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BA Bound LLC Abo zockt tausende Mobilfunkkunden ab [Update]

© Creativa - Fotolia.comEigentlich sollte ein neues Gesetz der Regierung gegen Kostenfallen im Internet die Abo-Abzocke von ungewollten Mobile Abonnements endgültig bekämpfen. Doch die Gesetze scheinen von immer mehr Abo-Anbietern einfach ausgehebelt zu werden, denn nach der großen Nidonoline-Abzocke werden nun tausende Mobilfunkkunden von dem Dienst BA Bound LLC abgezockt.

BA Bound LLC zockt Mobilfunkkunden ab

Nachdem es um die Abo-Abzocke von Nidononline ruhig geworden ist, ist ein anderer Abo-Anbieter mit dem Namen „BA Bound LLC“ auf der Bildfläche erschienen. In unserem und anderen Foren häufen sich seit dem 1. April 2015 die Beschwerden über ungewollte Abos. Von der neuen Welle scheinen derzeit ausschließlich Kunden von E-Plus, Vodafone und mobilcom-debitel betroffen zu sein, was in der Regel ein erster Hinweis auf ein „untergeschobenes“ Abo ist. Dies bestätigt sich auch in ersten Beiträgen von betroffenen Nutzern.

So schreibt ein Nutzer in unserem Forum: „Ich habe das selbe Problem das ich das Abo abgeschlossen habe, ohne das ich etwas getan habe. Ich habe lediglich nur ein Pop-up weggedrückt und kurz daraufhin bekam ich eine SMS das mich das jetzt 6,99€ in der Woche kostet.„, von einem weiteren Betroffenen heißt es: „Habe vor kurzem wohl ausversehen beim surfen auf ein Banner geklickt bzw. weiß ich es nicht mal genau. Auf jeden Fall bekam ich die SMS plötzlich ich hätte ein Abo bei der BA Bound abgeschlossen…

Nach dem Klick erhielten Vodafone-Mobilfunkkunden folgende SMS von der Kurzwahl 60660: „Vodafone: Ihre Bezahlung von 6.99 Euro für Ihr Abo bei Gee-Max Abo ist erfolgt. Im Internet auf vodafone.de/abo finden Sie Ihre Abos auf einen Blick„. Da das Thema in unseren Forum binnen eines Monats bereits über 10.000 Hits aufweist, gehen wir derzeit von weit über zehntausend abgezockten Mobilfunkkunden aus.

mTan-Betrug

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Gebühren von BA Bound Abo zurückholen

In Deutschland gilt seit August 2012 ein Gesetz gegen Kostenfallen im Internet, welches besagt, dass ein Abo/Vertrag nur durch anklicken eines Buttons mit dem Text “zahlungspflichtig bestellen” oder einer ähnlichen Formulierung zustande kommt. Wie bei dem Abo-Anbieter Nidononline wird BA Bound LLC über den Payment-Dienstleister www.mobile-info.cc (DIMOCO Europe GmbH) realisiert – nur ein Zufall?

Was können Mobilfunkkunden tun? Meist zeigen sich Mobilfunkanbieter trotz der offensichtlichen Abzocke wenig kulant und verweisen ihrerseits auf den Mehrwertdienstanbieter. Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass eine Kontaktaufnahme in den wenigsten Fällen zum Ziel führt. Da eine Vertragsvereinbarung für die Berechnung von Beträgen nur mit dem Mobilfunkanbieter besteht, sollte dieser kontaktiert werden. In diesem Fall sollten Kunden den Mobilfunkanbieter schriftlich per FAX/Einschreiben informieren und den strittigen Rechnungspositionen widersprechen. Für den rechtzeitigen Widerruf gilt eine Frist von 8 Wochen nach Erhalt der Rechnung. Wurde eine Einzugsermächtigung erteilt, sollte diese im Schreiben gleichzeitig widerrufen und eine Rückbuchung des gesamten Rechnungsbetrags bei der Hausbank angewiesen werden. Gleichzeitig wird der um die strittigen Entgelte gekürzte Rechnungsbetrag an den Anbieter überwiesen. Die Rückbuchung und Überweisung sollte auch im Schreiben vermerkt werden, um eine Sperrung des Mobilfunkanschlusses zu vermeiden. Ein entsprechendes Muster-Formular finden Betroffene bei der Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen.

