Freitag, den 06.03.15 12:58

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Telekom: „Faktencheck zum Vectoring-Ausbau“

Telekom ZentraleDer vor wenigen Tagen eingereichte Regulierungsantrag der Telekom zum weiteren Vectoring-Ausbau stößt auf heftige Kritik bei den Marktakteuren. Der Bonner Mobilfunkkonzern muss sich nach Bekanntwerden der Pläne Vorwürfe der „Rosinenpickerei“ und der Remonopolisierung des Internets gefallen lassen. Das Unternehmen geht mit einem „Faktencheck zum Vectoring-Ausbau“ gegen die Vorwürfe vor und stellt einige der Anschuldigungen klar.

Telekom fordert Regulierung

Vor wenigen Tagen reichte die Telekom einen Regulierungsantrag bei der Bundesnetzagentur ein und fordert die Ausbauhoheit für die rund 7.900 Hauptverteiler im Bundesgebiet. Derzeit sieht die Regulierung keine festen Ansprüche für einen Anbieter vor, die Telekom möchte mit dem exklusiven Zugang rund 5,9 Millionen Haushalte mit schnellen VDSL-Datenraten über die Vectoring-Technologie versorgen.

Die Ausbaupläne sehen die Modernisierung der knapp 8.000 Hauptverteiler und ihrer Nahbereiche im Umkreise von rund 500 Metern vor. Derzeit ist es technisch bedingt nicht möglich, an einem Hauptverteiler und seinem Nahbereich mehr als einen Anbieter zuzulassen. Die unterschiedlichen Datenströme könnten sich gegenseitig beeinflussen. Das Problem: Rund 135.000 der sogenannten HVt-Nahbereiche werden von Wettbewerbern belegt und können von der Telekom nicht mit Vectoring ausgebaut werden.

Bereits kurz nach Bekanntwerden der Regulierungspläne häufen sich die Kritiken am Vorhaben der Telekom. Zahlreiche Marktakteure befürchten eine Remonopolisierung und eine Benachteiligung der Wettbewerber, hinzukommt die Sorge, bereits getätigte Ausbauten und Investitionen der Konkurrenten könnten von der Telekom vernichtet werden. Das Unternehmen muss sich den Vorwurf der „Rosinenpickerei“ gefallen lassen.

Faktencheck zum Vectoring-Ausbau

Die Telekom reagiert auf die Vorwürfe und räumt mit einem „Faktencheck zum Vectoring-Ausbau“ mit den Anschuldigungen auf. Erster Punkt der Auflistung: Die Klarstellung, dass vor allem die Telekom den Vectoring-Ausbau im Bundesgebiet vorantreibe. Während der Bonner Konzern seit Juli 2014 rund 20.000 Hauptverteiler mit der störungsarmen Übertragungstechnik modernisiert habe, hätten die Wettbewerber derzeit nur rund 800 Verteiler erschlossen.

Auch gegen den Vorwurf der „Rosinenpickerei“ wehrt sich das Unternehmen und bekräftigt, maßgeblich am von der Bundesregierung geforderten Breitbandausbau beteiligt zu sein. Mit Hilfe der beantragten Vectoring-Regulierung könnten bis 2018 rund 80 Prozent der deutschen Haushalte mit Geschwindigkeiten von bis 100 Mbit/s versorgt werden. „Der Vorwurf des Rosinenpickens ist also absurd, dafür ist die Flächenabdeckung zu groß.“, heißt es im Faktencheck.

