internetgeschwindigkeit beschwert hätten.

Urteil Gericht © Gina Sanders - Fotolia.com

© Gina Sanders – Fotolia.com

Das Urteil unter dem Aktenzeichen 6 U 209/14 verdeutlicht, dass sich die Telekom als Arbeitgeber des täuschenden Mitarbeiters nicht aus der Verantwortung stehlen kann, sondern für sein Verhalten einstehen muss. Dem Telekom-Mitarbeiter sei nicht nur sein wettbewerbswidriges Auftreten anzulasten, sondern auch die bewusste Täuschung der Kundin, indem er ihr gegenüber behauptete, im Auftrag der EWE TEL zu agieren, heißt es in der Urteilbegründung.

Nicht nur der Aspekt, es hätten sich Nachbarn über eine zu langsame Internetgeschwindigkeit beschwert, war gelogen, auch die Ausbaupläne der Telekom entsprangen offenbar der Fantasy des Mitarbeiters. Sollte die Telekom erneut mit einem solchen Vorfall auffallen, droht ihr ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250.000 Euro.


Werde jetzt Mobilfunk-Talk Online-Redakteur

Jetzt kommentieren (0)

Zur Diskussion im Forum:

Tipp: Nur für kurze Zeit - Callya Freikarte oder o2 Freikarte oder BASE SIM-Karte oder Telekom Freikarte kostenlos bestellen!

Kommentare zu Urteil: Telekom darf nicht unter falschem Namen auftreten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Profilbilder bei Gravatar
Startseite | Datenschutz | Impressum