Kunden fördern indirekt Abo-Zocke

Am Dilemma der zunehmenden unberechtigten Abo-Abzocke sind Mobilfunkkunden nicht ganz schuldlos. Laut den Beiträgen in unserem und anderen Foren nimmt die überwältigende Mehrheit die unrechtmäßigen Abo-Kosten (evtl. aus Scham wegen Schmuddelseiten) einfach hin. Der Großteil der Kunden gibt sich schon damit zufrieden, eine Lösung für die Beendigung des aktiven Abos zu finden, welche oftmals aus einer Drittanbietersperre besteht. Der Mobilfunkanbieter wird wegen den unberechtigten vorausgegangenen Kosten aus Bequemlichkeit nur sehr selten kontaktiert.

Bezeichnet dafür ist ein Beitrag im Vodafone-Forum, hier bedankt sich ein Betroffener für die Einrichtung einer Drittanbietersperre: „Hammer Service. Ich wäre schon zufrieden, wenn man mir erklärt hätte wie ich das lösen kann. Aber so bequem und Serviceorientiert an die Sache ran zu gehen wie Susanne (Vodafone) ist ganz großes Tennis. Danke.“ Solange dieses Rechtsverständnis weiterhin in den meisten Köpfen der Mobilfunkkunden schwebt, ist es schwierig den unseriösen Abo-Dienstleistern das Handwerk zu legen. Gefragt ist vor allem die Verbraucherzentrale, welche aber nur mit Hilfe von vielen Betroffen Druck auf das Verbraucherministerium ausüben kann, um entsprechende Gesetze weiter zu verschärfen.

Stellungnahme der Mobilfunkanbieter

Auf Nachfrage bei der Vodafone Pressestelle konnte die Sicherheitsexperten des Mobilfunkanbieters bisher keinen Verstoß beim Bestellvorgang des BA Bound Abos rekonstruieren. Da jedoch mehrere unabhängige Kundenhinweise des Missbrauchs vorliegen, wurde der Premiumanbieter am 10. Mai vorläufig gesperrt. Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Vodafone legt großen Wert darauf, Kunden vor betrügerischen Abofallen zu schützen. Wir sorgen bei entsprechenden Hinweisen grundsätzlich dafür, dass die Hintermänner kein Geld aus aufgezwungenen Abos einziehen können. Auch in diesem Fall haben wir den Zahlungsfluss zu dem Anbieter vorsorglich gestoppt. Vodafone-Kunden werden – trotz Bestätigungs-SMS – keine Kosten des umstrittenen Abos in Rechnung gestellt. Sollte dies dennoch der Fall sein, sollten sich diese an die kostenlose Vodafone Kundenhotline wenden.

Die Telefonica-Pressestelle bittet noch um etwas Geduld. Wir werden die Stellungnahme – sobald vorhanden – hier ebenfalls veröffentlichen.

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10 Kommentare zu BA Bound LLC Abo zockt tausende Mobilfunkkunden ab [Update]

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  1. Amalia schrieb am 22.10.2017 um 19:40

    Das ist mir auch passiert. Ich hab die Abo Abo gleich gekündigt, aber 4.99 Euro sind schon weg. Ist es genug die Abo kündigen oder ich soll auch bei meinem Netzanbieter fragen?

    • JJ schrieb am 27.12.2017 um 09:09

      Du solltest in deinem Kundenkonto das Bezahlen übers Handy an Drittanbieter sperren, dann passiert sowas nicht nochmal. Zusätzlich hab ich dem Anbieter ne Mail geschrieben, er solle mir den Betrag zurückerstatten sonst leite ich rechtliche Schritte ein. Daraufhin haben Sie mir aus „Kulanz“ den Betrag zurück erstattet.

  2. Gordon schrieb am 07.10.2015 um 10:50

    Ich streite mit Telefonica bisher ohne Erfolg. Sie drohen mir nun mit Sperre obwohl ich nur die Abokosten zurückbuchen ließ und die normalen Handykosten immer überwiesen habe. Auch wurde ich auf die Drittanbietersperre nicht hingewiesen. Sondern sollte einen neuen Vertrag über eine höhere Datenflat als Lösung abschließen. Dieser Vertrag wäre dann 28 Monate gelaufen.So kamen immer mehr Abos dazu.Auf der Handyabrechnung sind seit April Abos von BA BoundLLC, Denyrko s.r.o.,Valerianel s.r.o. usw. Kann es sein dass Telefonica an diesen Abos verdient, mehr als an seinen Handyverträgen?