„Auch beim Ausbau im Nahbereich um die Hauptverteiler – der Inhalt unseres aktuellen Antrags ist – geht es um eine flächendeckende Versorgung: Die Telekom würde dafür sorgen, dass sämtliche 5,9 Millionen Haushalte in diesen Bereichen superschnelle Internetanschlüsse bekommen. Die Menschen dort sind bisher davon ausgenommen. Grund ist, dass die Wettbewerber in diesen Bereichen bisher 135.000 VDSL-Anschlüsse betreiben und es zu Störungen beim Einsatz von Vectoring kommen könnte. Deshalb dürfen wir die neue Technik bisher nicht in den Nahbereichen einsetzen. Es kann aber nicht sein, dass rund 135.000 Anschlüsse der Wettbewerber die Versorgung von 5,9 Millionen Haushalten verhindern.“

Vectoring Telekom

Vectoring der Telekom

Telekom-Ziel: Flächendeckender Breitbandausbau

Knapp die Hälfte der rund 7.900 im Antrag genannten Hauptverteiler und ihre Nahbereiche liegen nicht in Städten und Ballungsgebieten, erklärt die Telekom, sondern in ländlichen Regionen. „Drei Millionen der 5,9 Millionen Haushalte, die neu mit Vectoring versorgt werden sollen, liegen in Kleinstädten und kleinen, ländlichen Gemeinden. Das sind mehr als 50 Prozent.“ Der Regulierungsantrag diene dabei vor allem der wirtschaftlichen Sicherheit, um einen Ausgleich zwischen „wirtschaftlich erschließbaren Nahbereichen und solchen, in denen nur sehr wenige Haushalte zu hohen Investitionen angeschlossen werden können“ zu schaffen.

Das Argument, die betroffenen Haushalte könnten mit VDSL ausreichend versorgt werden, dementiert die Telekom: „Die mit VDSL im Nahbereich maximal erreichbare Bandbreite von vollen 50 Megabit pro Sekunde steht wegen der langen Leitungslängen ab den Hauptverteilern nur einer sehr begrenzten Anzahl von Anschlüssen zur Verfügung (einstelliger Prozentbereich). Es ist also nicht so, dass die Haushalte dort schon gut versorgt sind.“ Ein alternativer Zugang via Kabel steht vielen Haushalten nicht zur Verfügung.

In Vectoring liegt die Zukunft

Du guter letzte erklärt die Telekom die Vectoring-Technologie zur Zukunftstechnik, mit der bis zu 250 Mbit/s möglich sind. Die Anbindung über Glasfaser ermöglicht es zudem, ein wichtiges Teilstück zwischen Anbieter und Kunden mit schneller Übertragungstechnik zu versorgen und die Hindernisse zu eliminieren. „Mit dem Vectoring-Ausbau sorgt die Telekom für mehr Wettbewerb: Die Kunden haben für schnelle Internetanschlüsse so die Wahl zwischen Kabelnetzbetreibern und diversen Telekommunikationsanbietern. Nur die Telekom bietet schon jetzt Vorleistungsprodukte auf Vectoring-Basis für Wettbewerber an. Sie profitieren damit eins zu eins vom Ausbau der Telekom.“

Telekom Eins Chemnitz

Kommunaler Partner der Telekom: Eins Energie in Chemnitz

Das Unternehmen bestätigt, sich nicht gegen die Zusammenarbeit mit kommunalen Anbietern zu sperren, beklagt jedoch das fehlende Interesse der Akteure: „Wir haben die Initiative dazu vor drei Jahren ergriffen und ein Projekt in Chemnitz realisiert. Darüber hinaus haben sich bisher leider keine Partner für eine konkrete Umsetzung gefunden. Die Menschen können aber nicht ewig warten, bis sie endlich schnellere Anschlüsse bekommen. Und wir wollen das auch nicht. Deshalb setzen wir jetzt vor allem auf den Vectoring-Ausbau. Das schließt weitere Kooperationen aber nicht aus.“

Die Schuld für den harschen Gegenwind sieht die Telekom vor allem bei den Branchen- und Interessenverbänden, die an höheren Preisen interessiert seien und die Diskussion daher auf eine unsachliche Ebene heben würden. Die Wettbewerber hätten allesamt keine Bedenken und würden die Vorteilhaftigkeit für das eigene Geschäft begrüßen, heißt es.


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