  3. Hallo,
    meinem Freund ist das selbe passiert.
    Er hat aber keine SMS bekommen oder irgendeine „Bestätigung“ bekommen.
    Wir haben den Drittanbieter gekündigt und bei debitel das Geld zurückgeholt und nur das Geld für den Vertrag überwiesen. Außerdem haben wir debitel das abgeänderte Musterformular gesendet.
    Daraufhin meinte debitel, dass wir trotzdem die 4x 6,99€ zahlen müssen, da es von einem externen Drittanbieter ist.
    Was sollen wir jetzt tun?
    Ich bin langsam ratlos…

    LG
    Becca M.

    • Thomas Scheckenbach schrieb am 09.07.2015 um 00:31

      Ganz einfach, ein Schreiben an mobilcom-debitel schicken, indem du die Forderung anfechtest und sagst das kein Vertrag zwischen dir und dem Drittanbieter sondern nur zwischen dir und mobilcom-debitel besteht.

      mobilcom-debitel soll dir einen rechtsverbindlichen Nachweis eines Vertrags mit dem Drittanbieter erbringen.

      Können Sie nicht, da es diese nicht gibt. Ende

    • U. Demond schrieb am 14.07.2015 um 22:07

      Ich habe seit jetzt zwei monaten das theater mit mobilcom… Der Betrag beläuft sich auf 8e,83 euro. Die Sache hat jetzt mein Anwalt übernommen und ich kann jedem nur raten sich zu wehren… Das ist schlicht und ergreifend Betrug mit wissen der Betreiber… Die haben mir sogar den Anschluss gesperrt obwohl sie das gar nicht hätten dürfen, da i h alle Kosten den eigentlichen Vertag betreffend immer gezahlt habe. Daraufhin ging von meiner Seite die fristlose Kündigung raus und jetzt haben sie die Sperre aufgehoben… Die können mich mal…

  4. Manuela Ludwig schrieb am 15.05.2015 um 14:49

    Voller Interesse und Bestürzung habe ich euren Bericht gelesen. Wie ich heute meiner BASE-Rechnung entnehmen konnte, gehört mein Sohn auch zu den Opfern. Ihm wurden für April von 2 Firmen (BA Bound LLC und Valerianel, s.r.o.) jeweils 4 x € 6,99 in Rechnung gestellt. Das sind insgesamt € 55,92 !!! Er ist Lehrling, hat nix abgeschlossen, runtergeladen oder sonstwas. Mal sehen, wie wir da nun wieder rauskommen.
    Das muss einfach strafrechtlich verfolgt werden!
    Auf diesem Wege Danke für die z. T. doch recht hilfreichen Berichte.
    Liebe Grüße, Manuela Ludwig

    • Thomas Scheckenbach schrieb am 15.05.2015 um 15:05

      Hallo Fr. Ludwig,

      vielen Dank für ihr Feedback. Am besten Sie gehen nach dem Muster der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vor.

      1. Musterbrief an den Anbieter verschicken
      2. Entzug des Lastschriftenmandats
      3. Rückbuchung des Einzugs
      4. Rechnung abzgl. strittigen Betrag direkt überweise

      Die Info sollte möglichst vor der Rückbuchung an den Mobilfunkanbieter per FAX (mit Bestätigung) oder Einschreiben versendet werden.

      Beste Grüße

      Thomas Scheckenbach

  5. Klaus schrieb am 14.05.2015 um 09:00

    Nun Ich habe den Eindruck dass die Anbieter/Provider da mit verdienen, denn normal ist das nicht was hier abgeht.
    Und vergessen haben Sie Klarmobil, denn die sind hier gar nicht kulant, erstatten also die eingezogenen Beträge nicht zurück und verweisen auf die Drittanbieter man soll das mit denen klären. Also Klarmobil da unbedingt auch mit aufführen.

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